Tinnitus und Panikattacken

Tinnitus Panikattacken

Ich werde immer wieder gefragt, was man gegen einen Tinnitus tun kann. Auffallend viele Menschen mit einer Angststörung haben mit einem Tinnitus zu kämpfen.

Manchmal löst der Tinnitus sogar Panikattacken aus.

In diesem Artikel schauen wir uns an, welche Ursachen es für einen Tinnitus gibt, was das ganze mit Angst und Panikattacken zu tun hat und was Du dagegen tun kannst.

Ich hoffe, dass Dir meine Ausführungen dabei helfen können, dieses nervige Geräusch loszuwerden.

Was ist ein Tinnitus?

Als Tinnitus werden Ohrgeräusche bzw. ein Ohrensausen bezeichnet, die vom Betroffenen als extrem belastend empfunden werden können. Damit können Konzentrationsprobleme und Einschlafschwierigkeiten einhergehen. Und der Tinnitus kann insbesondere Menschen mit einer Angststörung zusätzlich Angst machen und sogar Panikattacken hervorrufen.

Vor allem bei Hypochondern kann der Tinnitus Panikattacken auslösen. Schließlich besteht die (vage) Möglichkeit, dass etwas Ernstes hinter diesem Phänomen steckt.

Organische Ursachen für den Tinnitus

Zunächst denkt man an organische Ursachen für das Auftreten eines Tinnitus. Die Ursachen können sehr vielfältig sein. Schauen wir uns einige der möglichen Ursachen an:

  • Erkrankungen des Mittelohrs
  • Knalltrauma
  • Hoher oder niedriger Blutdruck / Blutdruckschwankungen
  • Herzrhythmusstörungen
  • Halswirbelsäulenverspannungen / Fehlhaltungen
  • Verspannungen des Kiefers
  • Multiple Sklerose
  • Diabetes
  • Hirntumor

Du siehst, wie vielfältig die Ursachen für einen Tinnitus sein können. Ich möchte Dir aber keine Angst machen und deshalb darauf hinweisen, dass schlimme Ursachen für diese Ohrgeräusche – wie Multiple Sklerose oder ein Hirntumor sehr selten sind.

Ursache abklären

Ich empfehle Dir, mögliche Ursachen abklären zu lassen, wenn Du das nicht längst getan hast. Wenn Du eine Angststörung hast, beispielsweise an Hypochondrie (der Angst vor Krankheiten) leidest, dann neigst Du vermutlich dazu, Dich verrückt zu machen.

Allein deshalb empfehle ich Dir eine fachärztliche Abklärung in folgender Reihenfolge.

HNO-Arzt: Der Hals-Nasen-Ohren-Arzt ist die erste Adresse zur Diagnosestellung. Mittels verschiedener Hörtests und weiterer Untersuchungen kann er nach möglichen Ursachen forschen.

Neurologe: Auch neurologische Erkrankungen kommen als Ursache für einen Tinnitus in Betracht. Der Neurologe wird verschiedene Tests durchführen und gegebenenfalls ein MRT anordnen.

Kardiologe/Hausarzt: Ein EKG (möglicherweise Langzeit) und eine Langzeitblutdruckmessung können Aufschluss darüber geben, ob ein zu hoher oder niedriger Blutdruck vorliegt oder Herzrhythmusstörungen auftreten.

Orthopäde/Physiotherapeut: Ein Orthopäde kann mögliche Probleme mit der Halswirbelsäule erkennen, die ein Grund für das Auftreten der Ohrgeräusche sein können. Ein Physiotherapeut oder Osteopath kann Verspannungen im Bereich der Kiefermuskulatur ausmachen und behandeln.

Wenn Du diesen Ärztemarathon hinter Dich gebracht hast und keine Ursache für das Ohrensausen gefunden werden konnte, kannst Du Dir ziemlich sicher sein, dass nichts Organisches dahinter steckt.

Und das ist sehr häufig der Fall.

Das Ohr – die Schallplatte

Zu Beginn meiner Angststörung ließ bei mir der Tinnitus nicht lange auf sich warten. Und ich habe alle diese Untersuchungen (teilweise mehrfach) hinter mich gebracht, ohne dass eine Ursache festzustellen war.

