Therapie Tipps

In diesem Artikel erhalten Sie einige Tipps, die Ihnen dabei helfen können, dass Ihre Therapie zum Erfolg wird.

Wenn man an einer Angststörung, wie Agoraphobie, Hypochondrie oder einer anderen psychischen Erkrankung leidet, ist eine Psychotherapie meist das Mittel der ersten Wahl. Leider verläuft eine Psychotherapie nicht immer optimal und trägt nicht immer zum ersehnten Erfolg bei, was sicherlich viele Gründe haben kann. Selbstverständlich kann die Ursache dafür bei Ihnen liegen, aber auch in der Person des Therapeuten begründet sein.

Immer wieder hört man von Betroffenen, dass der Therapeut schlecht ist. Dabei sollte man sich zunächst die Frage stellen, weshalb man zu dieser Einschätzung kommt. Immer wieder erhalte ich E-Mails, in denen Betroffene sich extrem negativ über ihren Therapeuten äußern. Es ist manchmal schon erstaunlich, welche Äußerungen Therapeuten getätigt haben sollen. Ehrlich gesagt sind manche dieser Äußerungen für mich schwer vorstellbar und ich zweifle manchmal daran, dass ein erfahrener Therapeut so etwas tatsächlich gesagt haben soll.

Dabei meine ich keinesfalls, dass meine Leser Unwahrheiten erzählen. Teilweise wird so etwas tatsächlich gesagt worden sein, teilweise kam das beim Patienten so an, was im Ergebnis das Gleiche ist. Daraus ergibt sich der ersten der Therapie Tipps:

Tipp 1: Fragen Sie nach!

Um Missverständnissen vorzubeugen sollte man seine Gedanken unbedingt mitteilen, spätestens in der kommenden Sitzung. „Sagen Sie einmal, letztens haben Sie etwas in derart gesagt…meinen Sie damit tatsächlich…?“
Bringen Sie Ihre Befürchtungen zum Ausdruck und scheuen Sie nicht davor zurück, Ihrem Unmut Luft zu machen. Nur sprechenden Menschen kann geholfen werden. In vielen Fällen werden Sie vermutlich feststellen, dass der Therapeut etwas ganz anderes gemeint hat. Fragen Sie also ganz gezielt nach!

Tipp 2: Therapeuten wechseln, wenn die Chemie nicht stimmt!

Es gibt sicherlich gute und weniger gute Therapeuten, wie das bei jeder Berufsgruppe der Fall ist. Meistens findet eine Psychotherapie bei einem psychologischen Psychotherapeuten statt. Dieser hat nicht nur Psychologie studiert, sondern auch eine umfangreiche Zusatzausbildung genossen. Deshalb kann man erst einmal davon ausgehen, dass der Therapeut etwas von der Materie versteht. Die Qualifikation, um Ihnen bei einer Angststörung & Co. zu helfen, bringt er also mit.

Allerdings ist es manchmal der Fall, dass Therapeut und Patient nicht miteinander können. Das ist absolut menschlich und zu diesem Zweck gibt es 5 probatorische Sitzungen, an dessen Ende sich auch der Patient entscheiden kann, die Therapie abzubrechen und sich einen neuen Therapeuten zu suchen. Das sollten Sie ernsthaft in Erwägung ziehen und auch ganz offen mit Ihrem Therapeuten darüber sprechen.

„Ich habe das Gefühl, wir passen menschlich irgendwie nicht zueinander. Was meinen Sie?“ Vielleicht gibt Ihnen der Therapeut recht, vielleicht steckt auch etwas anderes dahinter, was durch ein Gespräch zu Tage gefördert wird. Haben Sie keine Angst, Ihren Therapeuten zu verletzen. Er wird damit klar kommen!

Wenn Sie sich aufgrund der fehlenden Chemie dazu entschließen, den Therapeuten zu wechseln, sollten Sie es vermeiden, sofort die Ursache bei sich zu suchen und sich dafür die Schuld zu geben. An einer derartigen Konstellation trägt niemand die Schuld.

Sie haben schon häufiger den Therapeuten gewechselt? Vielleicht haben Sie wirklich Pech gehabt. In jedem Fall sollten Sie doch einmal hinterfragen, ob die Ursache nicht vielleicht doch bei Ihnen liegt.

Tipp 3: Nehmen Sie die Hilfe an!

Ich habe einige Menschen kennengelernt, die sich nicht helfen lassen wollen. Jeder Vorschlag wird abgeschmettert und man meint, man würde alles besser wissen. Ein Therapeut hat sich nicht immer Recht und ein guter Therapeut ist sich dessen bewusst. Aber es ist alles andere als förderlich, wenn man allem ablehnend gegenüber steht.

