Wie Du die Angst vor dem Tod besiegen kannst

Angst vor dem TodSeitdem es den Menschen gibt, existiert die Angst vor dem Tod, auch Thanatophobie genannt. Der Mensch ist die einzige Spezies, die im Bewusstsein lebt, eines Tages gehen zu müssen. Und da wir nicht wissen, ob und wie es danach weitergeht, ist diese Furcht verständlich und nachvollziehbar.

Problematisch wird es dann, wenn die Gedanken immer wieder um dieses Thema kreisen und die Angst vorm Tod unser Leben maßgeblich beeinflusst.

Hier soll es darum gehen, wie Du die Angst vor dem Tod verlieren kannst – wie lässt sich die Angst vorm Tod besiegen?

Angst vor dem Tod der Eltern

Meine ersten Erfahrungen mit dem Tod machte ich im Alter von 4 Jahren. Meine Großeltern starben kurz hintereinander und ich erkannte, dass sie nun weg sind. Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich das seltsam fand. Ich konnte mir das einfach nicht vorstellen. So richtig schmerzlich war das damals allerdings noch nicht.

Im Alter von sieben Jahren ist mein Kaninchen gestorben. Es hatte Krebs und musste eingeschläfert werden. Ich habe unheimlich getrauert und viel geweint, die Trauer allerdings nach einigen Tagen überwunden.

Doch dann stellte sich die Angst ein – die Angst vor dem Tod der Eltern. Mir wurde bewusst, dass wir alle einmal gehen müssen und mir war klar, dass meine Eltern vor mir sterben würden, wenn alles normal läuft.

Ich kann mich daran erinnern, dass ich zu dieser Zeit immer wieder weinend zu meinen Eltern gegangen bin und gesagt habe: „Ich habe Angst davor, wenn Ihr mal tot seid!“

Meine Eltern haben mich dann getröstet und mir gesagt, dass das noch lange dauern werde. Irgendwann war diese Angst nicht mehr so präsent, ich habe mich damit nicht mehr so sehr beschäftigt und doch war die Angst unterschwellig immer ein wenig da.

Als ich 15 Jahre alt war, ist mein Vater plötzlich an einem Herzinfarkt verstorben und meine Angst somit Realität geworden. Wie Du in meinem Buch „Exfreundin Angst“ lesen kannst, hat mich der plötzliche Tod meines Vaters immer irgendwie geprägt.

Das war natürlich schlimm für mich, ich habe jedoch auch gelernt, dass es anschließend weitergeht.

Und das möchte ich Dir an dieser Stelle bereits mit auf den Weg geben, wenn Du Angst vorm Tod der Eltern hast.

Wenn alles normal läuft, werden Deine Eltern vor Dir sterben. Auch wenn Du traurig und verzweifelt sein wirst. Du kannst darüber hinwegkommen und es geht weiter!

Und da bin ich mittlerweile selbst Vater bin, kann ich mit absoluter Gewissheit sagen, dass Eltern sich genau das wünschen. Dass es weitergeht und dass es Dir gut geht.

Die Angst vor dem Tod

Die Angst vor dem Tod existiert seit Menschengedenken. Wie ein unangenehmer Schatten begleitet uns die Gewissheit, dass wir eines Tages sterben werden. Wir wollen das nicht, können uns das nicht vorstellen und haben verständlicherweise Angst vor dem Tod.

Anders als viele andere Ängste, die bei den verschiedensten Formen der Angststörung auftreten, ist die Angst nicht unbegründet. Schließlich wissen wir nicht, ob und wie es danach weitergeht oder wie es sich anfühlt, zu sterben.

Die Angst vor dem Tod ist also auch die Angst vor dem Unbekannten. Und es liegt in der Natur des Menschen, dass wir uns vor dem fürchten, was wir nicht kennen.

Gläubige Menschen können sich damit trösten, dass es ein Leben nach dem Tod gibt. Doch selbst religiöse Menschen haben Angst vor dem Tod, da sie eben nicht genau wissen, ob es weitergeht.

Interessanterweise haben auch nicht religiöse, stark wissenschaftlich orientiere Menschen, die sich sicher sind, dass unsere Existenz mit dem Tod endet, weniger Angst vor dem Tod als Menschen, die sich noch nicht endgültig damit auseinandergesetzt haben.

Daher macht es Sinn, dass Du Dich mit dieser Thematik auseinandersetzt.

In unserer heutigen Zeit wird das Thema oft verdrängt. Es ist ein Tabuthema, über das niemand gerne spricht. Um Ängste zu verlieren oder auf ein normales Maß zu reduzieren, ist es notwendig, sich dieser Angst zu stellen.

Dass klingt auf den ersten Blick unmöglich. Schließlich kann man nicht mal eben sterben, um zu schauen wie das so ist. Wie uns das trotzdem gelingen kann, werden wir gleich besprechen.

Woher kommt die Angst vor dem Tod?

