Weil ich deine Mutter f…en will, du H…sohn oder wie Du mit Kritik umgehst

Mit Kritik richtig umgehen

Mit Kritik richtig umgehen

Ja, diese Äußerung hat tatsächlich jemand getätigt. Wieso, warum, weshalb…das verrate ich Dir hier.

Wer wird schon gerne kritisiert? Mit Kritik umzugehen ist gar nicht so leicht, vor allem, wenn diese Kritik persönlich ist oder gar unter die Gürtellinie geht. Doch selbst konstruktive, sachliche Kritik macht uns oft zu schaffen.

Wann Kritik nützlich ist, wie Du mit persönlicher Kritik und Beleidigungen richtig umgehst und warum Du keinesfalls alles in Frage stellen darfst…

Ich werde ständig kritisiert

Als ich mich entschieden habe, einen Blog zu betreiben und ein Buch herauszubringen, wusste ich gar nicht, worauf ich mich einlasse.

So viel Arbeit und das mit den besten Absichten. Das musste doch jeder gut finden.

Schnell stellte sich heraus, dass nicht jede Rückmeldung durchweg positiv ist. Je mehr Menschen man erreicht, umso größer ist das Echo, das man bekommt. Und dieses Echo ist nicht in jedem Fall schön.

Am Anfang traf mich jede kritische Stimme wie ein Faustschlag

Ich musste erst lernen, mit dieser Kritik richtig umzugehen. Sowohl mit sachlicher, konstruktiver (hilfreicher) Kritik als auch mit persönlicher, destruktiver (zerstörerische) Kritik.

Zunächst stellte ich bei jeder einzelnen negativen Rückmeldung alles in Frage, was ich machte. Zu Beginn war ich jedes Mal kurz davor, alles hinzuwerfen.

Eigentlich verrückt, wenn man bedenkt, dass die positiven Rückmeldungen das negative Feedback um ein Vielfaches übersteigen.

Und doch traf mich jede kritische Stimme wie ein Faustschlag in die Magengrube.

Ich fühlte mich unfair behandelt

Die erste Kritik kam von Tanja (Name geändert). Sie warf mir vor, dass ich mein Geld mit dem Leid anderer verdiente. „Schön, dass du daraus ein Geschäft machst. Wenn du wirklich helfen wolltest, würdest du alles kostenlos abgeben..“

Wie konnte sie so etwas sagen?

Es stimmt, dass man beispielsweise für mein Buch bezahlen muss. Aber es druckt sich doch nicht von selbst. Und keine Buchhandlung würde es in sein Sortiment aufnehmen, wenn es nichts kostet.

Die Kosten für die Webseite selbst sind sicher zu vernachlässigen. Aber wer weiß schon, dass ich knapp 1.000 Euro jährlich dafür zahle, um die ganzen E-Mails versenden zu können.

Von der ganzen Zeit, die ich investiere ganz zu schweigen.

Und überhaupt: Könnte man das nicht jedem Arzt, jedem Psychologen und jedem Physiotherapeuten vorwerfen?

Ich hatte eine Menge Argumente dafür, weshalb die Kritik nicht gerechtfertigt ist. Und doch traf sie mich. Schließlich wollte ich den Menschen doch helfen. Ich stellte alles in Frage.

Diese Vorwürfe hat man mir in den letzten Jahren immer mal wieder gemacht und mittlerweile lässt mich das relativ kalt. Ich weiß schließlich, dass ich vielen Menschen helfe. Aber man kann nicht jedem gefallen.

Diese Artikel, meine E-Mails etc. – all das ist kostenlos. Ich kann und möchte aber auch nicht alles (insbesondere mein Buch) kostenlos anbieten. Wenn das jemandem nicht passt, ist das vollkommen in Ordnung.

Wir leben in einer Welt, in der zahlreiche Menschen meinen, sie hätten ein angeborenes Recht, alles umsonst zu bekommen – vor allem, was das Internet betrifft.

Früher fing ich an, mich zu rechtfertigen und den Kritikgeber davon zu überzeugen, dass er falsch liegt.

Heute weiß ich, dass ich diese Einstellung nicht ändere und es Zeitverschwendung ist, das zu versuchen.

