Angststörung sinnvoll?

„Was für ein Vollidiot!“

Fluchend saß ich am Steuer meines Autos. Da muss ich schon kilometerweit hinter dieser Schnarchnase herfahren. Als die Ampel grün wurde, pennt der andere Fahrer, fährt dann noch bei gelb über die Ampel und ich muss warten.

Solche Situationen gab es früher täglich. Was habe ich mich aufgeregt.

Heute stehe ich gelassen an der roten Ampel und grinse entspannt vor mich hin.

Was war passiert?

Alles hat seinen Sinn

Irgendwann musste ich erkennen, wie schädlich ein solches Verhalten für mich selbst ist. Um mein Verhalten zu ändern, war nur ein einziger Gedanke notwendig.

„Wer weiß, wofür es gut ist?!“

Vielleicht hätte ich einen Unfall gebaut, wenn diese Schnarchnase mich nicht aufgehalten hätte.

Und damit gelingt es mir sogar, dankbar für diese nervige Warterei zu sein.

Ob das wirklich gut für mich ist, weiß ich nicht. Wer kann das sagen?

Es spielt auch keine Rolle. Wichtig ist einzig und allein, dass es mir damit besser geht.

Ich rege mich nicht mehr auf und treibe meinen Blutdruck damit in ungesunde Höhen. Ich bin entspannter, ruhiger, gelassener. Nur das zählt.

Und es ist doch tatsächlich so, dass wir nie wissen, ob etwas vermeintlich Nerviges nicht vielleicht auf die eine oder andere Weise gut für uns ist.

Und das gilt auch für eine Angststörung. Angst, Panikattacken und den ganzen Mist wollen wir nicht. Man müsste schon ein Masochist sein, um daran Gefallen zu finden.

Vielleicht ist aber selbst so etwas wie eine Angststörung gut für Dich. Vielleicht macht diese psychische Erkrankung zu einem späteren Zeitpunkt sogar Sinn.

Könnte es nicht sein, dass die Angststörung auch Ausdruck eines unerfüllten Lebens ist?

Könnte es nicht sein, dass Du durch die Angststörung dazu gezwungen wirst, Dein Leben zu ändern?

Und ist es dann so schwer zu glauben, dass man im Nachhinein sogar dankbar für so etwas Furchtbares wie eine Angststörung sein kann?

Wenn Du mein Buch „Exfreundin Angst“ gelesen hast, wirst Du verstehen, warum ich heute dankbar für Angstzustände und Panikattacken bin.

Manchmal erkennen wir zumindest im Nachhinein den Sinn für etwas Nerviges, für eine Tragödie, eine Krankheit.

So gibt es eine Vielzahl von Menschen, die dankbar für eine schwere Krankheit sind, nachdem diese überwunden wurde.

Oftmals bleibt uns dieser Sinn im Verborgenen. Doch auch dann kann uns der Gedanke Trost spenden, dass alles irgendwie seinen Sinn hat.
Und dann gelingt es Dir vielleicht auch, die Angststörung in einem anderen Licht zu sehen.

Betrachten wir sie doch auch als etwas Nützliches, etwas Sinnvolles – als etwas, das notwendig ist, damit Du die Kurve bekommst und das Leben findest, das auf Dich wartet.

Die Angststörung ist Deine Prüfung – Deine große Herausforderung.

Alles hat irgendwo seinen Sinn. Dieser Gedanke hilft Dir nicht nur beim Autofahren, sondern in vielen, wirklich schwierigen Situationen Deines Lebens.

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