Der richtige Weg

Was ist der richtige Weg und was hat diese Frage mit psychischen Erkrankungen zu tun? Das werde ich Dir in diesem Artikel näher bringen.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass eine Angststörung in den meisten Fällen auch ein Hinweis darauf ist, dass man sich nicht auf dem richtigen Weg befindet. Von daher kann Angst somit durchaus positive Auswirkungen haben, auch wenn es schwerfällt das zu glauben, wenn Panikattacken, eine generalisierte Angststörung, Hypochondrie oder eine andere psychische Erkrankung Dir momentan das Leben zur Hölle machen.
Wenn Du einmal davon ausgehst, dass die Angst Dir etwas mitteilen will, ist das womöglich schon einmal der erste Schritt zur Genesung.
Oftmals verläuft das Leben nicht so, wie wir uns das vorstellen. Es fällt uns jedoch schwer, etwas zu ändern. Manchmal ist uns nicht einmal bewusst, was genau uns in unserem Leben fehlt.

Alles ist scheiße!

Wir neigen oftmals dazu, zu resignieren und zu sagen „Eigentlich ist alles scheiße“. Das ist in der Regel nicht der Fall. Versuche also herauszufinden, was Dir an Deinem Leben momentan nicht gefällt. Du solltest identifizieren, was genau Dir nicht passt. Wenn Dir das gelungen ist, ist der nächste Schritt, zu überlegen, wie Du etwas ändern kannst. Es gibt nämlich immer eine Alternative. Du musst so nicht leben. Das sollte Dir bewusst sein. Dabei sollte Dich die Frage begleiten „Was brauche ich?“ und nicht „Was will ich?“. Manchmal ist das , was ich will, nicht das, was ich wirklich brauche.

Werde aktiv

Nehmen wir an, Du bist Bürokauffrau und Dir gefällt Dein Job nicht. Dann solltest Du herausfinden, weshalb das der Fall ist. Was genau gefällt Dir daran nicht? Die Tätigkeit an sich, der Chef, die Kollegen, der Arbeitsort. Du solltest immer so genau wie möglich herausfinden, was Dich stört.

Erst dann kannst Du an der richtigen Stelle ansetzen und etwas verändern. Füge Dich nicht Deinem Schicksal.

Bleiben wir bei dem Beispiel mit dem Job. Ist es der Chef oder die Kollegen, so bewirb Dich woanders, gefällt Dir die Tätigkeit nicht, so überlege Dir, was Du stattdessen gerne machen würdest.

Du möchtest nicht mehr als Bürokauffrau arbeiten und stattdessen lieber Krankengymnastin sein? Na dann sieh zu, dass Du diesen Weg gehst. Setze Dich hin und überlege Dir, was Du dafür tun musst. Informiere Dich, mache eine Liste mit den notwendigen Schritten und gehe es an. Werde aktiv, egal ob andere das für dämlich halten, weil Du schon 50 bist. Es ist Dein Leben und die anderen müssen ja auch nicht jeden Tag zu einer Arbeit, die sie hassen.

Das war selbstverständlich nur ein Beispiel. Vielleicht gefällt Dir auch Deine Beziehung nicht, Du hast keine Freunde, Du kommst mit Deiner Figur nicht klar oder was auch immer.

Egal, was letztlich den Ausschlag dafür gegeben hat, dass Du an einer Angststörung oder auch an einer anderen psychischen Erkrankung leidest: Werde aktiv und ändere etwas. Das ist meiner Meinung nach absolut notwendig, wenn Du möchtest, dass es Dir besser geht.

Siehe die Angst als Deinen Freund an, der Dich dazu zwingen will, über Dich und Dein Leben nachzudenken. Sie will Dir etwas Gutes tun. Wenn Du es schaffst, das anzuerkennen, hast Du einen wichtigen Schritt getan.

