Meine Hypochondrie

Ich war ja schon immer ein bisschen ängstlich, was Krankheiten angeht. Schon als kleines Kind dachte ich einmal ich muss sterben, weil ich eine Zitrone im Mund hatte, als mir einfiel, dass meine Eltern mal gesagt haben, sie seien mit Gift gespritzt.

Bis zu einem gewissen Grad mag das alles noch ganz lustig sein. Promis wie Harald Schmidt kokettieren damit, Hypochonder zu sein. lassen Sie sich jedoch gesagt sein: Hypochondrie ist für die Betroffenen keine besonders lustige Sache!

Was vielen nicht klar ist: Hypochondrie ist weit mehr als das übertriebene Leiden vieler Männer bei einer kleinen Erkältung. Viel mehr. Bei einer normalen Erkältung, die mit Schnupfen und Halsschmerzen einhergeht, hatte ich zum Beispiel weitaus weniger Angst als bei isoliertem Husten. Bei den Symptomen einer Erkältung war ich mir schließlich imme recht sicher, dass ich wirklich eine Erkältung hatte. Aber isolierter Husten? das konnte doch auch Ausdruck einer ernsthaften Lungernerkrankung sein! So dachte ich als Hypochonder.

Ich möchte Hypochondrie einmal so beschreiben: Ich finde den Hypochonder mit “der eingebildete Kranke” zu übersetzen, trifft es nicht ganz. Es hört sich so an als habe dieser keinerlei Symptome. Ich kann gar nicht sagen, welch umfangreiche Symptomatik ich hatte. Diese bestanden aus recht normalen Symptomen wie sie vielleicht jeder kennt, wie Schwindel, Durchfall, Rückenschmerzen oder Husten bis hin zu wirklich seltsamen Dingen wie Gesichtsfeldausfall, Taubheitsgefühle, Sehstörungen oder Tinnitus.

Ich werden hier in der nächsten Zeit noch auf verschiedene Symptome eingehen bzw. diese näher beschreiben. Ich möchte ja nicht leugnen, dass diese Symptome nicht auch einen ernsthaften Hintergrund haben können. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist jedoch gering. Mein Ziel ist es vorrangig Sie zu beruhigen, falls auch Sie an Hypochondrie leiden. Denn trotz aller Symptome wurde bei mir nie eine wirklich ernste Erkrankung festgestellt.

Hatte ich Husten, konnte ich ja Lungenkrebs haben. Das war zwar nicht wahrscheinlich, aber durchaus im Rahmen des Möglichen. Zudem hieß es ja nicht, dass das eher Unwahrscheinliche nicht auch eintreten konnte!

Ich ging also früher oder später (meist früher) zum Arzt. Der hörte meine Lunge ab und schickte mich wieder nach Hause. “Mit ihrer Lunge ist alles in Ordnung.” Ja, nee ist klar! Es mag ja sein, dass man etwas an der Lunge hört, wenn man in einem späteren Stadium ist. Lungenkrebs in einem frühen Stadium hört doch eh nicht. Aber so ein MRT oder CT…” Das waren in Zeiten meiner Hypochondrie so meine Gedankengänge in diesen Situationen.

War mein Puls ein wenig erhöht, so litt ich unter einer schwerwiegenden Herzerkrankung, hatte ich Kopfschmerzen, konnte ein Hirntumor die Ursache sein, war mir mal wieder insgesamt “total komisch” hatte ich vermutlich MS. Multiple Sklerose war überhaupt eine meiner Lieblingserkrankungen. So gut wie alle Symptome können bei MS auftreten, wie ich recherchiert habe.

Also ab zum Neurologen, CT, Kernspin und EEG.” Dort ist nichts zu sehen, Sie haben kein MS.” Also war ich erst einmal beruhigt. Ich wurde ja gründlich untersucht. Ein paar Wochen später (wenn überhaupt) war ich von den Fähigkeiten des Arztes nicht mehr so richtig überzeugt.

