Keine Angst vor Tinnitus: Was kann man gegen nervige Ohrgeräusche tun?

Keine Angst vor Tinnitus: Was kann man gegen nervige Ohrgeräusche tun?

Ein pfeifendes oder summendes Geräusch, ein hochfrequenter, nerviger Piepton – Ohrgeräusche können eine große Belastung für die Betroffenen sein.

Und ich werde immer wieder gefragt (vor allem von Menschen mit einer Angststörung), wie man einen Tinnitus loswerden oder überhören kann.

Wir wollen darüber sprechen, welche Ursachen ein Tinnitus haben kann und was Ihr dagegen tun könnt. Außerdem wollen wir herausfinden, warum auffallend viele Menschen mit einer Angststörung mit Ohrensausen zu kämpfen haben.

Dieser Artikel soll Dir dabei helfen, zu erkennen, wo das wahre Problem liegt, wenn man ständig diese nervigen Ohrgeräusche hat.

Was ist ein Tinnitus?

Als Tinnitus werden Ohrgeräusche bzw. ein Ohrensausen bezeichnet, die vom Betroffenen meist als extrem belastend empfunden werden können. Damit können Konzentrationsprobleme und Einschlafschwierigkeiten einhergehen. Und der Tinnitus kann insbesondere Menschen mit einer Angststörung zusätzlich Angst machen und sogar Panikattacken hervorrufen.

Vor allem bei Hypochondern (Menschen mit Angst vor Krankheiten) kann der Tinnitus Panikattacken auslösen. Schließlich besteht die (vage) Möglichkeit, dass etwas Ernstes hinter diesem Phänomen steckt.

Körperliche Ursachen für den Tinnitus

Zunächst denkt man an organische Ursachen für das Auftreten eines Tinnitus. Die Ursachen können sehr vielfältig sein. Schauen wir uns einige der möglichen Ursachen an:

  • Erkrankungen des Mittelohrs
  • Knalltrauma
  • Hoher oder niedriger Blutdruck / Blutdruckschwankungen
  • Herzrhythmusstörungen
  • Halswirbelsäulenverspannungen / Fehlhaltungen
  • Verspannungen des Kiefers
  • Verspannungen im Bereich des Schädels
  • Multiple Sklerose
  • Diabetes
  • Hirntumor

Du siehst, wie vielfältig die Ursachen für einen Tinnitus sein können. Ich möchte Dir aber keine Angst machen und deshalb darauf hinweisen, dass schlimme Ursachen für diese Ohrgeräusche – wie Multiple Sklerose oder ein Hirntumor sehr selten sind. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist sehr gering. Als organische Ursache sind Verspannungen sehr, sehr viel häufiger.

Ursache ärztlich abklären

Ich empfehle Dir, mögliche Ursachen abklären zu lassen, wenn Du das nicht längst getan hast. Wenn Du eine Angststörung hast, beispielsweise an Hypochondrie  leidest, dann neigst Du vermutlich dazu, Dich verrückt zu machen, weil Du etwas Schlimmes befürchtest. Allein deshalb empfehle ich Dir eine fachärztliche Abklärung in folgender Reihenfolge.

HNO-Arzt: Der Hals-Nasen-Ohren-Arzt ist die erste Adresse zur Diagnosestellung. Mittels verschiedener Hörtests und weiterer Untersuchungen kann er nach möglichen Ursachen forschen.

Neurologe: Auch neurologische Erkrankungen kommen als Ursache für einen Tinnitus in Betracht. Der Neurologe wird verschiedene Tests durchführen und gegebenenfalls ein MRT anordnen.

Kardiologe/Hausarzt: Ein EKG (möglicherweise Langzeit) und eine Langzeitblutdruckmessung können Aufschluss darüber geben, ob ein zu hoher oder niedriger Blutdruck vorliegt oder Herzrhythmusstörungen auftreten.

Orthopäde/Physiotherapeut: Ein Orthopäde kann mögliche Probleme mit der Halswirbelsäule erkennen, die ein Grund für das Auftreten der Ohrgeräusche sein können. Ein Physiotherapeut oder Osteopath kann Verspannungen im Bereich der Kiefermuskulatur ausmachen und behandeln. ich persönlich würde einen Osteopathen wählen.

Wenn Du diesen Ärztemarathon hinter Dich gebracht hast und keine Ursache für das Ohrensausen gefunden werden konnte, kannst Du Dir ziemlich sicher sein, dass nichts Organisches dahinter steckt.