Die einzelnen Schritte zum richtigen Weg

Hier noch einmal die einzelnen Schritte in der Übersicht:

1.    Siehe die Angst nicht als Deinen Feind an. Sie will Dir helfen Dich mit Dir selbst auseinanderzusetzen.
2.    Was könnte die Angst Dir mitteilen wollen?
3.    Identifiziere, was genau Dich an Deinem Leben stört.
4.    Überlege Dir, was Du wie ändern kannst. Frage Dich, was Du brauchst. Notiere die einzelnen Schritte.
5.    Werde aktiv und setze die einzelnen Schritte nacheinander um.
6.    Lasse Dich von Deinem Ziel nicht abbringen. Probleme sind da um gelöst zu werden.

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16 Kommentare

  1. Liz sagt:

    Hallo,

    dieser Text hat mir ein wenig geholfen, denn offenbar bin ich nicht die einzige, die Angst hat.
    Für mich ist das Gefühl völlig neu und kam völlig unerwartet. Ich stehe am Ende meine Bachelorstudiums und JETZT ist der Zeitpunkt, zu entscheiden, ob es in diesem Studium weitergehen soll. Ich war schon lange nicht mehr so glücklich damit und wollte was anderes, habe mich auch beworben und einen Ausbildungsplatz bekommen. Den will ich aber auch nicht wirklich… glaube ich. Es fällt mir unglaublich schwer, herauszufinden, was ich will und nun läuft mir die Zeit davon. Das bisherige Studium fortsetzen? Ein anderes Studium? Die Ausbildung? Versuchen, mit dem Studienabschluss einen Job zu bekommen?
    Ich weiß es einfach nicht und kann mir selbst nicht mehr vertrauen, da ich jeden Tag etwas andres für das Richtige halte. Ich bekomme immer wieder Angstattacken, sie kommen ganz plötzlich, sobald ich wieder über meine Situation nachdenke. Ich habe Angst, die falsche Entscheidung zu treffen und unglücklich zu werden. Und inzwischen habe ich wohl auch Angst vor der Angst, vor dem Schlecht-Fühlen, vor der Verzweiflung. Ich möchte mich einfach nur mal wieder gut fühlen, mein Ding durchziehen und mein Leben normal weiterleben. Das ist aber momentan überhaupt nicht möglich, da alles von der Frage nach meiner Zukunft überschattet wird. Haben Sie einen Rat für mich?

    Herzliche Grüße

    Liz

    • Sebastian sagt:

      Hallo Liz,

      Deine Situation kommt mir bekannt vor. Versuche Dich von dem Gefühl zu lösen, dass nur eine Entscheidung richtig ist und die anderen damit falsch sein müssen. Natürlich sind das wichtige Weichen, die man sich mit diesen Entscheidungen stellt. Auf der anderen Seite weißt Du nie, wohin Dich Dein Weg führt.

      Nur weil Du Dich jetzt beispielsweise bewirbst und Dich damit fürs Erste für einen Berufsweg entscheidest, bedeutet das nicht, dass Du bis zum Ende Deiner Tage darin arbeiten wirst.

      Ich glaube fest daran, dass Du die Antworten auf Deine Fragen kennst. Entweder findest Du momentan keinen Zugang zu diesen Antworten oder aber Dein Herz sagt Dir etwas anderes als Dein Verstand. Ich bin außerdem der Überzeugung, dass wir nicht ausschließlich Entscheidungen treffen sollten, die vernünftig sind oder vielleicht vernünftig scheinen mögen.

      Wichtig ist, dass Du auf Deinem Weg glücklich bist, wie auch immer dieser aussehen mag und was immer andere davon halten mögen. Nur das ist wirklich vernünftig.

      Auch wenn ich Dir die Entscheidungen nicht abnehmen kann, hoffe ich, Dir mit meinen Zeilen ein wenig zu helfen.

      Beste Grüße.

