Psychologischer Psychotherapeut oder Arzt?

Es ist nicht einfach den richtigen Therapeuten zu finden. Zuletzt haben wir uns damit befasst, was der Unterschied zwischen Verhaltenstherapie und tiefenpsychologisch orientierter Psychotherapie ist. Daneben gibt es unterschiedliche Berufsbezeichnungen, über die man ebenfalls Bescheid wissen sollte, um den richtigen Therapeuten zu finden.

Ärzte, die sich mit psychischen Erkrankungen befassen, haben Medizin studiert. Ärzte sind oftmals Psychiater, die sich auf den Bereich “Psychiatrie” spezialisiert haben. Diese beschäftigen sich vor allem mit sehr schweren psychischen Krankheiten, bei denen in der Regel eine medikamentöse Behandlung notwendig ist.

Es gibt aber auch ärztliche Psychotherapeuten, die eine Weiterbildung im Bereich der Psychotherapie haben.

Außerdem gibt es psychologische Psychotherapeuten. Diese Berufsgruppe hat Psychologie studiert, womit sie erst einmal Diplom-Psychologen sind. Erst nach einer mehrjährigen Weiterbildung dürfen sie sich psychologische Psychotherapeuten nennen.

Während Ärzte mit einem psychotherapeutischen Hintergrund meist tiefenpsychologisch ausgerichtet sind, findet man unter den psychologischen Psychotherapeuten meist Verhaltenstherapeuten.

Daneben gibt es noch andere Psychotherapeuten, wie beispielsweise die Gruppe der Heilpraktiker mit einer psychotherapeutischen Ausbildung.

Welche Berufsgruppe ist die Beste?

Wie nicht anders zu erwarten, kann man diese Frage nicht pauschal beantworten. Bei bestimmten (schweren) Erkrankungen ist sicherlich ein Psychiater vorzuziehen, bei anderen hingegen kann ein Psychotherapeut besser helfen.

Ich habe mittlerweile alle Berufsgruppen kennen lernen dürfen. Meine ambulante Verhaltenstherapeutin war psychologische Psychotherapeutin. Gleiches gilt für die mich behandelnde Therapeutin in der psychosomatischen Klinik. Beide waren wirklich gut.

Im Zuge meiner Hypochondrie habe ich natürlich auch einen Neurologen kennen lernen dürfen, der gleichzeitig Psychiater war. Als sich trotz diverser Beschwerden nichts finden ließ, bot er mir Medikamente an: “Bei ihnen scheint es die Angst vor der Angst zu sein.” Ich lehnte dankend ab. Ich habe mich also nicht therapieren lassen, aber das sofortige Angebot von Medikamenten fand ich persönlich nicht so toll.

Der Chefarzt in der psychosomatischen Klinik, in der ich war, war Psychiater und Arzt für psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Dieser hat mir enorm geholfen und kann von mir uneingeschränkt weiterempfohlen werden.

Daneben gab es in der Klinik auch Sozialpädagogen usw., die eine psychotherapeutische Zusatzausbildung hatten. Auch ohne ein Studium der Medizin oder Psychologie waren die meisten außerordentlich gut.

Daneben habe ich in meinem Bekanntenkreis eine Heilpraktikerin mit psychotherapeutischer Ausbildung. Auch wenn ich bei ihr nie in Behandlung war, weiß ich, dass diese sich vor Patienten kaum retten kann, was ein deutlicher Hinweis darauf ist, dass auch sie ihr Handwerk versteht.

Sie sehen, dass man nicht pauschal sagen, welche Berufsgruppe letztlich besser ist. Viel wichtiger ist die Frage, ob der Therapeut weiß, was er macht und dass man sich als Patient bei ihm gut aufgehoben fühlt. Damit beschäftigen wir uns in einem der nächsten Artikel.

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1 Kommentar

  1. Anne sagt:

    Hallo,

    da es meist sehr langwierig ist, bei einem Psychotherapeut unterzukommen hatte ich “aus der Not”, weil ich irgendwas tun musste um nicht verrückt zu werden, bei einer Kinesiologin und einer Heilpraktikerin für Psychotherapie einen Termin. Beide Termine haben mir in der akuten Phase sehr gut geholfen. In der Kinesiologie sagt der Körper über Muskelreaktionen, wo das Problem sitzt und die Kinesiologin versucht, das abzulösen. Hört sich nach Hokuspokus an, ist es aber nicht. Es geht da rein um Energien und die Methode findet immer mehr Beachtung. Gerade bei Kindern kann man da total gute Wirkungen erzielen. Als Hausaufgabe bekommt man z.B. Affirmationen mit auf den Weg wie “ich bin gesund” oder sowas in der Art. Bei der Heilpraktikerin hab ich geklopft. Das heißt, es werden verschiedene Stellen des Körpers (Gesicht, Kopf, Leber, Herz, Finger….) mit der Hand beklopft und dabei sagt man gewisse Sprüche auf. Ehrlich gesagt fand ich das am Anfang etwas seltsam und dachte nur, mal wieder Geld zum Fenster raus geworfen. Aber oh Wunder, als wir fertig geklopft hatten fühlte ich mich viel freier! Letztes Jahr war die Angst sogar komplett weg. Und das hielt ein Jahr an. Diese beiden Methoden ersetzen auf keinen Fall eine Therapie, bei der das wahre Problem angegangen und hoffentlich auch gelöst wird. Gerade im Akutfall hab ich aber damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Man wird wieder etwas “geerdet” und verrennt sich nicht komplett in seine Angst und seinen Krankheitswahn.
    Viele Grüße

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