Ich habe so viele Untersuchungen machen lassen und nie wurde etwas festgestellt. Dabei machte es mir wirklich keinen Spaß beim Arzt zu sitzen, wie man vielleicht annehmen könnte.

Hypochonder haben also Symptome, sie bilden sie sich nicht ein! Allerdings haben sie Angst, dass diese der Ausdruck einer ernsthaften Krankheit sein könnten. Ich würde Hypochonder auch nicht als besonders wehleidig bezeichnen. Es ist eine psychische Erkrankung, die verschiedene Ursachen haben kann.

Auch teilweise gemachte Äußerungen wie “Der/Die will ja nur Aufmerksamkeit auf sich ziehen” halte ich für völlig verfehlt. Ich zumindest konnte immer sehr gut darauf verzichten, ständig mit dieser Angst leben zu müssen!

An alle Hypochonder: Lest Euch beispielsweise bei Netdoktor wirklich nur die Beschreibungen bezüglich dieser psychischen Störung durch. Internetforen, die sich mit Krankheiten beschäftigen sind mit das Schlimmste, das man sich als Hypochonder antun kann!

Diese Beiträge könnten Dir auch gefallen...

39 Kommentare

  1. Kerstin sagt:

    Hallo Sebastian , leide seit Jahren unter Depression und Ängste hab schon einige Klinikaufenthalte und Therapien hinter mir . Danach ging es mir nur kurze Zeit gut mal mit Medikamente mal ohne. Hatte keine Körperlichen Beschwerden angefangen hat das ganze letztes Jahr bei mir mit Magen Darm Beschwerden dann der Oberbauch .Unterbauch dann ständig Halsschmerzen ,Globusgefühl im Hals. Migräne das volle Programm eben hab auch ein Arztmarathon hinter mir dann wurde MS festgestellt dann hieß es wieder keine MS obwohl im MRT( Kopf) Place zu sehen ist . Es hieß dann das ist eine andere Neurologische Sache .Die Tippen auf Migräne .Dann spielen die Zähne verrückt Knochenabbau und das alles mit diesen Ängsten echt nicht ganz einfach für mich .Hab mir jetzt dein Buch gekauft und bin gespannt darauf wie du selbst mit dem einen oder anderen umgegangen Bist .Bin zur Zeit in Therapie aber so richtig weiter bin ich leider nicht da die anderen Teilnehmer wenig bis gar nicht diese Somatoforme Form haben. Bin in Gruppentherapie bekomme die Tage den Termin mit geteilt zwecks Spiegelung der Speiseröhre wird Stationär gemacht leider das heißt eine Nacht im Krankenhaus. Was würde ich dafür geben es nicht machen zu lassen. Sorry für so viel Text vielleicht erkennt sich der eine oder andere darin ja wieder GLG Kerstin

    • Sebastian sagt:

      Hallo Kerstin,

      ich kann gut nachvollziehen, wie verzweifelt Du bist. Schließlich merkst Du, dass irgendetwas nicht stimmt. Letztlich könnte es sein, dass beispielsweise etwas harmloses Neurologisches eine Rolle spielt. Möglicherweise kann man es heutzutage noch nicht sichtbar machen. Auch die Migräne ist ja immer noch ein Rätsel. Wir wissen also Vieles noch gar nicht. Migräne kann beispielsweise (auch Tage im Vorfeld) seltsame Symptome hervorrufen. Die machen Angst. Und die Anspannung könnte sich auf den Kiefer auswirken und die Zähne beeinflussen…
      Aber sag mal Bescheid, wie Dir mein Buch gefallen hat und ob etwas bei der Untersuchung herausgekommen ist.

      Beste Grüße.