      Sebastian

  2. Ricardo sagt:

    Hallo

    Ich hab da auch eine Frage zum Thema Angst und zwar ringe ich schon lange mit dem Gedanken die Branche zu wechseln, ich bin seit 8 Jahren auf dem Bau und möchte den Schritt in die Fabrik wagen.
    Nur hab ich Angst mit diesem Schritt ein großen Fehler zu machen da ich zur zeit Alleinverdiener bin und wir erst seit kurzem in ein Haus gezogen sind und ich somit die Lage verschlechtere.
    Trotzdem sehe ich die Chance in der Fabrik mehr Geld, schnellere Aufstiegsmöglichkeiten und bessere Arbeitszeiten (was unseren 3 Hunden zu gute kommen würde) alls auf dem Bau.
    Was kann ich gegen dieser Angst tun und was würden Sie mir raten.

    mfg. Ricardo

    • Sebastian sagt:

      Hallo Ricardo,
      hast Du denn ein konkretes Jobangebot? Wie kommst Du darauf, dass dieser Schritt ein Fehler sein könnte? Ist der Job in der Fabrik unsicherer? Könntest Du eventuell zurück in Deinen alten Job, wenn es im neuen nicht so läuft wie Du Dir das vorstellst?

  3. Stephie sagt:

    Hallo,

    auch ich leide seit Monaten an einer Angststörung, habe angst auf Arbeit zu gehen, obwohl ich dies vorher gern getan habe.Bin nur entspannter wenn meine Kinder und mein Mann zu Hause sind.
    Dennoch gehe ich immer wieder in Situationen, fast täglich, die mir angst machen, wo ich mich unwohl fühle…einkaufen z.b., aber die angst bleibt konstant.Ich sage mir Dinge wie:
    Alles is ok, es passiert mir nix, verschwinde!“Aber sie bleibt da, erst wenn ich raus bin aus dem Kaufhaus, dann geht es wieder.
    Was will mir mein Herz sagen damit?Ich finde einfach nicht die Ursache für diese Angst.Und immer mehr Symptome kommen dazu mit der Zeit.Ich kann den richtigen weg nicht finden, aber ich muss doch wieder arbeiten!Allein der gedanke arbeiten zu gehen löst angst in mir aus.Warum ist das so?Ich kann mich nicht in diese Situation begeben vor angst mein Kreislauf bricht zusammen.
    Warum ist das so?

  4. Heike sagt:

    Danke ,dann weiss ich jetzt Bescheid….das ist eines meiner grössten Probleme,wusste es nicht einzuordnen!

  5. Heike sagt:

    Hallo Sebastian
    Ja das hilft mir auf jeden Fall,genau so haben es auch meine wahren Freunde gesagt…mach was,ändere was…so geht es nicht weiter.Sieh dich an…imer erschöpfter….nur noch müde..gepowert und für den job gelebt..und jetzt singnalisiert mir die Angst wohl genau das….stopp und ändere was,das begreife ich langsam…angefangen hat es damals als meine Mutter starb,da war ich 28 heute bin ich 43,als Kind war ich immer schon sehr ängstlich,weil Alkohol bei uns an der tagesordnung war und Streit…hatte es bisjetzt nach erfolgreicher Therapie geschafft und durch die jetzige erkrankung wird auch die Angst und Attacken wieder geweckt..Kannst du mir noch erklären,was genau mit Schluckbeschwerden gemeint ist bei einer Attacke??Herzliche Grüsse Heike

    • admin sagt:

      Beschwerden beim Schlucken halt. 😉

      Fremdkörpergefühl im Hals, das Gefühl nicht schlucken zu können, trockener Mund, Rachen und Hals…

  6. Eva Wallrath sagt:

    Hallo Sebastian,

    ich leide seit Jahren, mal mehr, mal weniger unter einer generalisierten Angststörung.
    Bevor mir dies bewusst wurde habe ich bereits unzählige Arztbesuche und sogar einen
    Kinikaufenthalt hinter mich gebracht, wo man mich aber auf reaktive Depression behandelte, da unsere Tochter damals an Krebs erkrankt war ( Ihr geht es wieder gut) und man meinen Zustand darauf zurück führte.

    Das Problem, was sich für mich stellt, ist, dass ich nicht weiß, wie ich mich einer
    generalisierten Angststörung stellen soll. Bei Phobien oder einer Panikattacke, kann man den Anlass ( z.B. Höhe) oder die Attacke konkret bearbeiten, aber wo setzt man bei einer GAS an?

