Mannsein

Manchmal vermisse ich die alten Zeiten, in denen ein Mann noch ein Mann sein konnte.
Mannsein ist heutzutage nämlich nicht so einfach.

Die meisten Männer wachsen heute weitgehend vaterlos auf. Die Erziehung wird immer noch meist von der Mutter übernommen. In der Schule sind die Lehrerinnen in der Überzahl.
Es ist erwiesen, dass Jungen bei gleicher Leistung schlechtere Noten als Mädchen bekommen.
Das kenne ich aus meiner Schulzeit nur zu gut. Ich war immer gut in der Schule, wurde jedoch aufgrund meiner vorlauten Art oftmals abgestraft, in dem ich schlechtere Noten erhielt.

Ich war als Kind und Jugendlicher sehr dominant. Mir machte es großen Spaß mich mit anderen zu messen. Ich war vorlaut und extrovertiert und mit Sicherheit anstrengend. Ich bin davon überzeugt, in der heutigen Zeit wäre ich mit Ritalin ruhig gestellt worden, da man mir ADS diagnostiziert hätte. Dabei würde ich mich lediglich als sehr lebhaft beschreiben. Ja, ich habe mich auch hin und wieder geschlagen. Daraus wurde dann meist ein Drama gemacht. Aber gehört das nicht auch zum Mannsein dazu? Ist das wirklich so schlimm, wie es immer gemacht wird?

Männer dürfen nicht entmannt werden, Männlichkeit darf nicht systematisch entwertet werden! Im Focus, Ausgabe 05/11 ist ein sehr interessanter Artikel zu diesem Thema erschienen. Dort wird vor der Verwandlung des Mannes in ein sorgendes Haustier, bei dem es vor allem um die Ausrottung von Stolz und Ehrgeiz geht, ausdrücklich gewarnt. Wer soll dann noch unsere westlichen Werte gegen die männlichen, oft skrupellosen Migranten verteidigen? Das weibliche Geschlecht wird jedenfalls nicht dazu in der Lage sein!

Ich habe den Eindruck, dass immer mehr Frauen immer größere Anforderungen an uns Männer stellen. Manchmal habe ich das Gefühl, dass die Erwartungen vieler Frauen an Männer als Partner oftmals schier unerfüllbar sind.
Ein Mann soll heute zunächst einmal erfolgreich sein. Das hat, meine ich, nicht nur den Sinn des Prestigegewinns, sondern auch ganz pragmatische Gründe. Schließlich möchte die Frau die Möglichkeit haben beruflich kürzer zu treten, wenn Kinder da sind. Zudem wollen Frauen Alphatiere. Männer, die sich von anderen Männern dominieren lassen, werden auch heute noch von Frauen verachtet.
Es wird vom potentiellen Partner jedoch nicht nur beruflicher Erfolg erwartet. Der Mann soll zudem fantastisch aussehen, durchtrainiert sein, intelligent, zuvorkommend und charmant sein. Wenn er dann nach getaner Arbeit und dem Fitnessstudiobesuch nach Hause kommt, soll er sich natürlich noch um Frau und Kinder kümmern, stets interessiert zuhören, immer nett und zuvorkommend. Zudem soll er humorvoll und natürlich treu, sensibel und gefühlvoll, aber bloß keine Heulsuse sein.

Liebe Frauen, ich wünsche Euch ganz viel Glück bei der Suche nach diesem Partner. Wenn es diesen Mann wirklich dort draußen gibt, so stellt Euch doch bitte die Frage, warum er ausgerechnet Euch als Partnerin wählen soll. Er erwartet doch vermutlich dann auch fantastisches Aussehen, höfliche Umgangsformen, eine tolle Mutter, immer gut drauf, nett, verständnisvoll usw. Auf dem Partnermarkt da draußen herrscht doch auch Angebot und Nachfrage.
Welcher Mann macht es außerdem auf Dauer mit all diese Anforderungen erfüllen zu müssen? Wird diesem Traummann nicht auch eher als andere die Frau allein aufgrund ihres Alters uninteressant für den Mann?
Ich weiß es nicht genau, ich weiß jedoch, dass ich mich diesem Anforderungsprofil nicht anpassen werde. Ich bin ein (einigermaßen) normaler Mann, bin nicht blöd, noch nicht so erfolgreich, bin meist nett, humorvoll und sehe nicht völlig beschissen aus und liebe meine Freundin.
Und jetzt die gute Nachricht: Ihr genügt das, weil sie mich liebt. Damit sage ich nicht, dass sie sich nicht insgeheim so einen eben beschriebenen Traummann wünscht. Sie hätte bestimmt nichts dagegen, wenn ich erfolgreicher wäre oder einen Waschbrettbauch hätte, doch ist das nicht so wichtig, da sie mich liebt.
Es gibt also da draußen noch die Frauen, die keine übersteigerten Erwartungen an die Männer haben. Außerdem behaupte ich, dass es irgendwann auch für die meisten nicht so wichtig ist, wenn die Gefühle stimmen.

Ich würde mich von niemandem verbiegen lassen. Entweder akzeptiert und liebt man mich so wie ich bin oder lässt es bleiben. Nicht wenige Frauen benutzen die Sexualität als Druckmittel. Wenn der Mann sich nicht so verhält, wie Frau es gerne hätte, wird der Beischlaf versagt. Liebe Frauen: Ich verspreche hiermit hoch und heilig, dass ich mich niemals davon unter Druck setzen lasse. In diesem Fall würde ich fremdgehen oder mich trennen, vermutlich erst das eine, dann das andere.