      Sebastian

  2. Maja sagt:

    Hallo,
    In vielem was ich hier lese erkenne ich mich wieder. Ich weiß nicht ob man mich Hypochonder nennen kann aber dass ich angst vor Krankheiten habe, bezweifle ich mittlerweile nicht mehr. Bei mir fing es, soweit ich mich erinnere mit keinem körperlichen symptom.ich erinnere mich dass ich ganz plötzlich einige Male bevor ich mich zu Bett begab eine Art sorge angst packte,dass eventuell mein Mann oder meine Tochter unheilbar erkranken könnten.danach bemerkte ich ein Kribbeln in den Zehen aus dem Kribbeln im Zeh wurde ein Kribbeln im Fuß und steigerte sich immer weiter hoch,die Symptome wie auch ich selbst. Nun war ich beunruhigt verängstigt in sorge Panik etc. ich begann zu googeln fand Unmengen von Informationen Foren, medizinische Seiten seriöse wie auch weniger seriöse.je mehr ich lies umso schlechter erging es mir ich bekam muskelzuckungen,kribbeln,brennen,ziehen, zum Teil auch schmerzen vor allem im Bereich der Waden und Unterschenkel.ich beschloss im Internet nach Fachärzten zu suchen, die sich im Bereich der Krankheit ALS spezialisieren.ich verfasste meine Mail und Versand diese an 3 Ärzte so verzweifelt war ich,ich wusste ich brauche Sicherheit sonst flipp ich aus.alle drei antworteten einer hatte nicht mal das Problem eine ferndiagnose abzugeben und schloss ALS aus,denn die Symptomatik passte nicht.der zweite Arzt rief mich an es war ein Oberarzt und bot mir einen Termin zur Untersuchung an.ich war einerseits erfreut andererseits panisch denn was würde er diagnostizieren?nun beide waren Neurologen vor dem Termin war ich aber bereits von einem anderen Neurologen untersucht worden,der Schloß eine neurologische Erkrankung sofort aus und gab mir eine Überweisung zur Psychotherapie.ich bereitete mich auf den Termin mit dem Oberarzt sehr genau vor Schrieb vier Seiten auf mit möglichen Krankheiten,meinen Symptomen,Untersuchungen die durchgeführt werden sollten etc. An dem Tag in der Klinik bei dem Oberarzt wurde ich in seinem Zimmer gründlich untersucht,er nahm sich wirklich viel zeit als er meinen Block sah aus dem ich vorlies und diesen mir abnahm,sagte er Frau x das hier ist nicht normal dies sei schon hypochondrisch ich dachte mir nur warum denn ich wollte doch nur gut vorbereitet sein. Es wurde Blut abgenommen ein emg und eeg gemacht alles unauffällig.danach empfohlen er mir eine psychiatrische Behandlung.ich wollte ein mrt vom Kopf doch das wurde abgelehnt es bestand gar kein bedarf. Das nur kurz zu mir da waren noch mehr Ärzte und Neurologen involviert.der eine Arzt vermittelte mir persönlich Sicherheit nur leider ist auch diese verflogen das war vor 6monaten.ich hatte soviele eigenartige Symptome.schwindel,Benommenheit,hitzewallungen,rasanten Puls,Verspannungen vor allem im rechten Arm so ein Schwächegefühl doch kraft ist vorhanden.nun war ich beim Sport und hatte beim dritten mal beinschmerzen da dachte ich es ist doch ALS,muskelzuckung war vermehr an einer Stelle aber nicht konstant nur ab und an nun bewege ich ständig mein Bein um es nicht zu spüren wenn es zufällig wieder auftritt.es ist schlimm ich drehe mich im Kreis und komme nicht raus.werde psychologisch betreut aber irgendwie will ich einfach wieder unbeschwert Leben für mich meine Tochter und meinen Mann.warum angst vor ALS?die Tante meines Mannes hatte diese Krankheit und ist letztes jahr gestorben.habe diese Krankheit vorher garnet gekannt.kannst du mir Tipps geben wie ich mir selbst helfen könnte?danke

  3. Markus sagt:

    Das ist schon der Wahnsinn. .. Da Google ich uber gaaaanz was anderes und finde den Kommentar von Sabrina. Muskelzucken – Angst vor ALS ! Meine GROSSE Angst der letzten 4 Monate