    Ich fühle ich den ganzen Tag wie elektrisiert und mein Körper hat ständig neue Symptome für mich parat (Herzklopfen,Schwindel, Reizdarm, Reizblase,allgemeine Verspannungen, Krämpfe in den Waden,Sodbrennen, Zittern….)
    Erstaunlich ist, dass diese Symptome ( natürlich nicht alle gleichzeitig) vermehrt in Situationen auftreten, in denen ich zur Ruhe komme.

    Hast du ( ich dutze jetzt einfach mal so, hoffe das ist in Ordnung?) einen Rat für mich?
    Danke für deine Mühe!

    Eva

    • admin sagt:

      Hallo Eva,

      die generalisierte Angststörung in den Griff zu bekommen, ist sicherlich nicht so einfach. Wenn ein Schicksalsschlag, wie die Erkrankung Deiner Tochter, auftritt und man erlebt hat, wie einem quasi von jetzt auf gleich der Boden unter den Füßen weggezogen wurde, bekommt man erst einmal Angst.

      Man hat keine Macht, keine Kontrolle darüber und letztlich ist es so, dass schreckliche Dinge passieren können, ohne dass wir Einfluss darauf haben. Das gilt es zu akzeptieren, auch wenn es schwerfällt.
      Übermäßige Sorgen verhindern so etwas jedenfalls nicht.

      Eine generalisierte Angststörung führt auch zu ständiger Anspannung. Einen Weg zu finden, zu entspannen, halte ich deshalb für sinnvoll. Das Nervenkostüm ist zum Zerreissen gespannt. Die progressive Muskelentspannung wäre mein Tipp.

      Es ist übrigens nicht ungewöhnlich, dass die Symptome in Ruhephasen verstärkt auftreten. Hier hast Du Zeit, in Dich hineinzuhören, negative Gedanken kreisen zu lassen… Das macht Angst und Angst führt zu Symptomen.

      Schau Dir einmal diesen Artikel über die generalisierte Angststörung an. Vielleicht hilft Dir dieser noch etwas mehr weiter.

      Viele Grüße.

      Sebastian

  7. Heike sagt:

    Guten morgen Sebastian…
    nun bin ich auch zu dieser Seite vorgedrungen und ich muss auch hier wieder sagen..Respekt…ich bin seid gestern abend so nachdenklich geworden,weil alles fast was ich hier lese ….irgendwie…irgendwann auf mich zutrifft und zugetroffen hat….ich bin unglücklich in meinem Job..nicht, weil er keinen Spass macht..aber sehr unterbesetzt… und zu unorganisiert.sehr stressig ist..Management halt…nun stecke ich in der Lebenskrise wie es weitergehen soll nach meinem beg.Burnout,weiss aber das ich das so nicht mehr will…das die Attacken mir was mitteilen wollen,hab ich verstanden,aber mir fehlte der Bezug…auch sie als meinen FREUND anzusehen..und ihnen mal positiv entgegen zu treten…ich habe sie nicht oft…aber gewisse Erscheinungsbilder sind immer wieder vorhanden,habe das nie als Attacke erkannt…bis ich das hier alles gelesen habe…Du machst mir hier sehr viel Mut und dafür danke ich Dir…Herzliche Grüsse H.

    • admin sagt:

      Hallo Heike,

      danke für Deine netten Worte. Es ist natürlich nicht so einfach, eine psychische Erkrankung als Freund anzusehen. Im Grunde ist es paradox. Schließlich will man diese mehr als alles andere loswerden.

      Je mehr man gegen etwas ankämpft, umso mehr Raum nimmt dieses ein. Es hilft, erst einmal zu akzeptieren, dass die psychische Erkrankung momentan zu Dir gehört, einmal ganz wertfrei.

      Wenn man eine Panikattacke hat, gilt im Grunde das gleiche. Wehre Dich nicht dagegen, spüre sie, begrüße sie. Frage sie, was sie Dir sagen will.
      Nehmen wir einmal an, es wäre alles in Ordnung, außer, dass Du unglücklich in Deinem Job bist. Aber Du funktionierst wie eh und je und fragst Dich im Rentenalter, warum Du nichts verändert hast.

