Warum Du Dich nicht gegen die Angst wehren solltest

Jeder, der bereits einmal die volle Härte einer Panikattacke verspürt hat, weiß, wie schlimm diese ist. Panikattacken machen Angst. Betroffene haben Angst vor einem Herzinfarkt, Ohnmacht, Angst vor Kontrollverlust oder davor, verrückt zu werden.

Kein Wunder, dass man versucht, sich gegen die Attacken, gegen diese pure Angst, zu wehren. Man möchte sie einfach nicht haben, will sie loswerden und würde fast alles dafür tun, wenn sich die Angst nur zurückziehen möge.

Heiße die Angst Willkommen

Das Wehren gegen die Angst ist eine natürliche Reaktion. Es ist normal. Niemand will das. Kein Mensch hat gerne eine Panikattacke.

Genau das ist jedoch der falsche Ansatz. Du solltest Panikattacken als Teil Deines Selbst annehmen, als etwas, das momentan einfach zu Dir gehört, als etwas Ungefährliches.

Wehre Dich nicht dagegen. Versuche Dich vielmehr auf die Panikattacken einzulassen. Sprich mit Deiner Angst, begrüße sie und heiße sie willkommen.

»Der spinnt doch«, magst Du jetzt vielleicht denken. Das Gleiche habe ich auch gedacht, als der Chefarzt der psychosomatischen Klinik, in der ich zu Gast war, mir diesen Rat gegen hat.

Es ist nicht ganz so einfach, das hinzubekommen. Schließlich möchte man Panikattacken schließlich loswerden und nicht willkommen heißen. Es dauert seine Zeit, bis man dazu in der Lage ist, aber es lohnt sich enorm, darauf hinzuarbeiten.

Die Angst steckt in Dir

Die Angst ist nicht Dein Feind, sie ist nicht Dein Gegner, kommt nicht von Außen. Die Angst kommt aus Dir, sie ist in Dir. Das bist Du. Das ist wichtig zu verstehen.

Immer wieder erkläre ich, wie Panikattacken zustande kommen, was genau dabei geschieht, was man unter der Angst vor der Angst versteht usw.

Das alles hat einen guten Grund. Ich halte es für wichtig, dass man versteht, was bei Panikattacken mit den Betroffenen geschieht. Das führt nämlich dazu, dass man Panikattacken auf einer anderen Ebene begegnen kann, der Betroffene weniger Angst verspürt.

Auf diese Weise kann es mit der Zeit gelingen, sich tatsächlich auf die Angst einzulassen, diese zu begrüßen und mit der Zeit sogar ein wenig zu mögen.

Wenn Dir das gelingt, hast Du Deine Panikattacken bereits so gut wie besiegt und zwar vollkommen ohne, dass Du dagegen ankämpfen musstest.

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2 Kommentare

  1. Stefan sagt:

    Das schöne an der ganzen sache ist das man seine Angst selbst steuern kann.
    Wenn man eine Panikattacke hat und wirklich mit aller Gewalt ruhig weiteratmet und an irgendetwas schönes denkt (soweit das nunmal möglich ist) wird der Angstpegel gleichbleiben. Aber wenn sich das sogenannte worstcase szenario durch den Kopf gehen lässt z.B. wie man dann im Krankenhaus liegt nur noch von Maschienen am leben erhalten oder vor was auch immer man am meisten Angst hat dann wird der Angstpegel sowas von nach oben schießen. Ich habe das ganze mit meiner Therapeutin gemacht funktioniert wunderbar und das schönste an der Sache man merkt das nichts passieren kann.

  2. Heike sagt:

    Hallo ,werde mal versuchen das umzusetzen,eine Panikattacke in mein Leben zu integrieren und das Buch Exfreundin Angst werde ich mir baldmöglichst besorgen…ich finde diese Seite für Betroffene hier absolut super….Klasse und danke fürr all die gtuen Beiträge hier,hat mir viel gegeben heute.Herzliche Grüsse

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