Ein HNO-Arzt hat einmal folgendes zu mir gesagt: „Möglicherweise hat es eine Ursache für das erstmalige Auftreten des Tinnitus gegeben. Diese Ursache besteht jedoch nicht mehr. Sie haben dieses Ohrgeräusch so gut in Erinnerung, dass Ihr Ohr bzw. Ihr Gehirn diesen Ton immer wieder abspielt.“

Irgendwann musste ich also erkennen, dass es keine körperliche Ursache gibt. Das Problem war jedoch, dass mich das Ohrgeräusch sehr belastet hat. Was sollte ich also tun? Dazu gleich mehr.

Stress kann die Ohrgeräusche verstärken

Menschen mit einer Angststörung stehen fast ständig unter großem Stress und neigen zu extremer Anspannung. Auch wenn bislang nicht erwiesen werden konnte, dass Stress einen Tinnitus verursachen kann, wurde festgestellt, dass der Tinnitus durch lang anhaltenden Stress als besonders belastend empfunden werden kann.

Der Zusammenhang zwischen Tinnitus und Angststörung

Ich habe eingangs geschrieben, dass ich viele Mails erhalte, in denen mir Betroffene berichten, dass sie eine Angststörung haben und außerdem an einem Tinnitus leiden. Und ich hatte selbst einen Tinnitus und Panikattacken.

Und mein Gefühl hat mich nicht getäuscht, denn es gibt ihn – den Zusammenhang zwischen einem Ohrgeräuschen und einer Angststörung.

Die Ohrgeräusche werden oft als extrem belastend empfunden und machen Angst. Umgekehrt verstärkt diese Angst den Tinnitus bzw. die Wahrnehmung des Ohrensausens als etwas sehr Belastendes.

Bei einigen Betroffenen ist der Tinnitus ausschlaggebend für eine Angststörung, bei anderen besteht bereits zuvor eine psychische Problematik wie eine Angststörung oder Depressionen.

Es wird deutlich, dass eine Angststörung relativ häufig mit einem Tinnitus einhergeht.

Ohrgeräusche hat jeder

Im Grunde hat jeder Mensch Ohrgeräusche. Die meisten Menschen sind allerdings in der Lage, dieses Grundrauschen auszublenden.

Menschen mit einer Angststörung sind sehr sensibel. Vor allem Betroffene, die an einer Hypochondrie leiden, hören ständig in ihren Körper hinein.

Hat man einmal dieses Ohrgeräusch wahrgenommen, ist man jederzeit in der Lage, dazu, diesen Tinnitus erneut wahrzunehmen.

Wenn man dieses Ohrgeräusch nicht nur wahrnimmt, sondern sich immer wieder darauf konzentriert und dieses dabei als störend empfindet – dann erst wird der Tinnitus zum Problem.

Du kennst vermutlich folgende Situation: Du liegst im Bett und möchtest schlafen, aber Dein Partner schnarcht oder atmet auch nur laut. Irgendwie stört Dich dieses Geräusch beim Einschlafen. Du fokussierst Dich nur noch auf dieses Geräusch. Es wird in Deiner Wahrnehmung immer lauter und stört Dich immer mehr.

Es macht Dich wahnsinnig, Du wirst wütend und ein Einschlafen immer unmöglicher. So ähnlich verhält sich das auch mit Deinem Tinnitus.

Deinen Partner kannst Du anstupsen, damit er aufhört zu schnarchen. Oder Du legst Dich in ein anderes Zimmer. Den Tinnitus jedoch nimmst Du überall hin mit.

Kein Wunder also, dass das Ganze so quälend für Dich ist.

Gibt es also keine Lösung für Dein Problem?

Doch, die gibt es! Und diese Lösung bekommst Du hier:

Hier geht es zum zweiten Teil des Themas Tinnitus und Panikattacken.

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1 Kommentar

  1. Nadja sagt:

    Ich glaube auch, dass eigentlich jeder Ohrgeräusche hat. Wir mit unseren Panikattacken sind leider so extrem sensibel, dass wir die Geräusche schneller wahrnehmen. Kein Wunder also, dass so viele mit Panikattacken auch einen Tinnitus haben.

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