      Man ist oft in seinem Alltagstrott gefangen, traut sich nicht, etwas zu verändern und so zu leben, wie man eigentlich möchte (oft aufgrund der Angst vor den Reaktionen seines Umfelds).

      Jetzt kommt ein Freund und rüttelt und schüttelt Dich und sagt: „Verdammt nochmal! Ändere Dein Leben! Das ist nicht der richtige Weg, den Du gehst!“

      Deine erste Reaktion ist: „Hat der nen Knall? Was fällt dem ein, mich so anzufassen?“ Du warst richtig erschrocken. Diese Prozedur wiederholt sich unzählige Male. Der Typ geht Dir richtig auf die Nerven, er hört auch nicht auf damit, bis Du reagierst.

      Dieser Freund gibt Dir nun aber den Tritt in den Hintern, den Du brauchst, Du änderst etwas und wirst letztlich glücklicher. Du bist Deinem Freund unendlich dankbar dafür, obwohl Du ihn zwischendurch richtig gehasst hast!

      Dieser Freund stellt sich im Nachhinein als der beste Freund heraus, den Du je hattest. Er hat das nur gemacht, weil Du die leisen Ratschläge, das Flüstern, mit dem Dir gesagt wurde: „Das ist nicht der richtige Weg“ einfach ignoriert hast.

      Im Endeffekt bist Du Deinem Freund unendlich dankbar. Vielleicht helfen Dir diese Gedanken, Panikattacken, Burnout-Syndrom und was auch immer als Freund anzusehen.

      Viele Grüße.

      Sebastian

  8. Linda sagt:

    Hallo Sebastian,

    vielen vielen Dank für deine Seite.
    Ich leide seid über 5Jahren an einer Angststörung, sie hatte damals nach dem zweiten Semester meines Studiums in der Ferien begonnen. ich habe seid dem erste eine Gesprächstherapie und dann nach meinem Umzug eine Verhaltenstherapie gemacht. Die Gesprächstherapie erbrachte kaum Erfolg. Nach der Verhaltenstherapie konnte ich zumal wieder Autofahren. Seid einem Jahr geht das nun aber auch nicht mehr.
    Du beschreibst das man seinen Weg finden soll, nur find ich das überhaupt nicht einfach. ich kann nicht herausfinden warum ich an angst und Hypochondrie leide.

    Wie kann ich die Ursache herausfinden?

    Viele Grüße Linda

    • admin sagt:

      Hallo Linda,

      danke für Deinen Kommentar. Es ist natürlich nicht so einfach, herauszufinden, weshalb man an einer Angststörung erkrankt ist.
      Die oben genannten Schritte könnten Dir vielleicht helfen, wobei es die eine Patentlösung leider wohl nicht gibt. Ich habe mit einer stationären Therapie Erfolg gehabt.
      Sicherlich ist es nicht immer einfach, seinen Weg zu finden. Es ist meiner Meinung nach jedoch oftmals so, dass man sich nicht auf dem richtigen Weg befindet, wenn eine Angststörung sich bemerkbar macht.

      Du schreibst, alles hat nach dem zweiten Semester angefangen. Vielleicht willst Du etwas völlig anderes studieren oder was ganz anderes machen und Du machst das nur, um Anerkennung zu bekommen, lässt Dich also fremdsteuern. Eigentlich willst Du etwas anderes machen, aber Du gestehst Dir das selbst nicht ein. Das wäre jetzt nur eine Beispiel und muss in Deinem Fall keinesfalls zutreffen.

      Frage Dich jedoch einmal, was Du mit Deinem leben anfangen würdest, wenn Du keine Familie, keine Freunde, keine Angehörigen hast…niemanden, den Du zufriedenstellen müsstest. Was würdest Du dann machen? Würdest Du Dein Leben so leben, wie Du es momentan tust?

      Das wäre schon einmal ein Ansatz, um herauszufinden, was Dein Weg ist. Dein Herz kennt diesen Weg. Es ist allerdings oftmals so unheimlich schwer, darauf zu hören, da man oftmals nicht wahrnehmen möchte, was es einem sagt. Höre in Dich hinein, nimm Dir einmal einen ganzen Tag lang Zeit dafür, brich bei Sonnenaufgang auf mit einer Frage im Gepäck wie beispielsweise „Was will ich wirklich?“ und marschiere einen ganzen Tag lang durch die Natur und höre darauf, was Dir Deine innere Stimme für Antworten gibt und vor allem, wehre Dich nicht dagegen.