  4. Ve sagt:

    Hallo Sebastian,
    ich heiße Veronika, bin 30 Jahre alt und habe 3 Kinder. Leide seit ein paar Wochen an dem sogenannten Lhermitte Zeichen. Der anfängliche Verdacht der Multiplen Sklerose hat sich – Gott sei Dank – nicht bestätigt. Habe alle dafür erforderlichen Untersuchungen gemacht (die Röhre war kein Spaß)… Das eigentliche Problem ist, dass ich dieses Nackenbeugezeichen immernoch habe und mir einbilde, dass die Ärzte bestimmt etwas übersehen haben. Nach dem MRT ging es mir 2 Tage blendend – Juhu, ich bin nicht krank. Dann kamen die ersten Zweifel. Und jetzt bin ich wieder ganz am Anfang. Höre auf jedes Zeichen meines Körpers. Bilde mir irgendwelche Symptome ein. Ich werde noch wahnsinnig, da ich immernoch Angst vor MS habe. Alle Ärzte haben dies jedoch ausgeschlossen. Morgen bin ich wieder beim Neurologen. Nur um mir die X-te Bestätigung zu holen, dass ich gesund bin. Das glaube ich dann ein paar Tage und dann fangen die Zweifel wieder an. Mensch! Was kann ich tun?! Ich weiß es nicht. Naja, vielleicht kannst du mir nen Tipp geben 🙂
    Viele Grüße,
    Ve

  5. sabrina sagt:

    Hallo Sebastian,

    Ich melde mich nach langer Zeit auch mal. Ich heisse Sabrina und bin 33, Mutter von 2 Kinder.
    Leide seid letztes Jahr Februar an Hypochondrie und generalistische ängstörung.
    Hab auch schon viele Untersuchungen hinter mir, und alles ohne Befund.
    Mein größtes Problem ist das ich seid November an Muskelzuckungen am ganzen Körper leide, mit kribbeln und rauschen meist nur in den Beinen aber auch Hände und Mund. Ich hab wieder solche Angst vor ALS, ich werde wieder verrückt. Der erste Neurologe meinte es waren unruhige Beine und der 2. Meint das es zu 100% kein ALS ist und er sein Kopf deswegen auf ein silbernen tablet legen würde. Da man in der Medizin aber nicht zu 100% sicher sein könnte wurde er halt sagen zu 99%. Und jetzt soll ich in 6 Woche. Wieder zur Kontrolle was mir halt wieder sehr Angst macht. Weil ich einfach glaube das er doch ein Verdacht hat. Und seid dem ich bei ihn in der Praxis war geht es mir wieder richtig schlecht. Hab auch ein komsiches Gefühl im rechten bein das ich mir denken, es kann ja nur die Krankheit sein. Die Symptome hören einfach nicht auf.
    Sorry fürs blabla 🙂
    LG sabrina

  6. Andrea sagt:

    Hallo,

    ich habe hier bereits schon mal geschrieben bzgl. Panikattacken. Seit 3-4 Monaten beschleicht mich das Gefühl, dass ich auch an Hypochondrie leide. Angefangen hat es mit Herzstolpern. Hatte Angst irgendwas am Herzen zu haben. Ab zum Arzt, 24-Stdg EGK gemacht… soll alles normal sein. Dann fing es an das ich stechen in den Organen hatte, Bauch, Brust überall gelegentlich. Hab mit meinem Freund gesprochen (Rettungsassistent) und er sagte mir das kann normal sein es wären nerven die sich kurzzeitig eingeklemmt haben. Gut ok, hab ich ihm geglaubt und wenn wieder sowas vorkommt dann bin ich relativ ruhig.

    Nun seit ca. 1 Woche habe ich Atembeschwerden. Vielleicht mache ich das selbst aber dann denke ich mir ich atme zu schnell und versuche das zu kontrollieren. Sogar so weit bis ich schon merke mein Körper will wieder atmen aber ich lasse ihn nicht weil ich denke wieder ein- oder ausatmen ist noch zu früh und dann die Angst das ich Hyperventiliere…. Abends im Bett ist es am schlimmsten.

    Ich habe auch diese Atemtechnick-CDs aber ich bin da kein Freund von. Ich weiß auch nicht warum.