Der Tod ist eine große Unbekannte und daher verwundert es nicht, dass uns das Ganze Angst macht. Du solltest darüber hinaus in Worte fassen, was genau Dir ganz persönlich so große Angst macht.

Ist es die Angst, einfach nicht mehr zu sein? Ist es die Angst vor dem Sterben an sich?

Kann es nicht auch sein, dass wir uns deshalb davor fürchten, weil wir das Gefühl bekommen, nicht unser volles Potential auszuschöpfen? Weil wir vielleicht nicht das Leben führen, das wir uns wünschen – das Leben, wovon wir eigentlich träumen?

Und plötzlich wird uns klar, dass wir nur dieses eine Leben haben und das macht uns Angst. Diese eine Gelegenheit, unser Leben nach unseren ganz persönlichen Wünschen zu gestalten, zu verpassen.

Die gute Nachricht lautet, dass Du daran – zu jedem Zeitpunkt – etwas verändern kannst. Werde Dir klar darüber wie Du den Rest Deines Lebens leben möchtest und setze ALLES daran, um diese Träume in die Tat umzusetzen.

Selbst, wenn nicht alles klappen sollte. Es ist immer besser zu scheitern, als es nie versucht zu haben.

Ich habe Angst wie es den anderen dann geht

Dieser Blog befasst sich schwerpunktmäßig mit Angststörungen. Dazu gehört auch die Angst vor Krankheiten – auch Hypochondrie genannt, unter der ich selbst jahrelang gelitten habe.

Die Angst vor Krankheiten resultiert oft aus der Angst vor dem Tod und so bekomme ich häufig E-Mails von Menschen mit Hypochondrie, die mir schreiben:

„Ich habe hauptsächlich Angst vor dem Tod, weil ich daran denke, was meine Lieben dann durchmachen müssen.“

Oft sind das Eltern, die sich darum sorgen, ob ihre Kinder damit zurechtkommen würden.

Dann sage ich das, was ich als Kind, der ein Elternteil verloren hat, selbst erfahren habe.

„Es wird schlimm für sie sein, doch sie werden darüber hinwegkommen und es wird für sie weitergehen“. Und davon bin ich felsenfest überzeugt.

Robert Frost hat es treffend ausgedrückt: „Es gibt drei Wörter, die alles zusammenfassen, das ich über das Leben gelernt habe: Es geht weiter.“

Was können wir nun tun, um die Angst vor dem Tod zu überwinden?

Die Angst vor dem Tod akzeptieren

Es gibt Dinge in unserem Leben, die uns nicht gefallen. Haben wir einen Einfluss darauf, so können und sollten wir nach einem Weg suchen, um diese zu verändern.

Wann immer es aber etwas in unserem Leben gibt, was wir nicht ändern können, sollten wir es akzeptieren. Akzeptanz heißt nicht unbedingt, dass wir etwas gutheißen. Akzeptanz heisst einfach nur, offen und ehrlich anzuerkennen, dass es so ist, nach dem Motto:

„Okay, es gefällt mir nicht, aber so ist es nun einmal.“

Und es ist vollkommen in Ordnung, im ersten Moment zu weinen, zu schreien und zu toben. Der Schmerz, den wir erleben, wenn wir uns diese Tatsache vor Augen halten, scheint überwältigend zu sein. Doch dieser Schmerz wird vergehen.

Dafür müssen wir ihn aber erst einmal zulassen, ansonsten zwickt es und sticht es die ganze Zeit und hält Dich somit vom Leben ab.

Problematisch ist es vor allem, wenn wir den Tod leugnen und immer beiseite schieben. Dann können wir die Angst vor dem Tod nicht überwinden.

Schlimm ist es auch, ständig damit zu hadern und dagegen anzukämpfen.

Es bringt ohnehin nichts. Egal, wie sehr Du dagegen kämpfst: DU KANNST DARAN NICHTS ÄNDERN. Und indem Du Dich innerlich gegen diesen Gedanken wehrst, machst Du ihn nur stärker.

Daher ist die Akzeptanz dieser unangenehmen Tatsache unausweichlich, um die Angst vor dem Tod besiegen zu können.

Erst mit der vollkommen Akzeptanz können wir die Angst vor dem Tod loslassen – zumindest soweit, dass diese uns nicht weiter beeinträchtigt.

Das Todesritual – Angst vor dem Tod verlieren

Wir verdrängen meist, dass unser Leben endlich ist, obwohl wir das selbstverständlich wissen. Wenn man seine Ängste unterdrückt, drängen diese nach einer gewissen Zeit noch stärker an die Oberfläche.

Ich habe gesagt, man kann sich der Angst vor dem Tod nur schwer stellen, da man ja nicht mal eben kurz sterben kann, um zu sehen, wie das so ist. Aber es gibt trotzdem eine Möglichkeit, wie Du das Ganze machen kannst.

Ich habe es schon angedeutet. Ich hatte große Angst vor Krankheiten. Jedes Stechen, Ziehen und Kribbeln habe ich als Beweis für eine schwere Krankheit angesehen: Krebs, Multiple-Sklerose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen…

Ich habe ständig im Internet recherchiert, um Ursachen für verschiedene Symptome zu finden und war immer wieder beim Arzt.