Und das ist sehr häufig der Fall.

Das Ohr – die Schallplatte

Vor fast 15 Jahren entwickelte ich eine Angststörung, die sich in häufigen Panikattacken, großer Angst vor Krankheiten sowie übermäßigen Sorgen äußerte. Mit dem Beginn meiner Angststörung ließ der Tinnitus nicht lange auf sich warten. Und ich habe alle die oben genannten Untersuchungen (teilweise mehrfach) hinter mich gebracht, ohne dass eine Ursache festzustellen war.

Ein HNO-Arzt hat einmal folgendes zu mir gesagt: “Möglicherweise hat es eine körperliche Ursache für das erstmalige Auftreten des Tinnitus gegeben. Diese Ursache besteht jedoch nicht mehr. Sie haben dieses Ohrgeräusch so gut in Erinnerung, dass Ihr Ohr bzw. Ihr Gehirn diesen Ton immer wieder abspielt.”

Irgendwann musste ich also einsehen, dass es keine körperliche Ursache gibt, was verdammt schwierig war. Und das größte Problem war, dass mich dieses Pfeffen sehr belastet hat. Und gegen diesen Tinnitus sollte ich nichts tun können?

Stress kann die Ohrgeräusche verstärken

Viele Leute haben Stress. Menschen mit einer Angststörung stehen fast ständig unter Strom und neigen aufgrund übermäßiger Ängste zu extremer Anspannung. Auch wenn bislang nicht eindeutig belegt werden konnte, dass Stress einen Tinnitus verursachen kann, wurde zweifelsfrei bewiesen, dass der Tinnitus durch lang anhaltenden Stress als besonders belastend empfunden werden kann.

Der Zusammenhang zwischen Tinnitus und Angststörung

Ich habe eingangs geschrieben, dass ich viele Mails erhalte, in denen mir Betroffene berichten, dass sie eine Angststörung haben und außerdem an einem Tinnitus leiden. “Was will mein Körper mir damit sagen? Ich halte das nicht mehr aus. Was kann man gegen Tinnitus tun? Wie kann ich den loswerden oder zumindest ausblenden?”

Man kann in jeder Zeile heraushören, wie belastend dieses Ohrensausen ist und da ich selbst damit zu tun hatte/habe, weiß ich auch genau, wie man sich damit verrückt machen kann.

Und warum schreiben mir ausgerechnet so viele Menschen mit Angstzuständen und Panikattacken? Wo liegt der Zusammenhang zwischen Ohrgeräuschen und einer Angststörung?

Ohrgeräusche machen zuerst einmal Angst. Man fragt sich unwillkürlich, ob nichts Ernstes dahintersteckt. Der Tinnitus ist mitunter sogar mit ausschlaggebend für eine Angststörung. Außerdem kann die Angst den Tinnitus noch verstärken. Das gilt auch, wenn Verspannungen die Ursache für die Ohrgeräusche sind. Schließlich führt Angst zu An- und Verspannungen. 

In Kurzform: Angst und Stress = Tinnitus. Tinnitus = Angst und Stress. Ein Teufelskreis.

Ohrgeräusche hat jeder

Ich bin mir inzwischen ziemlich sicher, dass im Grunde jeder Mensch Ohrgeräusche hat. Die meisten Menschen sind allerdings in der Lage, dieses Grundrauschen auszublenden, falls sie es überhaupt wahrnehmen können.

Menschen mit einer Angststörung (vor allem Hypochonder) sind hingegen sehr sensibel, was körperliche Symptome angeht. Sie hören oft in ihren Körper hinein, auf der Suche nach irgendwelchen Unregelmäßigkeiten. Allein dadurch ist die Wahrscheinlichkeit bereits höher, dass Betroffene vermehrt diese Ohrgeräusche wahrnehmen.

Und einmal wahrgenommen, ist man jederzeit dazu in der Lage, dieses Summen, Brummen oder Pfeifen zu bemerken und leider oftmals auch dann, wenn man das gar nicht möchte. Und genau darum leiden Menschen darunter: Weil sie es (auch) dann wahrnehmen, wenn sie es nicht wollen, sich immer wieder darauf konzentrieren und ganz wichtig: Weil sie das Geräusch als störend empfinden. Erst dadurch wird der Tinnitus zum Problem.