Konstruktive vs. destruktive Kritik

Es gibt zwei Arten von Kritik. Konstruktive und destruktive.

Konstruktive Kritik will helfen, ermuntern und Anregungen geben. Sie ist in der Regel sachlich und konkret. Konstruktive Kritik sollte für jeden von uns willkommen sein. Sie hilft dabei, uns zu verbessern.

Im Gegensatz zu konstruktiver Kritik will destruktive Kritik kränken, zerstören und schaden. Sie ist fast immer persönlich, selten sachlich, sie ist oft verallgemeinernd, vorwurfsvoll und sie ist alles andere als hilfreich.

Im Internet ist man Trollen und Hatern ausgeliefert

In Zeiten des Internets ist es leicht, jemanden zu kritisieren. Im Internet ist man schön anonym. Man kann sagen, was einem in den Kram passt, ohne mit Konsequenzen rechnen zu müssen.

Und davon machen Millionen Gebrauch. Mittlerweile haben sich die Begriffe „Trolle“, „Hater“ und „Shitstorm“ eingebürgert.

Und damit muss man klar kommen, wenn man sich an die Öffentlichkeit wagt. So ist nun einmal ein Teil unserer Gesellschaft.

Doch auch im „wahren Leben“ gibt es Menschen, die nichts weiter im Sinn haben als zu zerstören.

Beispiele für konstruktive Kritik

Am Anfang hat mir mal ein Leser gesagt: „Die Inhalte deiner Blogartikel sind gut, aber manchmal muss ich einen Satz 2 oder 3 Mal lesen, weil er so kompliziert ist.“

Hey! Damit konnte ich etwas anfangen. Ich bin von Haus aus (Wirtschafts-)Wissenschaftler und ich habe gelernt wissenschaftliche Texte zu verfassen. Und die dürfen auch gerne mal etwas komplizierter sein. Als Blogger ist das aber ein „No Go“.

Und diese Kritik hat mir geholfen, das zu erkennen. Und für diese Rückmeldung habe ich mich bedankt. Denn konstruktive Kritik ist hilfreich. Sie ist sogar notwendig, damit man etwas verbessern kann.

Wie mit konstruktiver Kritik richtig umgehen

Ich kenne sehr viele Menschen – ob mit oder ohne Angststörung – die nicht kritikfähig sind. Sobald man etwas kritisches sagt, gehen diese Leute sofort auf Abwehr.

Ein weiteres Beispiel für konstruktive Kritik ist es, wenn ein Freund zu Dir sagt: „Hör mal, in letzter Zeit gehst du bei jeder Kleinigkeit hoch.“ Schauen wir uns anhand dieses Beispiels an, wie man mit Kritik richtig umgehen sollte.

Bevor man sofort eine Abwehrhaltung einnimmt, sollte man erst einmal darüber nachdenken. Menschen, denen wir etwas bedeuten, haben selten etwas schlechtes im Sinn, wenn sie uns kritisieren. Im Gegenteil: Sie wollen helfen.

Folgende Schritte empfehle ich Dir zum richtigen Umgang mit wohlwollender Kritik.

Denke erst einmal in Ruhe darüber nach: Zunächst solltest Du darüber nachdenken. Könnte etwas dran sein?

Frage andere Leute: Wenn Du Dir unsicher bist, ob Dein Freund recht hat, so kannst Du andere Freunde oder Familienmitglieder fragen: „Hör mal, findest Du auch, dass ich mich in letzter Zeit zu schnell aufrege?“

Ziehe Konsequenzen: Hast Du nach reiflicher Überlegung festgestellt, dass er übertreibt, so musst Du nichts ändern. Steckt aber doch ein Funken Wahrheit darin, dann triff Konsequenzen. In diesem Beispiel solltest Du überlegen, woraus Dein Verhalten resultiert, um dann etwas daran zu ändern.

Bedanke Dich: Konstruktive Kritik will helfen und ist nicht böse gemeint. Und es erfordert Mut, seinem Freund Kritik entgegenzubringen. Dafür solltest Du Dich bedanken.

