Krankhafte Angst – Wann wird Angst krankhaft?

Krankhafte Angst
Wann wird Angst krankhaft?
Krankhafte Angst
Krankhafte Angst

Wann wird Angst krankhaft?

Angst ist ein Gefühl, das jeder gesunde Mensch kennt. Angst an sich ist daher nicht krankhaft, sondern hat sogar eine Schutzfunktion. Und doch: Aus der normalen Angst kann eine krankhafte Angst werden. Wie wird aus einem normalen Gefühl eine Erkrankung? Und wo sind die Grenzen? Mache hier den Test, der Dich am Ende des Beitrags erwartet.

Angst – Was ist das eigentlich?

Jeder von uns hatte schon einmal Angst. Angst begleitet uns durchs Leben. Angst ist so alt wie die Menschheit. Auch der Urmensch kannte bereits dieses Gefühl. Angst ist eines von vielen Gefühlen, von denen der Mensch geleitet wird. Angst rettet uns ständig das Leben – oder zumindest vor Gefahren im Alltag.

Es gibt keinen gesunden Menschen, der noch niemals Angst hatte. (Allerdings gibt es tatsächlich Menschen, die dieses Gefühl nicht kennen oder nicht wahrnehmen können. Dabei handelt es sich jedoch auch um eine Erkrankung.) Angst an sich ist also keinesfalls krankhaft. Vielmehr hat Angst eine Schutzwirkung: Sie warnt uns vor Gefahren, die uns von außen oder aber aus dem Inneren drohen.

Angst – das Gefühl mit Signalwirkung

Angst ist wie eine rote Ampel im Kopf: Sie signalisiert „Achtung!“ Der ganze Körper richtet dann seine Aufmerksamkeit auf diese eine Situation. Ohne Angst würde man einfach und ohne zu schauen über eine viel befahren Straße laufen und wahrscheinlich angefahren oder aber überfahren werden.

Angst sorgt dafür, nachts die Haustür abzuschließen. Aus Angst vor einer Verschlimmerung einer Erkrankung schluckt man Medikamente, auch wenn diese vielleicht Nebenwirkungen wie Unwohlsein haben können. Angst hält den Menschen davon ab, etwas zu tun, um einer potentiellen oder tatsächlichen Gefahr zu entgehen. Oder positiv formuliert: Angst veranlasst einen Menschen, Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, um vor einer Gefahr sicher zu sein.

Angst – ein Gefühl wie eine Urgewalt

Doch Angst kann noch mehr: Sie setzt ungeahnte Kräfte frei, damit man eine Gefahr abwenden kann. So kennt wohl jeder Autofahrer eine Situation, in der er einen Unfall nur haarscharf verhindern konnte. Die Zeit scheint dann in Zeitlupe abzulaufen.

Das Herz rast und pumpt so zusätzlichen Sauerstoff durch den gesamten Körper. Das sorgt dafür, dass innerhalb kürzester Zeit unglaublich viele Abwägungen vorgenommen werden können, was am Ende dazu führt, den Unfall zu vermeiden. Nachdem die Gefahr vorüber ist, setzt eine große Erschöpfung ein. Das kann dazu führen, dass der gesamte Körper zittert. Denn die Anspannungsphase, die die Angst ausgelöst hat, hat sehr viel Kraft benötigt.

Der Urmensch sah sich eher gezwungen, plötzlich die Flucht vor einem Säbelzahntiger zu ergreifen. Daher aktiviert Angst den gesamten Körper und durchblutet die Muskulatur besonders gut. Da der Urmensch so besser vor dem Säbelzahntiger weglaufen konnte.

Krankhafte Angst oder Befindlichkeitsstörung – die Grenzbereiche

Jeder Mensch empfindet Angst anders – in anderen Situationen und auch in einer anderen Intensität. Manche Menschen empfinden Angst als einen Kloss im Hals, andere habe Bauchschmerzen, wieder andere beginnen zu schwitzen oder ihren Herzschlag deutlich wahrzunehmen, um nur einige körperliche Reaktionen zu nennen, die dieses vielschichtige Gefühl auslösen kann.