    Nun kamen seit heute auch stechen im Kopf hinzu…. ich will diese Gedanken einfach nicht mehr.

    Ich bin aber auch so sehr ein schisser, ich kann mich mit dem Symtomen nicht wirklich auseinander setzen. Ich kann mir nichts im Internet durchlesen auch angst noch verrückter zu werden. Zudem fange ich an Angst zu entwickeln, was Medikamente angeht. Wenn ich Kopfschmerzen habe, habe ich eigentlich IBU genommen aber nunmehr überlege ich auch ob ich eine nehmen soll oder nicht weil ich denke das ist doch auch nicht gut immer eine Tablette zu nehmen wenn man Kopfschmerzen hat. Dann leider ich irgendwie lieber.

    Bezgl. meiner Panikattacken nehme ich Lanvendeltabletten gegen die innere Unruhe. Auch habe ich für die Attacken in dem Moment oder gegen Schlafstörungen Baldriantropfen bekommen. Aber egal wie schlecht es mir ging, die Angst diese Tropfen bewirken bei mir irgendwas schlimmes hab ich die Packung nicht einmal geöffnet und benutzt.

    Ich weiß nicht was ich gegen diese Angst machen soll. Was auch lächerlich war, vor ein paar Tagen habe ich mir einen Kopf gemacht ob ich wirklich eine Pizza essen soll, da diese ja ungesund ist. Ich hab dann doch was davon gegessen aber nur die Hälfte. Nun mach ich mir Gedanken ob ich durch die ganze Sache vielleicht ein schlechtes essverhalten entwickle…

    Bin auch in Therapie, aber wirklich zufrieden bin ich nicht. Bin jetzt seit einem halben jahr dort und wir sind nicht weiter als “machen sie täglich die Entspannungsübungen”. Aber auch hier finde ich die Therapie für mich nicht sehr hilfreich. Bin ich zu ungeduldig oder soll ich mir einen anderen Therapeuten suchen?

    LG Andrea

    • Sebastian sagt:

      Hallo Andrea,
      es ist oft nicht leicht zu akzeptieren, dass die Symptome tatsächlich allein durch Angst und Panikattacken ausgelöst werden können. Oftmals ist das jedoch der Fall. Eine Pizza ist je nach Belag sicherlich nicht so ungesund, wie man meint und ab und zu darf man auch einmal ohne schlechtes Gewissen “sündigen”. Das ist sicherlich übertrieben.
      Wenn man oft Kopfschmerzen hat, sollte man herausfinden, woran das liegt. Liegen Spannungskopfschmerzen vor, helfen beispielsweise Entspannungstechniken und Sport, eben Maßnahmen zum Stressabbau. Zudem hilft der Aufbau der Rücken- und Nackenmuskulatur meist unheimlich gut. Kommt es dennoch zu Kopfschmerzen, kann man sicherlich mal eine Schmerztablette nehmen. Das ist zumindest meine Meinung.

      Atemtechniken haben mir damals auch eher Angst gemacht, mir hat die progressive Muskelentspannung gut geholfen.

      Bezüglich Deiner Therapie empfehle ich Dir, Deine Befürchtungen offen anzusprechen.

  7. Sandra sagt:

    Hallo Sebastian,
    ich leide seit einem Jahr ganz stark an Hypochondrie, Agoraphobie und Panikstörung. Die Panikattacken kommen jeden Tag, die blöden Gedanken alle paar Minuten..
    Mein aktuelles Problem, ich habe so Angst vor Lungenkrebs. Habe folgende Symptome: Abgeschlagenheit, schwere Beine, Schmerzen in der Mitte des Brustkorbs, ab und zu schwer Luft und es war sogar schon mal bisschen Blut im Auswurf. Ich war bei zwei Ärzten. Der eine meinte wenn ich älter wäre (bin 25) wären meine Symptome besorgniserregend. Der andere Arzt meinte Schmerzen hat man nicht von der Lunge und auf einem Röntgenbild würde man aber auch nichts erkennen, eher auf einem CT, das man aber wegen der Strahlen nicht macht. Was soll man da noch machen? Zu einem dritten Arzt, um sich noch mehr verunsichern zu lassen? Es ist so schwer 🙁 Außerdem habe ich Krämpfe am Gaumen und Kiefer und viele anderen Symptome, woher weiß man auch nicht..
    Es wurden bereits EKG, Ultraschall vom Herzen, MRT vom Kopf und vor einem Jahr Röntgenbild der Lunge gemacht. Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Ich will wieder unbeschwert leben und glücklich sein. In Therapie bin ich schon..
    Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.
    Viele Grüße

