Auch harte Jungs können Hypochonder sein

Hypochonder Harte Jungs
Patient: „Ich bin mir sicher, der Leberfleck hat sich wirklich verändert!“
Der Arzt versucht zu beruhigen: „Auch der ist gutartig“
„Können Sie mich nicht doch zum Hautarzt überweisen. Wenn der ’ne Gewebeprobe entnimmt, dann würd’s mir besser gehen.“
Arzt: „Sie haben dieses Jahr drei Gewebeproben und zwei Bauchspiegelungen durchführen lassen und waren viermal bei der Notaufnahme wegen nichts…“

Eine Szene wie diese dürfte vielen Hypochondern bekannt vorkommen. Was zunächst klingt wie der Anfang eines Witzes, sind die ersten Zeilen aus dem Lied „Hypochondrie“ von Hip-Hopper „Headtrick“ und dieses Lied hat einen durchaus ernsten Hintergrund.

Die Hypochondrie ist eine ernstzunehmende psychische Erkrankung. Dabei leiden die Betroffenen unter Angst vor Krankheiten, ohne dass sich dafür ein objektiver Befund finden ließe.

Hypochonder werden gerne einmal auf die Schippe genommen und als wehleidige Spinner abgetan. Dabei hat die Hypochondrie nichts mit Wehleidigkeit zu tun. Zudem ist diese psychische Störung weiter verbreitet als man so denkt.

Selbst Rapper, die ja eher als harte Jungs auftreten, können darunter leiden.

In der ersten Strophe von Hypochondrie heißt es: „Ich habe die Angst zu sterben, hoff‘ immer noch weiter, nicht krank zu werden. Wer will schon mit 26 Jährchen auch das Handtuch werden?“

Ich bin sicher, dass vielen Hypochondern derartige Gedanken bekannt vorkommen.

Ständiges in sich-hinein-spüren

„Es macht mir Kummer und Sorgen, das Schwindelgefühl und das Summen im Ohr und wenn ich genau darauf achte, kann ich das Pochen des Lungentumors spüren…ich hab Muffensausen vor Multiple-Sklerose und Kehlkopfkrebs…“

Hier wird das ständige in sich Hineinspüren deutlich, dass nahezu jeder Hypochonder betreibt. Es bleibt jedoch nicht bei der Wahrnehmung dieser Symptome, wie dem Summen im Ohr oder ein Klopfen beim Atmen. Diese meist harmlosen körperlichen Regungen werden als Krebs, Multiple-Sklerose eine Herz-Kreislauf-Erkankung oder eine andere schwere Erkrankung interpretiert und das macht verständlicherweise große Angst.

Wollen Hypochonder krank sein?

Außenstehende meinen häufig, dass bei der Angst vor Krankheiten oftmals der Wunsch Vater des Gedanken ist. Man möchte krank sein, um Aufmerksamkeit zu bekommen und Fürsorge zu genießen.

Wenn mir das damals jemand gesagt hat, wurde ich richtig wütend. Ich wollte alles andere als krank sein und ich habe die ständigen Untersuchungen ebenfalls nicht geliebt.

Auch Headtrick hasst die EKG’s und Röntgenaufnahmen. Und er singt weiter „ich wäre so gerne befreit von der Kacke und hätte bloß mein eigenes Glück in der Hand. Wenn nicht einmal mein eigenes Immunsystem es tut, wer schützt mich denn dann? Wie könnt ihr alle denken, dass daran die Lebensqualität nicht leidet?“

Menschen, die an einer schwerwiegenden Form der Hypochondrie leiden, können oftmals an kaum etwas anderes denken, als daran, schwer krank zu sein. Und sie wollen das nicht – sie haben große Angst davor und leiden meist erheblich.

Und diese Angst kommt in diesem Lied wunderbar heraus, ganz egal, ob man diese Art von Musik mag oder nicht.

Hole Dir Hilfe

Am Ende kommt dann doch noch der harte Rapper raus. „Ich bleibe dabei, ich brauche keine Hilfe von anderen – eine Odyssee aus dem Leben eines eingebildeten Kranken.“

Ich halte es für einen großen Fehler, sich keine Hilfe zu suchen, wenn man an einer lebensbeeinträchtigenden Angststörung leidet und das ist eine hypochondrische Störung in vielen Fällen. Und Headtrick scheint bewusst zu sein, dass die Odyssee damit weitergeht.

Hilfe bekommst Du beispielsweise bei einer Psychotherapie oder auch in der Anti-Angst-Akademie. Zumindest solltest Du Dir jedoch den kostenlosen Ratgeber „Hypochondrie nein danke“ herunterladen.

Und höre Dir das Lied mal an. Ich finde es wirklich gelungen. Hier findest Du das Video:

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