Ein Therapeut kann Ihnen nur dann helfen, wenn Sie bereit sind, sich helfen zu lassen, womit wir bei Tipp 4 wären.

Tipp 4: Akzeptieren Sie, dass eine Therapie kein Vergnügen ist!

Der Weg aus einer psychischen Erkrankung ist niemals ganz leicht. Ein Therapeut wird Sie somit auch mit unangenehmen Dingen konfrontieren und Ihnen Aufgaben stellen, die für Sie nicht so einfach durchzuführen sind. Das Ganze ist kein Zuckerschlecken und wenn Sie mich fragen, ist gerade das, wogegen man sich am meisten wehr, oftmals das Hilfreichste.

Neulich hat mir eine an Agoraphobie Leidende Frau geschrieben, ihr Therapeut hat ihr in der allerersten Therapiestunde empfohlen, sich in einen vollen Zug zu setzen und an einen belebten Ort zu begeben. Für jemanden, der an Agoraphobie leidet, löst allein diese Vorstellung schon große Angst aus, die ich sehr gut nachvollziehen kann.

Gerade bei der Agoraphobie halte ich es für unausweichlich, sich seiner Angst zu stellen. Meiner Meinung nach sollte eine Therapie den Patienten unter anderem in die Lage versetzen, sich das zuzutrauen. So verwundert es nicht, dass die Betroffene sich dieser Aufgabe nach der ersten Therapiestunde noch nicht gewachsen sah.

Ist der Therapeut nun schlecht? Das kann ich natürlich nicht wirklich beurteilen, aber ich kann mir vorstellen, dass der Therapeut auf diese Weise herausfinden wollte, wie tief die Angst sitzt und inwiefern man in der Lage ist, sich seiner Angst zu stellen. Ich hätte diese Aufgabe damals angenommen, aber ich hatte auch fast nie etwas vermieden. Ich hätte mir selbst beweisen wollen, dass ich das schaffe. Hat man unter Umständen schon jahrelang verschiedene Situationen vermieden, fällt einem das Ganze schon schwerer.

Eine Therapie sollte den Angstpatienten in diesem Fall also in die Lage versetzen, sich der Angst zu stellen und das braucht manchmal Zeit. Nichtsdestotrotz ist es, bleiben wir bei der Agoraphobie, unausweichlich das irgendwann (und zwar wieder und wieder) zu tun. Eine Therapie ist kein Zuckerschlecken und hat immer auch mit Überwindung zu tun. Das sollte jedem klar sein.

Tipp 5: Begegnen Sie Ihrem Therapeuten auf Augenhöhe!

Ein großer Fehler ist es meiner Meinung nach, dass einige Patienten ihren Therapeuten als jemanden ansehen, der ihnen haushoch überlegen ist. Sicherlich ist er der Experte, der Ihnen helfen soll, was aber nicht bedeutet, dass Sie hier als Bittsteller auftreten müssen. Wenn Ihnen das schwer fällt, sollten Sie sich klar machen, dass Sie ihn bezahlen und Sie nicht nur Patient, sondern auch Kunde sind.

Tipp 6: Versuchen Sie nicht Ihrem Therapeuten zu gefallen!

Was mir immer wieder auffällt, ist, dass es viele Menschen gibt, die ihrem Therapeuten gefallen möchten. Sie schämen sich, Ihre Ängste einzugestehen, schämen sich für Fehler, die sie begangen haben, für ihre Gedanken, für bestimmte Charaktereigenschaften und Verhaltensweisen.

Aus diesem Grund verstellen sie sich, geben an Aufgaben, die sie von ihrem Therapeuten erhalten haben, durchgeführt zu haben, obwohl das nicht der Fall ist. So kann Ihnen jedoch kaum geholfen haben. Ihr Therapeut soll sich nicht in sie verlieben. Es spielt auch keine Rolle, was er von Ihnen hält. Er soll Ihnen helfen, nicht mehr, aber auch nicht weniger!

Ich hoffe, dass Ihnen diese Therapie Tipps dabei helfen werden, Ihren Weg aus Panikattacken, Burnout-Syndrom, Depressionen & Co. zu helfen.

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2 Kommentare

  1. Sally sagt:

    Ich habe auch immer versucht meiner Therapeutin zu gefallen. Wenn man es in seinem Alltag immer so macht, dann fällt es schwer es in der Therpie zu lassen. Außerdem hatte ich immer die Angst als völlig Abgedreht abgestempelt zu werden und deshalb auch Gedanken verschwiegen. Manchmal habe ich der Therapeutin genau das erzählt was sie hören wollte oder zumindest dachte ich das es das ist was sie hören will.

    • Sebastian sagt:

      Und genau das ist ein großer Fehler, der oft nur dann bewusst wird, wenn man darauf hingewiesen wird.

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