      Vielleicht siehst Du dann ein weniger klarer.

      Schreibe doch ein wenig mehr von Dir. Welche Form von einer Angststörung hast Du genau?

      Viele Grüße.

      Sebastian

    • Linda sagt:

      Hallo Sebastian,

      ja ich habe das schon oft gehört mit dem falschen und richtigen Weg und ich habe mir auch schon oft Gedanken gemacht was falsch sein könnte. oft habe ich auch gehört, dass es mit der Kindheit zusammen hängen könnte. Keine Liebe und Zuneigung uns so. Das würde auch auf mich zutreffen. Damals als ich meine erste Panikattacke bekam war das in den Semesterferien, da war ich zu Hause. Aber mittlerweile habe ich keinen Kontakt mehr zu meiner Mutter und es ist dennoch nicht besser geworden. Also liegt vielleicht doch nicht daran.
      Eigentlich macht mir mein Job schon Spaß, ich wüsste auch gar nicht was ich sonst arbeiten sollte. Ich weiß nicht was mir liegt.

      Was war denn damals dein falscher Weg? Was hast du geändert?

      Ich leide wohl an einer generalisierten Angststörung , manchmal mit Depressionen und Hypochondrie. Ständig denke ich, dass ich etwas habe oder das etwas passieren wird. Dazu habe ich den ganzen Tag körperlich Symptome wie Schwindel, verschwommen Sehen, Taubheitsgefühle in Arm und Bein, Schmerzen linker Arm usw.

    • admin sagt:

      Hallo Linda,

      naja, man kann ja herausfinden, was einem liegt, indem man verschiedene Dinge einfach mal ausprobiert. Nicht selten gehen wir davon aus, bestimmte Dinge nicht zu können, obwohl wir es noch nie versucht haben. Mit der Arbeit war ja auch nur ein Beispiel. Vielleicht ist diesbezüglich alles in Ordnung bei Dir.

      Das mit den körperlichen Symptomen kenne ich nur zur Genüge. Ich gehe mal davon aus, dass Du es zumindest einmal abchecken lassen hast. Es ist ja nicht immer nur die Psyche die Ursache. Meine Schwester hatte ähnliche Symptome und bei ihr wurde Borreliose festgestellt. Ein paar Wochen Antibiotika und dann war gut. Wenn Du jedoch eingehend untersucht worden bist, sind die Symptome vermutlich psychisch bedingt.

      Was ich geändert habe? Das ist in 4,5 Sätzen nicht zu beschreiben. Allerdings kommt mein Buch bald heraus, welches ich zu diesem Thema geschrieben habe. Zusammenfassend kann man sagen, dass ich eine sensiblere Seite an mir nie zulassen wollte. Zudem war mein Leben, wie es anderen in meinem Umfeld so vorschwebte, einfach nicht meines. Ich musste mich davon lösen, wollte insgeheim kein Leben mit Bürojob, jeden Tag von 8 bis 17 Uhr arbeiten etc. Ich musste also in verschiedenen Bereichen etwas ändern. Ganz wichtig war darüber hinaus, aktiv zu werden! Es genügt ja nicht herauszufinden, was man nicht will, sondern man muss auch schauen, was man stattdessen möchte.

      Dann geht es darum, einen Plan zu erstellen, wie man das erreicht.

      Ich hatte das Problem nicht, das Du während Deiner Kindheit beschreibst. Allerdings ging es bei vielen Menschen, die ich kennen gelernt habe und die Ähnliches durchgemacht haben, auch darum, den Eltern zu verzeihen. Nicht für sie, sondern für Dich. Vielleicht solltest Du für Dich einsehen, dass Deine Mutter Dir soviel Liebe gegeben hat, wie es ihr möglich war. Ist wieder nur eine Vermutung.

      Viele Grüße.

      Sebastian

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