Beispiele für destruktive Kritik

Viele Rückmeldungen erhalte ich auch, wenn sich jemand aus meinem Newsletter austrägt. Dann kann man mir ein „Austragungsfeedback“ geben.

324 Leute haben mir mittlerweile einen Grund genannt, weshalb sie sich ausgetragen haben.

Viele davon sind Danksagungen mit dem Hinweis, dass es dem Feedbackgeber wieder gut geht und darüber freue ich mich total.

Genauso viele Stimmen sind dabei auch kritisch. Klar, immerhin haben sie sich entschieden, keine Mails mehr von mir lesen zu wollen.

Die meisten weisen darauf hin, dass es einfach zu viele E-Mails sind. Daneben sagt man mir auch, dass man mit den Inhalten nichts anfangen kann, man doch keine Angststörung habe, dass ihnen mein Schreibstil nicht gefällt oder auch, dass man den Betreff teilweise unpassend findet.

Das alles ist noch keine destruktive Kritik. „Deine Mails sind scheisse.“ oder „Deine Arbeit ist sinnlos.“ Das sind Beispiele für destruktive Kritik.

Und so hat tatsächlich einer auf die Frage, weshalb er sich ausgetragen hat, geschrieben „Weil ich deine Mutter f…en will, du H…sohn.“ Und zwar ohne Pünktchen. 😉

Das ist eigentlich nicht einmal Kritik. Das ist einfach nur beleidigend.

Da habe ich mich nicht einmal aufgeregt, sondern nur laut gelacht. Wes Geistes Kind manche Menschen doch sind!

Ein weiteres Beispiel für destruktive Kritik ist es, wenn Deine Mutter Dir sagt: „Du kannst nichts richtig machen!“

Aus destruktiver Kritik kann man keine Schlüsse ziehen. Da ist nichts Konkretes dran, wo man ansetzen könnte, um etwas zu verändern. Sie führt nur dazu, dass man sich schlecht fühlt.

Wie Du mit destruktiver Kritik umgehst

Destruktive Kritik solltest Du Dir nicht zu Herzen nehmen. Sie will nicht helfen, sondern nur schaden und zerstören.

Wenn Dich jemand in Deinem Umfeld immer wieder destruktiv kritisiert oder gar beleidigt, so würde ich die Reißleine ziehen und mich von diesen Menschen distanzieren. Und zwar auch wenn es sich dabei um ein Familienmitglied handelt.

Ich bin ehrlich: Destruktive Kritik ist mir egal. Da reagiere ich nicht drauf und beschäftige mich auch nicht weiter mit.

Dieser „Weil ich Deine Mutter…“-Typ, um es mal mit Dieter Bohlens Worten zu sagen, ist mir nicht mal egal, der ist mir gar nichts.

Das interessiert mich einfach nicht. Und noch einmal: Auch Du solltest Dir destruktive Kritik niemals zu Herzen nehmen!

Konstruktive Kritik ist gut, aber ich mag sie nicht

Bei konstruktiver Kritik ist das anders. Bevor ich antworte, schlafe ich mindestens eine Nacht darüber. Dann aber antworte ich IMMER und bedanke mich dafür.

Nicht jedem kann die Art wie ich die Inhalte rüber bringe gefallen. Anderen hingegen gefällt mein Schreibstil. Wieso sollte ich daran etwas ändern?

Oder mir hat mal jemand geschrieben: „Deine Stimme in den Videos regt mich auch.“ Ja und jetzt? So ist meine Stimme nun einmal.

Es ist in Ordnung, wenn man mir das mitteilt, aber ich werde mich damit nicht weiter befassen, weil ich ohnehin nichts daran ändern kann.

Aber es kommt natürlich vor, dass mir jemand…

a) konstruktive Kritik entgegenbringt
b) diese Kritik gerechtfertigt ist
c) ich entsprechende Konsequenzen daraus ziehen möchte, um das zu verbessern.

Konstruktive Kritik bringt uns weiter. Sie führt dazu, dass wir uns weiterentwickeln und uns verbessern. Und das ist positiv.

