Mein Weg aus der Angst vor der Angst

Möchtest Du Dein Leben wieder in den Griff bekommen? Möchtest Du etwas verändern? Bist Du auf der Suche nach Tipps zum Umgang mit Panikattacken & Co?

Dann bist Du hier genau richtig!

Massive Panikattacken, eine generalisierte Angststörung und eine hypochondrische Störung, kurzum die Angst vor der Angst zwangen mich eine zeitlang in die Knie. Diese psychischen Probleme haben mein Leben lange Zeit maßgeblich beeinflusst. Ich habe eine ambulante Therapie und einen sechswöchigen Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik hinter mir. Heute geht es mir wieder gut.

Meine Erfahrungen möchte ich gerne weitergeben, um so anderen Betroffenen zu helfen, ihre Panikattacken, ihre generalisierte Angststörung und andere psychische Erkrankungen in den Griff zu bekommen. Die Tipps und Ratschläge, die Du hier findest beruhen auf meinen eigenen Erfahrungen sowie dem regen Austausch mit anderen (ehemaligen) Betroffenen.

Ich möchte darauf hinweisen, dass meine Geschichte nicht 1 zu 1 auf andere übertragen werden kann. Allerdings finden sich in verschiedenen Lebensgeschichten immer wieder Gemeinsamkeiten. Zudem hat mir bei meiner Genesung der Austausch mit anderen Betroffenen ein ganz wichtiger Punkt.

Dieser Blog soll eine Plattform für alle Betroffenen von Panikattacken & Co. und alle Interessierten bieten und einen Austausch über derartige Probleme ermöglichen.

Während meiner Psychotherapie habe ich viel über mich erfahren und habe gelernt, mich so anzunehmen wie ich wirklich bin. Während des stationären, psychosomatischen Aufenthalts habe ich in den zahlreichen Gruppentherapien die Erfahrung gemacht, dass ich dazu in der Lage bin, nicht nur ziemlich genau ausdrücken zu können, was mich beschäftigt, sondern auch das, was andere versuchen zu sagen. Ich möchte Dir dabei helfen!

Bei Panikattacken bzw. einer Panikstörung, bei Hypochondrie, bei einer generalisierten Angststörung, der Angst vor der Angst, teilweise auch bei Depressionen handelt es sich ja meist um irrationale Empfindungen. Und doch sind diese für den Betroffenen so real wie der Stuhl auf dem sie sitzen. Es ist nicht so einfach diese Empfindungen auszudrücken.

Für Menschen, die nie unter Panikattacken etc. gelitten haben, Menschen, die die Angst vor der Angst nie kennen gelernt haben, sind diese Ängste sehr schwer nachzuvollziehen. Wie oft habe ich zu hören bekommen: „Ja, was soll Dir denn da passieren?“ Menschen, die diese Ängste nicht kennen, können das gar nicht richtig verstehen. Dieser Blog soll auch Angehörigen von psychisch Kranken die Möglichkeit geben, uns mit unseren Ängsten ein wenig zu begreifen.

Für mich war der Austausch mit Menschen, die mich verstehen, der mit Abstand größte Faktor für meine Genesung.

Panikattacken, Angststörungen, die Angst vor der Angst und Depressionen sollen allerdings hier nicht das alleinige Thema bleiben. Ich bin mir relativ sicher, dass die Gruppe der psychisch Erkrankten im Durchschnitt überproportional intelligent und sensibel ist. Menschen, die unter Panikattacken und anderen seelischen Erkrankungen leiden, machen sich oftmals (zu) viel Gedanken über Gott und die Welt.

Ich denke immer noch sehr viel über alles Mögliche nach. Hier sind deshalb alle Menschen willkommen, die Lust an einem regen Austausch zu einer Vielzahl tiefsinniger Themen haben.

Die übermäßige Sensibilität, die in dieser Gruppe oftmals herrscht, dürfen wir nicht als Schwäche sehen. Diese Sensibilität müssen wir als große Stärke begreifen. Sie befähigt uns, uns in unsere Mitmenschen hineinzuversetzen und zu helfen.

Zugegebenermaßen habe ich das lange nicht so gesehen. Ich habe diese weiche, sensible Seite an mir oftmals verteufelt. Ich machte unter anderem diese Sensibilität für meine Panikattacken, die Angst vor der Angst, die Hypochondrie und die Angststörung verantwortlich.

Mir ist ganz wichtig zu erwähnen, dass diese Seiten kein Ersatz für eine Therapie sein können. Siehe diesen Blog vielmehr als sinnvolle Ergänzung an. Ich bin kein Psychologe, Psychiater oder Psychotherapeut, sondern lediglich interessierter Laie und (ehemaliger) Betroffener. Dennoch möchte ich noch einmal betonen, wie sehr es zu meiner Genesung beigetragen hat, mich mit Menschen, die eine ähnliche Problematik aufweisen, austauschen zu können.