Zudem ist die Ängstlichkeit bei Menschen unterschiedlich oft präsent und verschieden stark präsent. Es gibt einfach Menschen, die sind ängstlicher als der Durchschnitt. Das ist ein Teil ihrer Persönlichkeit und unbedingt von krankhafter Angst zu unterscheiden. Da normale Angst in ihrem Ausmaß nur sehr schwer zu greifen ist, gestaltet sich auch eine Definition von normaler Angst als schwierig.

Ein Kompromiss lautet daher: Angst ist ein unangenehmer Gefühlszustand mit meist körperlichen Begleiterscheinungen, hervorgegangen aus einem Gefühl der Bedrohung, das entweder konkret oder nicht nachweisbar ist.

Daraus folgert, dass keineswegs jede Befürchtung, noch jede Angst, die einen Menschen befällt, eine krankhafte Angst ist. Angst ist lästig – aber krankhafte Angst ist beeinträchtigend, behindernd, peinigend oder gar gefährlich.

Krankhafte Angst – Wenn aus einem Gefühl eine Krankheit wird

Doch bei manchen Menschen nimmt das normale Gefühl der Angst ein übermächtiges Ausmaß – entweder an Intensität oder in zeitlicher Hinsicht – an. Dann ist aus der normalen Angst eine krankhafte Angst geworden. Experten sprechen von Angsterkrankungen oder Angststörungen.

Krankhafte Angst erkennen – das sind die Anzeichen

Wie bereits angeklungen ist, ist es durchaus problematisch festzustellen, ob ein Mensch eine ausgeprägte ängstliche Persönlichkeit hat oder aber an einer krankhaften Angst leidet. Eine unbehandelte Angststörung kann sich jedoch verselbstständigen und führt dann zu den nachfolgend dargestellten Verhaltensweisen.

Wichtig: Nicht jeder Mensch, der an einer Angststörung leidet, bildet all diese Verhaltensweisen aus.

Erwartungsangst
: Darunter versteht man die „Angst vor der Angst“. Der Betroffene hat auch jenseits der konkreten Angstsituationen Angst vor der nächsten Angstattacke.

Vermeidungs- und Rückzugsverhalten: Darunter versteht man das Verhalten des Betroffenen, die angstauslösenden Situationen und den entsprechenden Orten immer mehr zu meiden. Dies kann bis zum totalen Rückzug und zur sozialen Vereinsamung führen.

Selbstbehandlungsversuche: Hier greift der Betroffene zu Alkohol, Beruhigungsmitteln oder anderen Drogen, um die Angst nicht mehr wahrzunehmen oder mit dieser umgehen zu können.

Überkompensationsversuche: Dabei versucht der Betroffene durch das Eingehen von besonders riskanten Situationen (ob im zwischenmenschlichen, beruflichen oder sportlichen Bereich) das Thema Angst anders zu erleben und seine krankhafte Angst damit zu kompensieren.

Krankhafte Angst – eine Erkrankung mit vielen Gesichtern

Angststörungen beziehungsweise krankhafte Angst ist ein sehr vielschichtiges Krankheitsbild mit ganz unterschiedlichen Unterformen. Nachfolgend sollen die vier wichtigsten Formen kurz vorgestellt werden:

Panikstörung

Menschen mit einer Panikstörung leiden unter widerkehrenden schweren Angstanfällen mit stark ausgeprägten körperlichen und psychischen Symptomen, die von Atemnot über einen unregelmäßigen Herzschlag bis zur Todesangst reichen können.

Die Dauer von solchen Panikattacken kann von wenigen Minuten bis hin zu einigen Stunden reichen. Dabei sind die Symptome so stark ausgeprägt, dass Patienten sich sogar in der Notaufnahme vorstellen, weil sie befürchten, an einer lebensbedrohenden Erkrankung wie einem Herzinfarkt zu leiden.

Innerhalb der Panikstörungen unterscheidet man zudem zwischen solchen, die völlig überraschend auftreten und anderen, die in bestimmten Situationen oder an bestimmten Orten auftreten. Man spricht von Panikstörungen mit und ohne Agrophobie (Platzangst).

