Besteht ein Zusammenhang zwischen einer Angststörung und Depressionen?

Angststörung und Depressionen

Zusammenhang zwischen einer Angststörung und Depressionen?

Was hat eine Angststörung mit Depressionen zu tun? Und was kannst Du sowohl gegen die Angststörung als auch gegen eine Depression tun?

Heute möchte ich wieder eine Leserfrage beantworten, die mir bereits häufiger gestellt wurde. Diesmal kommt sie von Michael. Michael leidet an einer Angststörung und hat gleichzeitig mit Depressionen zu tun. Und er möchte wissen, ob es einer Zusammenhang zwischen einer Angststörung und Depressionen gibt.

Meine Antwort ist folgendermaßen ausgefallen:

Angststörung mit Depression oder Depression mit Angststörung?

Du fragst, ob es einen Zusammenhang zwischen einer Angststörung und einer Depression gibt? Gerne will ich dir diese Frage aus meiner Sicht erklären, möchte jedoch darauf hinweisen, dass meine Erklärungen meine Erfahrungen widerspiegeln und ich keine wissenschaftlichen Beweise dafür bringen kann. Diese sind uns aber auch die Wissenschaftler, die sich mit diesen Dingen auseinandersetzen, uns noch schuldig.

Depressive Züge sind bei vielen Menschen mit einer Angststörung zu beobachten. Schließlich kann das Leben mit einer Angststörung einen manchmal ganz schön verzweifeln lassen. Auf der anderen Seite kann eine Depression auch die Grunderkrankung sein, zu der sich eine Angststörung gesellt. Und wie das alles zusammenhängt, ist meines Wissens nicht abschließend geklärt. Man kennt ja nicht einmal die Ursache für jede dieser psychischen Erkrankungen an sich.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es sehr viel Sinn machen kann, sein Leben fernab der psychischen Problematik auf den Prüfstand zu stellen und ggf. entsprechend zu verändern. Dabei geht es längst nicht immer um äußere Veränderungen. Auch die innere Einstellung zu gewissen Dingen des Lebens sollte man überprüfen.

Angststörung und Depression sind kein Persönlichkeitsmerkmal

Das ist manchmal gar nicht so einfach, da eine Angststörung und/oder eine Depression das Leben der Betroffenen so bestimmen und das zeitweise so viele Jahre, dass man sich ein Leben ohne diese Problematik gar nicht mehr vorstellen kann. Ja, man glaubt manchmal, Angststörung oder Depression seien Teil der Persönlichkeit. Und so kann es passieren, dass man unbewusst an diesen Erkrankungen festhält, da man befürchtet, ohne diese nicht mehr vollständig zu sein.

Das ist aber nicht der Fall. Eine Angststörung oder Depressionen sind nicht Teil Deiner Persönlichkeit. Es mag sein, dass eine gewisse Persönlichkeitsstruktur deren Auftreten begünstigt. Aber Du bist weit mehr als die psychische Problematik an sich.

Aber ganz klar: Wenn Du Dich letzten Endes davon verabschiedest, wird eine Menge Zeit frei und Du solltest wissen, womit Du diese füllst. Am besten mit schönen Dingen, mit Leidenschaft. Und Du solltest eine Ahnung davon haben, was Du für ein Leben führen möchtest.

Und nicht zuletzt dient eine psychische Erkrankung meiner Erfahrung nach unbewusst auch dazu, eine Entschuldigung dafür zu haben, warum wir bestimmte Dinge nicht umsetzen können, warum wir unser Leben nicht leben können bzw. uns nicht damit beschäftigen müssen, was wir überhaupt genau wollen. Denn das ist gar nicht so einfach herauszufinden.

Was ist mit Medikamenten?

Manchmal können Medikamente tatsächlich hilfreich sein, um sich auf diese Dinge konzentrieren zu können. Ich habe mich damals allerdings gegen die Einnahme von Antidepressiva entschieden. Warum, kannst du hier lesen. Allerdings muss man dazu auch sagen, dass ich beispielsweise nicht an schweren Depressionen gelitten habe. Ich war zwar ständig müde, war aber nie längere Zeit total antriebslos.

Eine Angststörung und Depressionen haben zudem gemeinsam, dass beide mit negativen Gedanken einhergehen. Die allermeisten sind ja ausgesprochene Pessimisten und sorgen sich viel um die Zukunft. Und an diesen automatisierten Gedanken (wir haben zu einem Großteil jeden Tag genau die gleichen Gedanken) sollte man meiner Meinung nach sowohl bei Depressionen als auch bei einer Angststörung arbeiten.

Ich empfehle Dir dieses Webinar. Da gehen wir noch intensiver auf diese Dinge ein.

Das soll es erst einmal gewesen sein. Ich hoffe, ich habe deine Frage zu Deiner Zufriedenheit beantwortet!

Lieben Gruß.

Sebastian

Was meinst Du?

Und was denkst Du darüber? Hast Du ebenfalls mit einer Angststörung und mit Depressionen zu tun? Wie sehen Deine Erfahrungen aus? Über einen Kommentar würde ich mich freuen!

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