Diese Hypochondrie hat mein Leben extrem beeinträchtigt. Daneben habe ich an einer Panikstörung gelitten und mir um alles und jeden große Sorgen gemacht.

Aufgrund dieser schweren Angststörung bin ich irgendwann in eine psychosomatische Rehaklinik gegangen.

Der Chefarzt vermutete, dass meine Angst vor dem Tod Ursache für meine Hypochondrie war. Deshalb schlug er mir vor, ein so genanntes Todesritual durchzuführen. Dazu sollte ich mich in einen Steinkreis setzen und mich gedanklich in die hypothetische Situation versetzen, nur noch wenige Tage zu leben zu haben.

Ich sollte in Gedanken meine letzten Gespräche durchspielen, meine letzten Tage auf Erden planen und mir sogar ausmalen, was auf meinem Grabstein stehen sollte.

Ich nahm diese Herausforderung an. Das alles mag sich zunächst schlimm anhören und ich muss zugeben, dass die Durchführung dieses Todesrituals nicht ganz ohne war.

Letztlich war es für mich jedoch weitaus weniger schlimm als ich zuvor erwartet hatte. Ich erlangte dabei für mich extrem wichtige Erkenntnisse.

Diese Erfahrung war für mich sehr wertvoll. Obwohl ich im Nachhinein der Meinung bin, dass meine Angst vor dem Tod nicht die Ursache für meine Hypochondrie war, war es wichtig für mich, sich die Endlichkeit des Lebens einmal bewusst zu machen.

Das Todesritual und die dabei gewonnenen Erkenntnisse beschreibe ich ausführlich in meinem Buch „Exfreundin Angst“. Wenn Dir die Angst vor dem Tod zu schaffen macht, möchte ich Dir dieses Buch gerne ans Herz legen.

Du erfährst mehr darüber, wenn Du hier klickst.

Abschließende Anmerkungen

Die Angst vor dem Tod kannst Du überwinden, indem Du Dir zum einen klar darüber wirst, weshalb genau Du so große Angst davor hast. Wenn sich herausstellt, dass Du derzeit nicht das Leben führst, das Du Dir wünschst, dann solltest Du daran schleunigst etwas verändern.

Ansonsten hilft die bedingungslose Akzeptanz der Tatsache, dass der Tod zum Leben dazu gehört. Du solltest Dich eingehend damit befassen und den Tod als Teil des Lebens wahrhaftig akzeptieren, auch wenn Dir diese Tatsache nicht gefällt.

Dann kannst Du die Angst loslassen und Dich wieder dem Leben widmen.

Es bringt jedenfalls nichts, damit ständig zu hadern oder dagegen anzukämpfen. Das macht die Angst nur stärker. Über die Akzeptanz kannst Du die Angst vorm Tod schließlich loslassen – zumindest soweit, dass sie Dich nicht länger einschränkt.

Denn eines ist und bleibt so: Der Tod ist eine große Unbekannte und das macht uns einfach immer ein wenig Angst und so ist der Ausdruck „die Angst vor dem Tod besiegen“ ein wenig irreführend.

Ein wenig Angst lässt sich kaum vermeiden und das ist auch vollkommen in Ordnung, solange sie Dich nicht davon abhält zu leben.

LASS NICHT ZU, DASS DIE ANGST VOR DEM TOD DEIN LEBEN BESTIMMT!

Denn jetzt lebst Du. Jetzt bist Du hier. Also genieße die Zeit, die Dir hier auf Erden bleibt.

Abschließend möchte ich Dir noch einen Spruch mit auf den Weg geben, der mir bei Facebook untergekommen ist: Eines Tages wirst du sterben – Aber an allen anderen Tagen nicht!

Ich hoffe, Dir wird dieser Beitrag helfen, die Angst vor dem Tod ein wenig zu verlieren. In jedem Fall würde ich mich über einen Kommentar von Dir freuen.

Weitere Beiträge, die sich mit der Angst vor dem Tod befassen:

Vala Morghulis
Poisel hat Angst vor dem Tod
Hereafter – Das Leben danach

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25 Kommentare

  1. Andrea Knipp sagt:

    Es hat mir so gut getan diesen Blog zu lesen.
    Hatte einen heftigen Traum vom Tod u setze mich jetzt damit auseinander .
    Das Leben ist schön u mit dem Tag unserer Geburt gehört der Tod zum Leben dazu.
    Das zu akzeptieren gilt es ,das ist schwer u dann das Leben ganz zu genießen,jeder Augenblick ist kostbar .

  2. detlef sagt:

    Auf einer Seite ist es Schön das es Menschen nicht alleine so geht….Aber warum so vielen….Ich trage meine Ängste seit der Kindheit rum vieleicht zu gar schon im Bauch…Oder vieleicht vererbt…..Dazu noch hochsensibel….danke für deine Gedanken

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