    • Sebastian sagt:

      Also, wenn ein Arzt den Verdacht hätte, dass es Krebs sein könnte, würde man sicherlich ein CT machen lassen. Er sieht wohl nicht die Notwendigkeit und das sollte Dich beruhigen. Ich kann natürlich auch nicht sagen, woher diese Symptome kommen.

  8. Anne sagt:

    Hey, Danke für die schnelle Antwort.
    Deine Antwort hat mich total gefreut! Wie gesagt hat mir bisher jeder Arzt, egal ob Hausarzt, Neurologe oder Psychologe irgendein Medikament verschrieben und ich hatte von Anfang an ein schlechtes Gefühl dabei und hab die Tabletten nicht geschluckt. In der Klinik hab ich dann zum ersten Mal diese Medikamente nehmen müssen und hab mich körperlich ganz schlecht gefühlt. Außerdem haben mich meine Mitpatienten echt geschockt, die waren alle schon komplett runter gebeamt, völlig ohne Mimik und Regung. Mit großen Augen liefen sie wie kleine Zombies durch die Gegend. Echt schauerlich, obwohl es wirklich super nette Menschen waren. Nur ihre wahre Persönlichkeit war durch die vielen Medikamente (und ich meine wirklich viele! Alleine ich bekam 4 verschiedene Mittelchen, zum Beruhigen, zum Schlafen, morgens zum “Stimmungsaufhellen” und weil das bei mir zuviel aufgehellt war wieder was zum Drosseln…) verschleiert. Für mich war das nicht der richtige Weg, mit meiner Angst, den Panikattacken und der völligen Erschöpfung klar zu kommen. Ich weiß, dass es Fälle gibt, wo Psychopharmika unerlässlich sind. Eine Therapeutin hat mich gar nicht aufgenommen weil sie meinte, wenn ich keine Medikamente nehme bin ich nicht therapierfähig. Zum Glück gibt es noch ein paar andere Therapeuten :-). Ich bekomme momentan B-Vitamine, Magnesium und Vitamin C hochdosiert intravenös und dazu nehme ich noch so pflanzliche Beruhigungstabletten. Mir hilft das zumindest um körperlich wieder belastbarer zu werden. Merke gerade, dass die Energie zurückkommt. Gutes Gefühl 🙂
    Schön, dass Du Deine eigene Erfahrung hier teilst und so tolle Tipps gibst. Wenn man all das liest fühlt man sich nicht mehr als einzig Bekloppte auf der Welt :-).

    Ich geb Dir gerne ein Feedback wenn ich Dein Buch durch habe.

    Viele Grüße und Danke nochmal.

