Angststörung – Was können Angehörige tun?

Es ist im Grunde unmöglich, wirklich nachzuvollziehen, was Menschen mit einer Angststörung durchmachen, wenn man diese Angstzustände und Panikattacken nicht selbst erlebt hat. Ich hoffe, dass der erste Teil dazu beigetragen hat, ein bisschen besser zu verstehen, wie schlimm das für Betroffene ist.

Hier geht es zum ersten Teil der Panikattacken-Tipps für Angehörige.

Doch auch für Sie als Angehörige(r) ist das alles andere als einfach.

Vielleicht fühlen Sie sich oft machtlos. Sie würden gerne helfen, wissen aber nicht, was Sie noch tun sollen. Es fällt Ihnen unglaublich schwer, den anderen so leiden zu sehen. Und gerade wenn es den Partner oder ein anderes Familienmitglied betrifft, mit dem man zusammenlebt, muss man ehrlich sagen: Manchmal nervt das einfach tierisch!

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass ich manchmal unausstehlich war, als ich an dieser Angststörung gelitten habe. Ich war unzufrieden mit mir und meinem Leben. Meine Lebensfreude war verschwunden, ich war unausgeglichen, genervt, müde und manchmal etwas depressiv.

Wenn man ständig Angst und Panikattacken hat, wie ich damals, ist das sicher erklärbar. Und doch kann ich mir sehr gut vorstellen, dass ich manchmal eine Belastung für meine Partnerin war.

Und Sie dürfen auch so ehrlich zu sich selbst sein, sich das einzugestehen. Mit jemandem zusammenzuleben, der eine Angststörung hat, macht das Zusammenleben oft schwierig und manchmal nervt das einfach.

Da freut man sich eigentlich auf den Urlaub und der Partner äußert ständig seine Bedenken, möchte am liebsten gar nicht mehr fahren. Dabei will man den Urlaub so gerne gemeinsam genießen.

Auch für Angehörige ist das also nicht einfach.

Kümmern Sie sich auch um sich

Bevor wir nun dazu kommen, wie Sie Ihrem Partner, Freund, Kollegen, Kind, Eltern- oder Geschwisterteil helfen können, wollen wir besprechen, was Sie für sich selbst tun können.

Tun Sie sich etwas Gutes: Das Zusammenleben mit jemandem, der an einer Angststörung leidet, ist auch für Sie manchmal belastend. Deshalb sollten Sie sich auch um sich kümmern. Seien Sie gut zu sich. Gönnen Sie sich zwischendurch eine Auszeit. Gehen Sie in die Sauna und treffen Sie sich mit Freunden. Tun Sie auch das, was Ihnen Freude bereitet.

Vernachlässigen Sie nicht Ihre Hobbies und anderen Beziehungen: Dieser Punkt schlägt in die gleiche Kerbe. Viele Angehörige neigen dazu, sich selbst zu opfern, um jemandem zu helfen, den man liebt. Schnell vernachlässigt man Hobbies und Beziehungen zu anderen Menschen. Damit tun Sie sich keinen Gefallen. Vernachlässigen Sie Ihre Hobbies und Beziehungen keinesfalls.

Sport und Entspannung: Das Zusammenleben mit jemandem, der an einer Angststörung leidet, ist oft kraftraubend. Sport und Entspannungstechniken tragen dazu bei, die dadurch entstehende Anspannung abzubauen und gibt Ihnen Kraft und Energie zurück. Optimal wäre es, wenn Sie beide in dieser Richtung aktiv werden. Sport und Entspannung sind nämlich auch für Leute mit einer Angststörung sehr empfehlenswert.

Wo sind Ihre Grenzen?: Auch wenn jemand an einer Angststörung leidet, kann sich nicht alles immer nur darum drehen. Gerade als Partner kommt man dabei schnell zu kurz. Sprechen Sie offen darüber, was Sie brauchen. Wo sind Ihre Grenzen?

Das hat nichts mit Egoismus zu tun

Das alles hat übrigens nichts mit Egoismus zu tun. Sie müssen sich auch um sich kümmern, sonst bleiben Sie auf der Strecke. Damit ist ganz sicher niemandem geholfen.

Man kann beispielsweise nicht von Ihnen erwarten, nur noch zu Hause zu hocken, weil der andere Angst hat, wenn er allein ist. Das geht einfach nicht.

Für den Betroffenen selbst ist eine Angststörung schlimm, doch auch für Sie als Angehörige(r) ist die Angststörung eine Belastung. Das dürfen Sie sich eingestehen, ohne dabei in Selbstmitleid zu versinken. Selbstmitleid sollte übrigens für niemanden eine Option sein.

Das wollen wir unter anderem im dritten Teil besprechen. Wie können Sie helfen?

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