Ich kenne mindestens drei Frauen im Alter zwischen 25 und 35, die seit Jahren auf Partnersuche sind und sich ständig darüber beklagen, keinen Mann abzukriegen.
Eine ist Immobilienmaklerin, die zweite arbeitet in der Steuerberatung, die dritte ist Kosmetikerin und Kellnerin. Alle drei sind recht hübsch und haben keine Kinder, ganz normale Frauen eben.
Bereits beim ersten Date wird das Gegenüber mehr oder weniger subtil mit ihren Erwartungen konfrontiert. Jetzt habe ich mal einen Tipp: Wir Männer sind nicht so doof, wie viele Frauen vielleicht meinen. Wenn wir mal zuhören, so sind wir durchaus in der Lage zwischen den Zeilen zu lesen.
Dadurch werden Männer verschreckt. Es gibt zu diesem Zeitpunkt noch wenig Grund den Ansprüchen der Frau gerecht zu werden.
Da bekommt man als Mann doch Angst, dass man den Ansprüchen wohl nie gerecht werden kann!

Nicht so einfach ist es dann, sie darauf aufmerksam zu machen, dass sie wohl nie diesen Supermann bekommen werden. „Hör mal, du bist ja wirklich ne tolle Frau. Hübsch, intelligent, hast nen Job und so.
Aber mal ehrlich: Warum sollte denn jemand der so aussieht wie Brad Pitt, soviel Geld hat wie Bill Gates und der dazu noch die Eigenschaften des Dalai Lama und Herbert Grönemeyer in sich vereint, ausgerechnet dich  als Partnerin auswählen? Ich meine du bist ja wirklich liebenswert und alles, aber so der Megahammer bist du ja nun auch nicht!“
Es ist manchmal wirklich nicht leicht gleichzeitig einfühlsam und ehrlich zu sein.
Frauen sollen ja nicht anspruchslos auf Partnersuche gehen, aber der ein oder anderen würde es besser zu Gesicht stehen, den Ball mal ein wenig flacher zu halten. Ich bin davon überzeugt, dass sie dann auch selbst letztlich glücklicher werden.

Ich behaupte, dass Männer am besten fahren, wenn sie authentisch sind. Ein Mann muss echt sein und sollte mit sich im Reinen sein. Selbstverständlich sollte ein Mann auch Gefühle zeigen. Das habe ich lange Zeit nicht so gesehen. Für mich gab es immer nur Macho oder Weichei. Mittlerweile weiß ich, dass ich neben einer dominanten, extrem starken Seite auch eine weiche, sensible Seite besitze. Und das ist auch gut so

Wir sollten niemals vergessen, dass Frauen und Männer bei aller Emanzipation auch heute noch vollkommen unterschiedlich sind.
Männer sind nun einmal anders als Frauen. Männer sind einfach etwas einfacher gestrickt, wirken zugegebenermaßen manchmal ein wenig plump.
Frauen sind subtiler, aber ist das wirklich besser? Sollte man die Unterschiede zwischen Mann und Frau nicht einfach ohne Wertung hinnehmen? In unserer Gesellschaft werden Männer dafür oftmals belächelt. Serien wie „Sex and the city“ machen das Ganze nicht besser.
Frauen, die diese Damen bewundern, tun mir leid. Welcher Mann möchte wirklich mit einer dieser Schlampen, die sich nur für die Schwanzgröße und die neuesten Schuhmodelle interessieren, eine Beziehung führen? Ich jedenfalls nicht! Ich verachte diese Frauen.

Mir ist es ganz wichtig, hier noch einmal zu erwähnen, dass ich keinesfalls ein Frauenhasser bin. Ich liebe das weibliche Geschlecht und achte Frauen im Allgemeinen sehr. Ich bin mit fünf Schwestern aufgewachsen, kann wirklich gut mit Frauen umgehen und schätze sie als Gesprächspartner sehr. Ich möchte hier lediglich darauf aufmerksam machen, welche Gefahr für unsere Gesellschaft davon ausgeht, eine Gleichheit von Frauen und Männern anzustreben, die einfach definitiv nicht möglich ist.

Ich selbst möchte Kinder haben und die Erziehung genauso übernehmen wie die Frau. Ich bin dazu bereit im Haushalt zu helfen, wenn auch die Frau Arbeit geht. Ich möchte der Frau, die ich liebe Geborgenheit geben und eine Schulter zum anlehnen bieten.
Ich werde mich aber auch immer mit meinen Freunden auf ein Bier treffen. Ich will zudem einfach regelmäßig etwas allein, für mich unternehmen. Da lasse ich auch nicht mit mir diskutieren.

Aber hier kommt die gute Nachricht für alle Männer: Ich hatte nie Probleme eine Partnerin zu finden, die mich so angenommen hat, wie ich bin. Ich bin jemand, der seine Prinzipien niemals über Bord wirft, weder für eine Frau noch für Geld oder sonst irgendwas. Ich möchte mich auch morgen noch im Spiegel anschauen können, selbst wenn das bedeuten würde, dass ich allein lebe. Und ist diese Einstellung nicht irgendwie auch ein wenig sexy?

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