  9. Anne sagt:

    Hallo Sebastian,

    ich habe mir eben Dein Buch bestellt und warte gespannt darauf :-).
    Seit einem Jahr renn ich von Arzt zu Arzt, Darmspiegelung, Magenspiegelung, MRT vom Kopf, HNO-Arzt, Neurologe etc… Zweimal haben mich heftige Panikattacken zu einem stationären Aufenthalt im Krankenhaus gebracht (zu dieser Zeit wusste ich nicht, dass das Panikattacken sind und dachte, ich bekomme einen Herzinfarkt). Alles immer ohne Befund. Ich befinde mich seit einigen Monaten in einer sehr akuten Phase, verbunden mit Burnout, die vor ein paar Wochen zu einer freiwilligen Einweisung in eine Fachklinik für Psychologie geführt hat. Leider war dieser Aufenthalt alles andere als erfolgreich. Ich wurde medikamentös komplett ruhig gestellt und das hat mich völlig verrrückt, unruhig und zappelig gemacht. Therapie in dem Sinn gab es nicht, pro Woche lediglich 3 Gruppengespräche. Die anderen Patienten waren super nett, aber die Krankheitsbilder haben nicht zueinander gepasst und für mich war das Gruppengespräch zwar unterhaltsam aber es hat gar nichts gebracht. Nach einer Woche hab ich die Klinik wieder auf eigenen Wunsch verlassen und war eine nervliche Komplettkatastrophe. Seither hab ich Muskelzucken am ganzen Körper, was mich nun widerum vermuten lässt, an ALS erkrankt zu sein. Ich muss Dir den Disput zwischen Verstand und Gefühl/Einbildung sicher nicht erklären :-). Engelchen und Teufelchen in meinem Kopf spielen PingPong. In 2 Wochen geht nun endlich meine ambulante Psychotherapie los und ich hoffe und denke, dass mir das weiterhilft. Was mich interessieren würde, hast Du Medikamente genommen und wenn ja, was genau? Ich habe inzwischen schon viele verschiedenen Medikamente verschrieben bekommen, zur Zeit setze ich aber auf B-Vitamine und pflanzliche Sachen.

    Liebe Grüße und Danke für die Info.

    • Sebastian sagt:

      Das kenne ich zur Genüge. Kann gar nicht mehr zählen, wieviele Arztbesuche und im Nachhinein unnötige Untersuchungen ich habe über mich ergehen lassen. Wenn Muskelzucken gleich ALS bedeutet, wäre ich vermutlich schon an den Rollstuhl gefesselt. 😉

      Wenn Du “Exfreundin Angst” bestellt hast, wirst Du bald lesen können, dass ich nie Medikamente genommen habe. In meinem Buch widme ich diesem Thema ein eigenes, kleines Kapitel. Das Buch wird in der Regel noch am gleichen Tag nach Zahlungseingang versendet. Dürfte also nicht mehr lange dauern, bis Du es in Händen hältst, habe jedoch momentan keinen detaillierten Überblick über all die Bestellungen. 🙂 Lass mal hören, wie es Dir gefallen hat.

      Warum ich mich gegen Antidepressiva entschieden habe, kannst Du aber auch hier schon einmal in einer abgespeckten Version nachlesen: psog.de/antidepressiva.

      Viele Grüße.

      Sebastian

  10. Katy sagt:

    Erstmal liebe Grüße an alle Hypochonder und damit wohl auch an mich selbst (31 Jahre alt;-)
    Lieber Sebastian, vielen Dank für Dein Engagement! Es tut gut, über Deine Erfahrungen zu lesen und ein wenig (eigentlich schon ziemlich viel) Hoffnung auf Besserung (Optimismus) zu schöpfen. Ich glaube, wenn ich “geheilt” wäre, würde ich sagen, dass mir der ganze Scheiß für immer den Buckel runterrutschen kann. Daher großes Lob!

    Seit dem Ende meiner Schulzeit (vorher strotzte ich zumindest rückblickend vor Gesundheit und Selbstbewusstsein…) hatte ich mit unerklärbaren ewig andauernden Blasenbeschwerden zu kämpfen, die, nachdem ich mir plötzlich sicher war, dass da organisch nichts ist, am nächsten Tag von unerklärlichen Atembeschwerden abgelöst wurden. Mittlerweile weiß ich, dass dahinter die Angst steht, nicht alles kontrollieren zu können, zu versagen, alles perfekt machen zu müssen, die Angst durch irgendeine schwere Erkrankung zur Belastung meiner Familie zu werden usw.