Du kennst vielleicht folgende Situation: Du liegst im Bett und möchtest schlafen, aber Dein Partner schnarcht oder atmet auch nur laut. Irgendwie stört Dich dieses Geräusch beim Einschlafen. Du fokussierst Dich nur noch auf dieses Geräusch. Es wird in Deiner Wahrnehmung immer lauter und stört Dich immer mehr.

Es macht Dich wahnsinnig, Du wirst wütend und ein Einschlafen immer unmöglicher. So ähnlich verhält sich das auch mit Deinem Tinnitus.

Deinen Partner kannst Du anstupsen, damit er aufhört zu schnarchen. Oder Du legst Dich in ein anderes Zimmer. Den Tinnitus jedoch nimmst Du überall hin mit. Kein Wunder also, dass das Ganze so quälend für Dich ist.

Was kann man jetzt dagegen tun?

Was hilft bei Tinnitus?

Jetzt geht es darum, was Du tun kannst, um dieses nervige Ohrgeräusch loszuwerden bzw. diesen nicht mehr als störend zu empfinden. Tinnitus was tun?

Gehen wir davon aus, dass Du Dich hast untersuchen lassen und keine bestehende Ursache gefunden werden konnte. Wenn Du natürlich eine körperliche Ursache dafür hast, geht es darum, diese zu beseitigen soweit das möglich ist. Am häufigsten sind Verspannungen, die ein Osteopath bearbeiten kann.

Bei mir konnte kein Arzt eine organische Ursache ausmachen, was ein echtes Problem für mich war. Mich hat der Tinnitus damals nämlich wahnsinnig gemacht und ich lag nicht selten todmüde im Bett, genervt von diesem ständigen Pfeifton. Auch heute noch kann ich dieses Ohrgeräusch wahrnehmen, wann immer ich will. Aber es stört mich nicht mehr.

Wie habe ich das angestellt?

Tipps bei Tinnitus

Folgende Schritte möchte ich Dir ans Herz legen, um den Tinnitus loszuwerden.

1. Schritt – Akzeptanz: Wir erwarten, dass man uns von einer gesundheitlichen Beeinträchtigung heilt. Man geht zum Arzt, der findet die Ursache und behebt die “Störung”. Wenn jedoch keine körperliche Ursache gefunden werden kann – weil die Ursache nicht mehr besteht, das Gehirn aber dieses bekannte Geräusch immer wieder abspielt oder aber weil jeder Mensch Ohrgeräusche hat, die Du so stark wahrnimmst, weil Du Dich darauf fokussierst – dann kann Dich kein Arzt der Welt davon befreien.

Was bleibt Dir dann noch?

Du kannst entweder weiter dagegen ankämpfen und nach einem Weg suchen (den es vielleicht nicht gibt), um das Problem zu beheben oder aber Du akzeptierst für den Moment einfach, dass der Tinnitus da ist.

Wenn Du dagegen ankämpfst, dann machst Du das Ohrensausen zu einem immer größeren Problem. Du konzentrierst Dich auf das Pfeifen, Summen oder Brummen und machst es damit immer stärker.

Es ist viel sinnvoller, einfach mal zu akzeptieren, dass es da ist. Zumindest für den Moment. Okay, also Du liebst es noch nicht, es gefällt Dir auch nicht. Das ist nervig, störend und unfair. Doch der Tinnitus ist halt einfach da. Nimm es hin.

2. Schritt – Lerne den Tinnitus zu lieben: Ich habe nächtelang wach im Bett gelegen und war wütend über dieses dämliche Pfeifen, das mir den Schlaf nahm. Diese Wut machte es erst recht unmöglich einzuschlafen.

Ich habe zunächst versucht, das zu ignorieren, was mir nicht gelang. Das war einfach zu laut, zu einnehmend, zu nervig. Also habe ich mich auf dieses Geräusch konzentriert und ihm erlaubt, da zu sein. Ich habe nicht mehr dagegen angekämpft, ich habe den Tinnitus akzeptiert und ja, sogar gelernt, ihn zu mögen. Ich habe dieses monotone Pfeifen nämlich als Einschlafhilfe genutzt.

Indem ich aufhörte, das Geräusch weg haben zu wollen und den Tinnitus nicht mehr als störend und unnormal ansah – in genau diesem Moment war das Pfeifen kein Problem mehr.

Das wird Dir vielleicht zu Anfangs nicht immer gelingen, aber Übung macht den Meister.