Dabei geht es mir nicht anders als Dir vermutlich auch. Ich mag es nicht, wenn man mich kritisiert. Ich will alles gut machen und ich möchte, dass Euch meine Arbeit gefällt.

Wer kann schon sagen, dass er sich freut, wenn er kritisiert wird? Und wenn man mit konstruktiver Kritik richtig umgeht, dann bedeutet das in vielen Fällen auch Arbeit. Es ist anstrengend, wenn wir etwas verändern.

Aber noch einmal: Nur so entwickeln wir uns weiter. Indem wir etwas tun. Indem wir etwas verändern.

Und deshalb bin ich – wenn auch manchmal erst etwas später – dankbar für diese wohlwollende Form der Kritik.

Fazit

Versuche gar nicht erst konstruktive Kritik zu lieben. Es wird Dir nicht gelingen. Aber nimm konstruktive Kritik an und überlege, ob etwas dran sein könnte. Und wenn Du glaubst, dass der Kritikgeber Recht hat, dann ziehe Konsequenzen und ändere etwas.

Mit der Zeit lernst Du, diese Form der Kritik als sinnvoll anzusehen, da sie Dich und Dein Leben verbessert. So entwickelst Du Dich weiter.

Mit destruktiver Kritik darfst Du Dir getrost den Hintern abwischen. Lasse nicht zu, dass Dich diese Menschen kränken oder fertig machen.

Meist schaffen sie weder selbst etwas Brauchbares noch erschaffen sie etwas Sinnvolles. Sie können nur schaden und zerstören. Das sind nichts weiter als Idioten, die einem eigentlich nur leid tun können, da soviel Hass in ihnen steckt. Eigentlich doch traurig.

Und die Betreffzeile?

Ach ja, abschließend noch ein Hinweis zum Titel dieses Beitrages, da auch eine Leserin kritisiert hat, dass sie Betreffzeilen manchmal unpassend findet.

Und ich bin ehrlich. So ganz unrecht hat sie nicht. Manchmal scheinen diese etwas „reisserisch“ zu sein und den Eindruck zu erwecken, ich wolle nur erreichen, dass man die Mail öffnet oder den Artikel liest.

Und das stimmt auch. Jeder von uns erhält eine Vielzahl von E-Mails. Ich bekomme an einem durchschnittlichen Tag über 200 E-Mails. Dabei sind natürlich nicht nur Rückmeldungen und Fragen meiner Leser, sondern auch Werbung und Newsletter.

Ich kann gar nicht alles lesen. Das wird Euch nicht viel anders gehen. Also wählt man aus, welche dieser Mails man überhaupt öffnet. Und dabei ist der Betreff das wichtigste Element.

Um im Internet gehört zu werden, muss man Aufmerksamkeit erregen. Und Aufmerksamkeit führt dazu, dass man Rückmeldungen bekommt. Und diese sind nicht immer nur positiv. Man muss lernen, damit klarzukommen.

Auch wenn die eine oder andere Betreffzeile nicht jedem gefällt – so ist Aufmerksamkeit (selbst wenn diese manchmal zu negativen Reaktionen führt) alle Mal besser, als in Vergessenheit zu geraten. Ich möchte nicht, dass meine E-Mails ungelesen im Papierkorb landen.

Ich möchte mit meinen Botschaften viele Leute erreichen, denn ich bin der Überzeugung, dass diese es wert sind, gehört zu werden. Wenn ich diese Überzeugung nicht hätte, würde ich das nicht machen.

Wenn Dir der Titel nicht dieses Beitrags nicht gefällt, so kann ich das verstehen. Aber immerhin hast Du den Artikel bis zum Ende gelesen und das ist doch gut.

Zumindest dann, wenn Dir der Artikel insgesamt gefallen hat. 🙂

Übrigens: In der Betreffzeile einer E-Mail würde ich diesen Titel natürlich niemals verwenden.

Was denkst Du darüber? Wurdest Du in der Vergangenheit häufig kritisiert? Wie bist Du damit umgegangen und wie gehst Du damit um? Nutze doch die Kommentarfunktion und lass uns an Deinen Gedanken teilhaben.

Ach ja: Und konstruktive Kritik ist natürlich ebenfalls willkommen! 😉

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