    Also habe ich mir im Laufe der Jahre immer mal wieder ein neues “Stressorgan” gesucht. Da ich schon jahrelang unter nachgewiesenermaßen harmlosen Herzrhythmusstörungen (SVES) leide, mache ich natürlich auch das Herz ständig zu meinem Zielorgan, zumal beim Kardiologen eine angeborene Fehlstellung und leichte Insuffizienz einer Herzklappe nachgewiesen wurde (wer suchet der findet), die allerdings durchs MRT als klinisch nicht relevant eingestuft wurde. Aber jetzt, wo ichs schonmal weiß, kann ich mir da ja mal richtig nen Kopf machen (hat mich zwar mein ganzes Leben lang nicht gestört, aber was soll’s…hallo????) . Ne Praxishypertonie (hallo Susanne) hab ich seit ich denken kann. Im letzten Teil meiner Schwangerschaft vor 1,5 Jahren nach Umzug und Praxiswechsel (in der Praxis meines Vertrauens vorher waren die Werte top) wurden die hohen Blutdruckwerte zu so einer Katastrophe hochgeschaukelt, dass ich heute nicht mal zuhause an das Messgerät denken kann, ohne in Panik und Angst zu verfallen. Dementsprechend schwankend fallen meine Werte aus (weil ich ja trotzdem unbedingt messen muss) und daher suche ich minutiös nach den Zeichen meines ersten Schlaganfalls und Schäden an Herz, Augen und Nieren. Zwischendurch war ich davon abgelenkt, da ich überzeugt war MS oder ALS zu haben, jeder andere hätte meine Symptome direkt auf die neu begonnene Pilleneinnahme geschoben. Natürlich waren die Symptome 1 Woche nach Einnahmeabbruch verschwunden…tse! Ich hatte Todesangst. Natürlich ist Herz- und Schlaganfallangst nun wieder da… Bis vor drei Wochen hat das mein Leben bestimmt, plötzlich habe ich das so satt!! Jetzt sehe ich meine kleine Tochter an, versuche mir ihre Freude am Moment abzugucken. Ich hab meinen Mann das Blutdruckmessgerät verstecken lassen (nehme zur Beruhigung NATÜRLICH, um nichts zu versäumen, die Minidosis Betablocker;-))) und habe mir Dein Buch “Exfreundin Angst” zugelegt, wobei es während des Lesens häufig Klick gemacht hat, ohne dass ich verstanden habe, warum (eigentlich waren mir viele Dinge doch schon klar gewesen, aber ich hatte nach manchen Abschnitten das Gefühl gelöster zu sein). Ach ja, und ich habe aufgehört zu googlen und angefangen zu joggen. Seitdem habe ich oft richtig gute, lebenswerte Tage und doofe rückfällige Tage, die mir nun umso mehr auf die Nerven gehen. Also hab ich mir nun nen Therapieplatz für eine ambulante Verhaltenstherapie gesucht, die bald beginnt und mit deren Hilfe ich meine Angst wie Du “in die Wüste schicken” will und lernen will, entspannt Blutdruck zu messen (wirklich albern!!!)…Weil ich einfach keinen Bock mehr darauf habe, mir mein Leben selbst zu versauen. Aber ich habe auch große Angst (natürlich), dass mir das alles nicht dauerhaft hilft und ich aus diesem Angststrudel nicht mehr rauskomme!

    Sorry, sorry, sorry für diesen Roman, aber manchmal hilft es, sich alles von der Seele zu schreiben…

    Liebe Grüße,
    Katy

    • admin sagt:

      Hallo Katy,
      vielen Dank für Deinen Kommentar und die lobenden Worte für mein Buch. Es freut mich, dass es Dir eine Hilfestellung bei Deiner Angststörung ist. Ich habe übrigens auch eine leichtgeradige Herzklappeninsuffizienz, die allerdings keine Bedeutung hat. Wie Du sagst: “Wer suchet, der findet!”

      Ganz ehrlich: Nach dem was Du schreibst, bin ich mir sicher, dass Deine Angst, dass Dir das alles dauerhaft nicht hilft, unbegründet ist. Du bist auf dem richtigen Weg. Von heute auf morgen kann die Angst nur selten verschwinden, man muss auch erst einmal wieder lernen ohne Angst zu leben. Oder wie war das noch mit dem Verlustgefühl, nachdem ich meine Angst in den Fluss geworfen habe? 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.