Generalisierte Angststörung

Bei der generalisierten Angststörung leiden die Betroffenen unter einer andauernden Angst, die gleich mehrere Lebensbereiche umfassen kann. Die körperlichen Symptome sind hier meist weniger stark ausgeprägt und treten eher einzeln und über den Tag verteilt auf.

Menschen mit einer generalisierten Angststörung leben mit dem allgegenwärtigen Gefühl einer nahen Katastrophe. Betroffene machen sich zum Beispiel Sorgen, dass ihren Angehörigen etwas zustoßen könnte, nur weil diese den Tag über ihren Aufgaben (am Arbeitsplatz, in der Schule etc.) nachgehen.

Soziale Angststörung

Bei der sozialen Angststörung handelt es sich um eine krankhafte Ausgestaltung von Schüchternheit. Angstauslösende Situationen sind solche, in denen der Betroffene von Mitmenschen kritisch betrachtet wird oder zumindest die Möglichkeit hierzu besteht. Klassische soziale Phobien betreffen das Sprechen vor einer Menschengruppe, das Eingehen einer Verabredung oder aber auch eine Prüfung.

Spezifische Phobien

Bei einer spezifischen Phobie wird die krankhafte Angst durch ein einzelnes Objekt oder eine konkrete Situation ausgelöst, die in der Form ungefährlich ist. Zu den Klassikern unter den spezifischen Phobien zählen die Ängste vor Tieren (Spinnen, Hunden, Katzen, Mäuse) oder vor Verletzungen. Die krankhafte Angst der Betroffenen lässt sich auch nicht dadurch lindern, dass sie wissen, dass anderen Menschen die gleiche Situation gar nichts ausmacht.

Krankhafte Angst – ein Test zur Selbsteinschätzung

Nachfolgend finden sich einige Situationen, die Du mit „ja“ oder „nein“ bewerten kannst. Wenn Du mindestens eine der Fragen mit „ja“ beantwortest, dann liegt es nahe, dass Du an einer krankhaften Angst leidest.

Wichtig ist jedoch: Wenn Du Sorge hast, an einer krankhafte Angst zu leiden, sprich immer den Hausarzt darauf an. Ganz gleich, wie der nachfolgende Test ausgeht.

  • Verbringst Du deutlich mehr als die Hälfte des Tages damit, über Deine Ängste nachzudenken?
  • Wirst Du durch Deine Ängste in Deiner Lebensqualität eingeschränkt?
  • Schränkt Deine Angst Deine Bewegungsfreiheit erheblich ein?
  • Wirst Du aufgrund Deiner Ängste zunehmend depressiver?
  • Hattest Du schon einmal wegen Deiner Ängste Selbstmordgedanken?
  • Bekämpfst Du Deine Ängste mit Alkohol, Beruhigungsmitteln oder anderen Drogen?
  • Ist Deine Partnerschaft/Deine Familie aufgrund Deiner Ängste in ernsthafter Gefahr?
  • Hast Du aufgrund Deiner Ängste berufliche Probleme oder bist Du gar arbeitslos geworden?

Krankhafte Angst ist heilbar

Krankhafte Angst kann je nach Ausprägung sehr belastend sein. Und wenn Du befürchtest, an einer Angststörung zu leiden, dann kann der Gedanke zunächst schockierend sein. Möglicherweise fühlst Du Dich wie vor den Kopf gestoßen.

Und ich weiß, dass man immer wieder hört, man könne eine Angststörung nicht überwinden, man kann höchstens lernen, besser damit umzugehen. Und vielleicht liest Du in diversen Foren, dass einige Betroffene bereits Jahrzehnten mit einer Angststörung leiden.

Das muss aber nicht so sein! Ich habe selbst an einer massiven Angststörung gelitten und diese überwunden. Und ich kenne inzwischen viele Betroffene, die ihre krankhafte Angst ebenfalls hinter sich gelassen haben. Daher ist das kein Grund zu verzweifeln.

Ich schlage vor, dass du dich zunächst einmal für mein kostenloses E-Mail-Coaching anmeldest. Klicke dafür hier. 

Lass uns gemeinsam daran arbeiten.

Beste Grüße.

Sebastian