Jeder psychisch Kranke ist übrigens weit mehr als nur die Krankheit an sich. Wenn Du derzeit mit Panikattacken, der Angst vor der Angst, oder Angststörungen zu kämpfen hast, eine soziale Phobie hast, unter Depressionen oder einem Burnout leidest, wenn auch Du momentan Angst vor der Angst hast: Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass man mit diesen Dingen schon allein genug beschäftigt ist und Dir alle Energie raubt!

Aber: Du bist weit mehr als nur diese Krankheit und solltest Dich nicht ausschließlich damit beschäftigen.

Und auch, wenn es Dir im Moment vielleicht unmöglich erscheint: Du wirst wieder gesund! Dazu ist es jedoch wichtig, sich mit den wirklich wichtigen Dingen zu beschäftigen. Herauszufinden, welche Dinge das sind, halte ich für enorm wichtig. Auch dabei bin ich Dir gerne behilflich.

Ich behaupte, dass wir uns deshalb nicht nur mit Themen wie Panikattacken, der Angst vor der Angst, Depressionen, Hypochondrie usw. beschäftigen sollten. Das ist nur ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Genesung.

Lass uns also auch über andere Dinge reden!

  • Warum ist die Welt so wie sie ist?
  • Wie können wir diese besser machen?
  • Was bewegt Menschen so oder so zu handeln?
  • Warum verfliegt die Zeit rasend schnell?
  • Wie kommen wir mit dem Altern klar?
  • Wie können wir im Hier und Jetzt leben?

Diese Fragen stehen nur beispielhaft für eine Vielzahl möglicher Fragen. Selbstverständlich muss man nicht unter Panikattacken leiden, um sich mit solchen Fragen zu beschäftigen. Deshalb soll es in diesem Blog auch nicht nur um Panikattacken, Angststörungen, der Angst vor der Angst, Hypochondrie, Burnout oder Depressionen gehen.

Ich möchte Dich einladen, diesen Blog aktiv mitzugestalten! Teile uns mit, was Dich beschäftigt, stelle  Fragen. Schildere Deine Erlebnisse und gib anderen Betroffenen Tipps.

Ich freue mich auf Dich!

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  1. Ben
    2 Tagen ago

    Hallo zusammen!
    Ich bin froh, dass ich nicht alleine auf der Welt bin, mit meinen Problemen. Was ich auf dieser Seite gelesen habe hat mich schon sehr aufgemuntert! Ich bin 19 Jahre alt und bin Hypochonder mit Panikstörung. Seit ich jung bin habe ich Angst vor Krankheiten aller Art. Früher war es Angst vorm Erblinden oder vor exotischen Krankheiten wie Ebola (Mit 11 habe ich etwas dazu im Fernsehen gesehen, danach war ich überzeugt ich sei infiziert).
    Eigentlich dachte ich, ich hätte das schlimmste hinter mir. Doch seit einigen Wochen habe ich wohl einen Rückfall meiner Hypochondrie. Ich hatte Schulterschmerzen, ohne ersichtlichen Grund. Und da ich kurz zuvor von Pancoast Tumoren gehört hatte, war ich überzeugt ich hätte einen.
    Zudem musste ich am Tag darauf zum ersten Mal seit ewigkeiten früh raus, nachdem ich fast ein Jahr praktisch arbeitslos war. Ich wurde also aus meinem Schlafrhythmus gerissen. Seitdem bin ich jeden Tag müde, seit einigen Tagen kommt auch immer wieder diese Depersonalisierung/Derealisierung. Diese macht mir dann wieder Angst krank zu sein. Ich habe wieder Angst vor Gehirntumoren, angst vor plötzlicher Amnesie… fast jeden Abend habe ich eine Panikattacke. Wenn ich nicht schlafen kann stöbere ich hier im Blog, lese Artikel und Kommentare. Die beruhigen mich irgendwie. Trotzdem habe ich Angst. Ich habe auch Angst, dass diese Derealisation nicht mehr weg geht. Die Tage gehe ich zum Arzt, vorsorglich. Ich weiß nicht was ich mit meinem Kommentar hier bezwecken möchte, aber es tut gut ein bisschen über meine Probleme zu schreiben.
    Ich möchte mich bedanken, dass es diesen Blog gibt. Ich weiß nicht wie viele Leute hier noch aktiv sind und regelmäßig reinschauen, aber auch alte Kommentare helfen mir. Die Probleme ändern sich ja nicht mit der Zeit.