3. Schritt – Ignoriere das Geräusch: Erst nachdem ich lernte, das Pfeifen irgendwie zu mögen, war ich in der Lage, es auszublenden. Heute kann ich es wahrnehmen, wann immer ich will. Allerdings stört es mich kein bisschen mehr und so kann ich es einfach ignorieren.

Das ist der dritte Schritt, der erst NACH den anderen Schritten erfolgen kann. Zuvor funktioniert es nicht, den Tinnitus zu ignorieren. Glaub mir, ich habe es oft genug versucht.

Wichtiger Hinweis: Auch wenn Du nicht sofort Erfolg mit dieser Strategie hast – gib nicht auf. Auch ich habe ein wenig gebraucht, bis ich in der Lage war, das ständige Pfeifen zu ignorieren.

Und bitte falle nicht auf irgendwelche dubiosen Geschäftemacher herein, die versuchen, Dir irgendwelche Mittelchen zu verkaufen. Dann trinke lieber einen Entspannungstee oder heiße Milch mit Honig vor dem Einschlafen. Das kann Dir dabei helfen, Dich ein wenig zu beruhigen, womit wir beim abschließenden Tipp sind.

Tinnitus und Stress

zusätzlicher Tipp – Stress reduzieren: Wenn man an einer Angststörung leidet und mit Angstzuständen und Panikattacken zu kämpfen hat, empfiehlt es sich ohnehin, einen Weg für sich zu finden, um Stress und Anspannung zu reduzieren.

Und da es Zusammenhänge zwischen Stress und einer Verstärkung der Ohrgeräusche gibt, solltest Du einen Weg finden, um Stress zu reduzieren und Entspannung zu finden.

Entspannungstechniken können Dir dabei helfen, Stress abzubauen. Hier empfehle ich Dir vor allem die Progressive Muskelentspannung, da Du dabei auch dahingehend sensibilisiert wirst, zu bemerken, wann körperliche Anspannungen auftreten.

Daneben eignet sich Sport oder regelmäßiges Saunabaden. Manche Menschen können beim Malen, Musizieren oder der Gartenarbeit abschalten. Was auch immer Dir hilft: Entspannung ist Gift für Tinnitus und Panikattacken.

Ich hoffe, meine Ausführungen haben Dir gefallen. Zusammenfassend lautet der Fahrplan, um einen Tinnitus loszuwerden:

  1. Lass Dich körperlich untersuchen. Wenn keine organische Ursache gefunden werden kann, dann
  2. Akzeptiere die Ohrgeräusche und lerne sie bestenfalls zu mögen, ehe Du den Tinnitus ignorieren kannst.
  3. Reduziere Deinen Stresspegel.

Vielleicht möchtest Du auch noch etwas hinzufügen, hast eine Frage, eine Anmerkung oder möchtest uns von Deinen Erfahrungen berichten? Nutze dazu einfach die Kommentarfunktion. Ich freue mich auf Dein Feedback.

Beste Grüße.

Sebastian

27 Kommentare

  1. Simon Hischi sagt:

    Stimmt so nicht. Innere Unruhe führt dazu, dass der Mensch verspannt muskulär Schultergürtel aufwärts. Was das Gehör als Tinmitus war nimmt sind die Eigengeräusche des Körpers also der Muskel. Lärm Stress sind nur Auslöser, die Ursache ist das Verspannungsmuster. Innenohrschaden etc. ist Schwachsinn. Jeder Tinnitus geht weg, wenn ma sein eigenes Verspannungsmuster und dazu gehört auch negatives Denken umtrainieren kann.

    • SebastianSebastian sagt:

      Danke für Dein Feedback, was sehr interessant ist. Aber ich sage doch gerade nichts von derartigen Schäden (Innenohr etc).

  2. Dietmar Schmitz sagt:

    Hallo Sebastian,
    ich finde es ja toll das Du auf meine Sache geantwortest hast. Ich werde deinen Rat mal befolgen und meinen Tinnitus ( Tina) versuchen lieb zuhaben. Tina werde ich mal nach Strich und Faden verwöhnen, hauptsache meine Frau kriegt davon nichts mit ?.

    VG Dietmar

    • SebastianSebastian sagt:

      Hallo Dietmar,
      es ist in der Tat nicht so leicht, einen Tinnitus nicht als störend zu empfinden, doch wenn Dir das gelingt, machen Dir nicht nur die Ohrgeräusche nichts mehr aus – Du hast eine Menge fürs Leben gelernt.

