Film über Panikattacken kommt ins Kino

Panikattacken FilmAm 07. Mai 2015 kommt ein Film ins Kino, den ich Dir wirklich ans Herz legen möchte.

Es handelt sich um den mit dem hessischen Film- und Kinopreis ausgezeichneten Film “Hedi Schneider steckt fest” von Regisseurin Sonja Heiss.

Im Mittelpunkt dieses Film steht eine dreiköpfige Familie, die damit zurechtkommen muss, dass die Dame des Hauses – Hedi Schneider – eine Angststörung bekommt.

Der Film wurde bereits von etlichen Kritikern mit Vorschusslorbeeren ausgezeichnet.

Worum geht es im Film?

Die im Grunde lebenslustige Hedi entwickelt innerhalb kürzester Zeit eine massive Angststörung. Immer wieder erleidet sie Panikattacken und Angstzustände, wobei sie befürchtet, sie bekomme einen Schlaganfall und müsse sterben.

Befürchtungen, die wohl jedem Betroffenen bekannt vorkommen.

Hedis Angststörung hat schwerwiegende Auswirkungen auf die Beziehung zu ihrem Mann Uli, der ebenfalls sehr darunter leidet. Auch diese Problematik wird eingehend beleuchtet.

“Hedi Schneider steckt fest” ist eine Komödie mit ernstem Inhalt und ich freue mich persönlich sehr auf diesen Film.

Schaue Dir den Trailer an:

Regisseurin Sonja Heiss hatte selbst eine Angststörung

Auch wenn es sich um keinen autobiographischen Film handelt, weiß Regisseurin Sonja Heiss wovon sie spricht. Schließlich litt sie selbst einmal an einer Angststörung.

In diesem Zusammenhang habe ich ein interessantes Interview von ihr gelesen. Dabei möchte ich zwei Aussagen besonders herausstellen:

“Es sind ganz viele, kleine Komponenten, die letztlich zu dem Zusammenbruch führen. Manchen Leuten passiert etwas Schreckliches und sie bekommen Panikattacken. Andere bekommen sie aus scheinbar fast nichtigem Anlass, weil sie zum Beispiel eine Grippe bekommen und sich schwach fühlen. Es gibt da wirklich tausende mögliche Gründe.”

Diese Aussage möchte ich unterstreichen. Die EINE Ursache für eine Angststörung gibt es meiner Meinung nach nur sehr selten.

Erfahrungsgemäß sind es meist mehrere Faktoren, die für das regelmäßige Auftreten von Angst und Panikattacken verantwortlich sind.

Deshalb behandeln wir übrigens in der Anti-Angst-Akademie auch viele unterschiedliche Faktoren. Es ist meist wie ein Puzzle, das sich nach und nach zusammenfügt.

Heiss hat Angststörung überwunden

“Und wenn man mal so eine Krise erlebt und überwunden hat, dann stärkt einen das auch. Man kann danach sogar glücklicher werden als vorher, weil man sich nicht mehr so über die Kleinigkeiten im Leben aufregt. Weil man auf eine Art gelassener und demütiger wird.”

MAN KANN EINE ANGSTSTÖRUNG ÜBERWINDEN. Heiss ist ein weiterer Beweis dafür, dass man nicht lernen muss mit einer Angststörung zu leben, sondern Angstzustände und Panikattacken überwinden kann.

Und das Leben kann sogar besser werden. Auch ich weiß das Leben heute sehr viel mehr zu schätzen als vor meiner Angststörung, fühle mich vollständiger und bin insgesamt glücklicher.

Dass man nicht ständig glücklich sein kann und wie der Lila-Laune-Bär ständig grinsend durch die Gegend läuft, versteht sich von selbst. Erwartungen wie diese sind auch ohne die Angststörung nicht erfüllbar.

Das hat auch Heiss erkannt: “Das Glück ist ja kein Dauerzustand. Aber ich bin ganz zufrieden. Manchmal. Und manchmal auch gar nicht. Wie jeder wahrscheinlich.”

Das komplette Interview findest Du übrigens hier.

Ich freue mich auf Deinen Kommentar

Ich begrüße es immer, wenn das Tabuthema “Angststörung” in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerät. Auf diese Weise werden auch psychische Erkrankungen immer weniger zum Tabu.

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5 Kommentare

  1. Vivienne sagt:

    Ich leide selbst seit einigen Jahren unter Panikattacken und empfand den Film beinahe schon als eine Frechheit, Angstpatienten gegenüber. Völlig überdreht, langweilig, grottenschlecht gespielt, nervtötend ohne jeglichen Tiefgang und in vielerlei Hinsicht an der Realität vorbei. Wie ein richtig schlechter Eddy Murphy Film.

  2. Regina Hader sagt:

    Hallo. Ich schaue mir den Film heute Abend zum 1x an. Seit knapp 1 Jahr habe ich das nämlich sehr ausgeprägt und ich schaue den Film mit meinem Mann um ihm vielleicht näher zu bringen wie es in mir ausschaut. . Denn gut zu erklären ist diese Krankheit ja irgendwie nicht 🙁

    ich würde gerne erfahren wie man den Weg daraus findet.

  3. Hallo,

    Eigentlich ist es noch ein weitreichendes Tabu-Thema. Eigentlich wird es nicht verstanden. Oft sogar von Fachleuten nicht. Ziemlich häufig wird falsch therapiert. Es gibt viele Menschen, die in ihren Ängsten gefangen leben, vielmehr überleben. Für Betroffene ist die Schwierigkeit “das Phänomen der Angst” dem Umfeld, der Familie zu erklären, was er selber nicht wirklich verstehe. Alles ist diffus.

    Auch das Umfeld eines Betroffenen leidet. Es ist oft hilflos und trägt resultierend aus dieser Hilflosigkeit dazu bei, dass das System der Angst “läuft”.

    Was erwarte ich von diesem Film? Ich hoffe, dass er etwas “Unaussprechliches” näher bringt. Ich hoffe, dass er das Thema auch in der Psychiatrie bewegen wird. Viele “Behandlungsmethoden” sind nicht voller Substanz. Ich erwarte, dass der “Angstpatient” im Mensch es schafft die Momente der Todesangst mit all´ seinem Schrecken verständlich macht. Das ist herausfordernd!

    Ich freue mich auf dem Film.
    Herzliche Grüße
    Nicole

  4. Kathy sagt:

    Hallo Sebastian und alle anderen Leidensgenossen,

    ich freue mich sehr von dem Film erfahren zu haben und werde schnellstens zusehen, in welchem Kino er noch läuft. Gerade in diesen Situationen packt mich meine Angst nämlich immer wieder: Wenn man entspannt ist und an nicht denkt außer den Film oder das Buch, also das, dem man sich gerade konzentriert widmen möchte.
    Komischerweise habe ich NIE Symptome wenn ich mich mit meiner Angststörung und den Symptomen auseinandersetze…

    Liebe Grüße und vielen Dank für die vielen tollen Infos 🙂
    Kathy

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