    Liebe Grüße und behaltet immer einen Klaren Kopf! ;)


    • Sebastian
      1 Tag ago

      Hallo Ben,
      zunächst einmal schauen mehrere Hundert Leute pro Tag hier vorbei. Dabei erhalte ich weit mehr E-Mails als Kommentare gepostet werden. Dabei kann man selbst einen Namen vergeben und auch die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Damit möchte ich einfach mehr Leute ermutigen, hier zu posten. Ihr könnt das vollkommen anonym tun.
      Kommen wir jetzt aber zu Deinem Problem. Die Derealisation ist ein typisches Angstsymptom. Es fällt oft schwer, sich auf seine Umwelt zu konzentrieren, wenn man so sehr mit sich selbst beschäftigt ist. Ich kenne das selbst: Man hat Angst verrückt zu werden und sich selbst zu verlieren. Das kann soweit gehen, dass man sich fragt, wer einen gerade überhaupt aus dem Spiegel anschaut. Ich möchte Dir hiermit ein wenig die Angst davor nehmen. Millionen Menschen kennen das.

      Man muss sich erst einmal daran gewöhnen, wenn man plötzlich früher aus dem Bett muss. Man ist müde und fühlt sich manchmal wie in einer Nebelglocke. bei Menschen mit einer Angststörung wird das gerne dramatisiert, wie so vieles. Man vermutet irgendetwas schlimmes dahinter, statt einfach mal hinzunehmen, dass man erschöpft ist. Mit der Zeit wirst Du Dich daran gewöhnen und fitter sein. Es gibt aber auch Menschen, die morgens einfach müde sind. Man spricht von den sogenannten “Eulen”, die im Gegensatz zu den “Lerchen” das frühe Aufstehen nicht lieben. Ich gehöre auch zu diesen “Eulen”. Morgens bin ich müde und es wird im Laufe des Tages besser. Am späten Nachmittag bin ich am leistungsfähigsten. Das ist nun einmal so und ich akzeptiere das.

      Hinzu kommt natürlich, dass die Angst kraftraubend ist und Dich noch müder werden lässt. Du siehst die Müdigkeit als Ursache irgendeiner Krankheit an, bekommst wieder Angst, wirst müder usw. – ein Teufelskreis.

      Zusammenfassend möchte ich Dir sagen, dass jeder Mensch – auch ohne Angststörung – dieses Gefühl der Unwirklichkeit kennt, das manchmal mit Müdigkeit einhergeht. Das ist also NORMAL und keine Krankheit. Versuche dem Ganzen nicht soviel Bedeutung beizumessen.

      Und es freut mich, dass Dich die Artikel und Kommentare hier beruhigen. Ich versuche auch, ein wenig die Angst zu nehmen. Schön, wenn das manchmal gelingt. ;-)


  2. Andi
    2 Tagen ago

    Hi
    Ich habe anfang Februar eine Panikatacke bin dann in die Notaufnahme dort wurde EKG und Blut test alles okay.
    Danach war 2 wochen alles super, auf einmal nachts um 3 fing es an herzklopfen hitzewallungen und und und.
    Wieder in die Notaufnahme sehr unfreundliche frau fragte mich was sie jetzt machen sollte sie kann es nicht ändern, danach wsr alles anders keine Lebensfreude mehr nachdenklich bauchschmerzen rückenschmerzen und nachtschweis, bin zu meinem Hausartzt habe fast geweint bei ihm er hat mir opipramol verschrieben die ich dann auch nahm, Besserung eigentlich nur das ich besser schlafe,hatte immer angst totkrank zu sein. Danach wurden Mrt kopf, mrt bauch, Darmspieglung und Magenspieglung diverse Bluttests, lactose fructose test alles ohne Befund. Dann hab ich citalopram bekommen hab bis 40mg war trotzdem alles scheisse jetzt hab ich alles abgesetzt geht mir zwar besser aber immer noch keine lebensfreude, schmerzen an arme und Beinen, Psychologen bekommt man keinen platz. Könnte echt kotzen denke immer ich sterbe. SORRY für die schreib fehler bin mit dem Handy on:)


    • Sebastian
      1 Tag ago

      Hallo Andi,
      zunächst einmal klingt tatsächlich alles nach dem Beginn einer Angststörung. Du bist ja ausreichend untersucht worden und kannst Dir relativ sicher sein, dass nichts Körperliches dahinter steckt. Wenn man Panikattacken hat, kommt es häufig zu der Befürchtung, man müsse sterben. Die Symptome einer Panikattacke werden fehlinterpretiert. Dabei sind Herzklopfen und Hitzewallungen typische Panikattacken-Symptome. Auch Rückenschmerzen beispielsweise sind durch die mit der Angststörung einhergehenden Verspannung zu erklären.
      Ich halte es zunächst für wichtig, dass man sich klar darüber wird, dass die Beschwerden keine körperliche Ursache haben. Eine Therapie ist sicher eine gute Idee. Lasse Dich bei verschiedenen Therapeuten auf die Warteliste setzen und kontaktiere zudem Deine Krankenkasse. Dort kann man womöglich dafür sorgen, dass Du schneller einen Therapieplatz bekommst.