      Lieben Gruß.
      Sebastian

  3. Dietmar Schmitz sagt:

    Hallo Leute,

    Was haltet ihr von einer Klangtherapie, dabei wird versucht über Meeresrauschen dem Hörsystem den Tinnitus abzugewöhnen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dietmar

    • SebastianSebastian sagt:

      Hallo Dietmar,
      ich habe persönlich keine Erfahrungen damit gemacht. Es könnte einen Versucht wert sein. Ich weiß ja nicht, wie dein Tinnitus sich anhört und es gibt manchmal sicher (körperliche) Ursachen für einen Tinnitus. Ich bin mir aber mittlerweile ziemlich sicher, dass jeder Mensch Ohrgeräusche hat, auch wenn nicht jeder diese wahrnimmt. Daher ist es in vielen Fällen ein Problem der falschen Fokussierung und Dramatisierung. Aber wie gesagt: Es gibt sicher auch Meeresrauschen als Audio für zu Hause. Probiere es aus und lass mal hören, wie es Dir damit ergangen ist.

  4. Christiane Büßemeyer-Jöchl sagt:

    hallo Sebastian,
    ich bin seit kurzem bei dir im Blog, er gefällt mir sehr gut. Z. Zt. lese ich täglich immer und immer wieder deinen Artikel zum Thema “Tinnitus”, da er sehr gut mein derzeitiges Problem beschreibt. ich habe seit ca. 3 Wochen diese Ohrgeräusche, angefangen hat alles mit einem Hörsturz, der nach einem Tag verschwunden ist, bei mir aber Panikattacken und Angst ausgelöst hat. Der HNO hat bei mir die Angst vor einem Tinnitus entfacht und ich habe abgefangen, mich da rein zu steigern, bis dann auch Geräusche da waren….seit gut 2-3 Wochen ungefähr. Alle Menschen, die mich betreuen, Physio, andere Ärzte, Psychotherapeutin sagen, dass das von selbst wieder verschwindet und nur Symptom meiner Angst sei und ich entspannen solle. Würde ich ja auch so gerne, wenn ich nur könnte. Nachts schlafe ich sehr wenig, weil ich mir solche Sorgen mache. Gestern habe ich es allerdings geschafft, mich mit Hilfe von Entspannungsübungen so runterzufahren, dass die Geräusche komplett weg waren und ich beruhigt einschlafen konnte! ich war sooo glücklich. Leider hatte ich morgens dann wieder Angst und zack, das Geräusch war wieder da…
    Hast du eine Idee für mich, was ich noch tun könnte? Ich möchte so gern die Situation einfach nur annehmen können, akzeptieren und den Tinnitus, falls er dann noch da ist, in mein Leben integrieren. Ich bewundere dich dafür, wie du das geschafft hast, das will ich auch. Wie lange hast du dafür gebraucht?

    liebe Grüße Christiane

    • SebastianSebastian sagt:

      Liebe Christiane,
      so ein Tinnitus kann echt unangenehm sein, wird aber vor allem dann zum Problem, wenn man ihn zum Problem macht. Da Du auch per E-Mail um ein Coaching gebeten hast, sprechen wir am bestendann genau darüber, was Du tun kannst, um damit klar zu kommen bzw. diesen Tinnitus loszuwerden.

      Lieben Gruß.

      Sebastian

  5. Ingeborg Hempel sagt:

    Hallo Sebastian, ja – ich kann ich die Leute oft nicht verstehen, weil es im Kopf so laut ist. Trage schon deshalb Hörgeräte!). Alle Arztbesuche haben aber nichts gebracht. Ich frage mich, wie ich mit diesem Geräusch weitermachen kann. Ich glaube, an ein mildes Pfeifen kann man sich gewöhnen, aber an so einen Lärm? Dr Schaaf, Tinnitusdpezialist aus Bad Arolsen, schreibt, dass Tinnitus nie lauter wird als max. 15 db über der Hörschwelle. Ich frage mich, woher dann mein Lärm kommt. Gib es da eine Idee? Viele Grüße Ingeborg

    • SebastianSebastian sagt:

      Das klingt echt ungewöhnlich. Hast Du mal versucht einen Termin bei diesem Tinnitusspezialisten zu bekommen. Vielleicht kann er dir helfen…

  6. Ingeborg Hempel sagt:

    Hallo Sebastian, deinen Ausgührungen kann ich nur zustimmen. Allerdings mit einer Anmerkung/Frage: Ich glaube, es gibt so laute Tinnitusausprägungen,dass keinerlei Akzepieren, Anerkennen etc. sich positiv auswirken. Meinen hochfrequenten zischenden Tinnitus kann ich weder mit lauter Musik noch unter der Dusche maskieren. Er stört mein Hörvermögen und mit Hörgeräten dreht er erst richtig auf. Wie kommmt man denn damit zurecht? Viele Grüße Rachel

    • SebastianSebastian sagt:

      Man kann so ziemlich alles akzeptieren. Ist er denn so laut, dass du Probleme hast, andere Geräusche zu hören, beispielsweise wenn jemand mit dir redet?

