Gelassenheit

Herr, gib mir die Kraft/den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, die Gelassneheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden. Dieses “Gelassenheitsgebet stammt vermutlich von Reinhold Niebuhr.

Ich habe nicht nur an Panikattacken, Agoraphobie und Hypochondrie gelitten, auch die generalisierte Angststörung hat mir zu schaffen gemacht. Ich habe mich wirklich um alles gesorgt, manchmal schein ich die Last der gesamten Welt auf meinen Schultern zu spüren. Dabei kreisten meine Gedanken nicht nur um Probleme in meinem unmittelbarem Umfeld, auch Dinge wie Kriege, Hungersnöte, weltweite Krisen, Klimaerwärmung waren es, die mich beschäftigen.
Dabei habe ich darauf keinen, bis wenig Einfluss.

Natürlich galten meine Sorgen jedoch vor allem mir und meiner Familie. Ich wollte, dass es mir und den Menschen, die ich liebe, gut geht. Für mich selbst kann ich sorgen, doch schon bei den Menschen, die mir nahe stehen, ist mein Einfluss bgrenzt.

Beispiel

Nehmen wir einmal an, Dir geht es in Deiner Beziehung schlecht, weil Dein Partner Verhaltensweisen an den Tag legt, die Dich stören. Du kannst ihn darauf hinweisen, ihn bitten, etwas zu verändern. Wenn er oder sie das nicht tut, kannst Du wenig machen. Du brauchst Gelassenheit, um zu akzeptieren, dass Du das nicht ändern kannst.

Ist das Verhalten hingegen für Dich untragbar, so kannst Du für Dich selbst etwas verändern, die Beziehung beenden. Noch einmal neu anzufangen, erfordert Mut. Wenn es Dir allerdings dadurch so schlecht geht, Du aus diesem Grund psychisch krank wirst, ist es doch wert, etwas zu riskieren und etwas zu verändern, oder?

Gelassenheit, das zu lernen, war extrem schwer für mich. Dinge, die außerhalb meines Einflussbereiches einfach mal hinehmen zu können. Viele Besucher dieses Blogs haben Angst vor dem Tod. Auch hier ist Gelassenheit gefragt. Wir können nicht ändern, dass unser Leben begrenzt ist, so sehr wir uns das auch wünschen.

Im Grunde lohnt es also nicht, sich damit zu beschäftigen. Gelassenheit ist hier gefragt.

Dem, was ich nicht ändern kann, mit Gelassenheit begegnen, auf der anderen Seite eben auch zu verändern, was ich verändern kann. Wenn man an psychischen Erkrankungen, wie Panikattacken, Hypochondrie, einer anderen Angststörung oder woran auch immer leidet, muss man etwas verändern. Bleibt alles beim Alten, kann nichts besser werden.

Und die Weisheit Beides voneinander zu unterscheiden…Frage Dich also, wenn Du Dir mal wieder zu viele Gedanken machst: Kann ich wirklich etwas ändern? Liegt das im meinem Einflussbereich oder ist hier Gelassenheit gefragt?

Herr, gib mir den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, die Gelassneheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden…ein Gebet, dass sich nicht nur gläubige Menschen zu Herzen nehmen sollten.

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Hinterlasse einen Kommentar (1 Kommentar bisher)


  1. jessica
    1 Jahr ago

    Wunderschönes gedicht.