  7. Alex sagt:

    Ich meinte auch eher den groben Zeitraum in Monaten (-;

    • SebastianSebastian sagt:

      Das kann ich Dir gar nicht genau sagen. Wenn Du den Tinnitus akzeptierst oder gar als Einschlafhilfe nutzt, dann empfindest Du ihn sofort nicht mehr als störend. Das hat allerdings in den ersten Wochen und Monaten nicht immer funktioniert. Manchmal hat es besser geklappt und manchmal weniger gut. Das liegt auch an der eigenen Verfassung. Wie gestresst oder entspannt Du gerade bist etc. Du solltest dem Ganzen also schon eine gewisse Zeit geben und damit rechnen, dass das Ohrgeräusch zunächst immer wieder mal nervt.

  8. Alex sagt:

    Hall Sebastian, vielen Dank für deine Antwort. Der Anfang ist wohl einfach immer schwer, da ich auch tagsüber keine Ruhe habe und morgens mit Angstgefühlen aufstehen. Kannst du dich noch erinnern, wie und nach welchem Zeitraum du diese Phase hinter dir lassen konntest? Danke!

  9. Alex sagt:

    Ich habe seit 7 Wochen ein hochfrequentes Pfeiffen, wie ein Rohr das rauscht. Habe Kortisontabletten bekommen, ohne Erfolg. Leider steigere ich mich sehr in die Situation hinein und bekam darum 3 Wochen ein Antidepressivum, was ich nun allerings aus Angst vor Abhängigkeit abgesetzt habe. Ich denke ein AD macht einen noch Lebenunfähiger. Letzte Woche habe ich wieder begonnen zu arbeiten, jedoch nehme ich das pfeiffen den ganzen Tag war und bin ziemlich fertig dadurch.
    Ich hoffe ich kann noch auf Linderung hoffen.

    • SebastianSebastian sagt:

      Hallo Alex,
      ob eine körperliche Ursache für den Tinnitus besteht, muss ein HNO-Arzt sagen. Ich habe seit Jahren ein hochfrequentes Pfeiffen in den Ohren, dass ich jedoch nur noch wahrnehme, wenn ich das will. Es stört mich nicht mehr im geringsten. Daher kannst und solltest Du auf Linderung hoffen – egal, was letztlich die Ursache ist. Der Schlüssel (wenn keine akute körperliche Ursache vorhanden ist) besteht darin, dieses Pfeiffen nicht als störend wahrzunehmen.

      Lieben Gruß.

      Sebastian

  10. Morena sagt:

    Auch ich kann deine Tips bestätigen. Habe seit meinen Angst und Panikattacken inkl. leichter Depression ein Brummen in meinem Ohr. Am Anfang hat es mich wahnsinnig gemacht doch dann mit der Zeit habe ich den Ton akzeptiert und er gehört einfach zu mir. Da ich momentan beruflich in einer Stresssituation bin habe ich einen enorm hohen Puls und muss Betablocker nehmen und siehe da das Ohren Geräusch ist viel weniger geworden. Was nicht heißt dass ich jedem der einen Tinnitus hat Betablocker empfehle

  11. Karin sagt:

    Ich habe jetzt schon zum 3. mal einen Tinitus. 2005, 2014 und nun wieder. Beide hatte ich gut imn den Griff bekommen. Dieses mal scheint es mir nicht zu gelingen. Ich bin seit Februar in Rente und habe somit viel mehr Zeit da hinein zu hören. Versuche immer wieder deine Ratschläge zu beherzigen, fällt mir allerdings sehr schwer. Ich fühle mich echt gestreßt und meine eigenen Gedanken ängstigen mich mittlerweile.

    • SebastianSebastian sagt:

      Hallo Karin,
      so ein Tinnitus kann schon nervig sein. Allerdings wird dieser – wie beschrieben – meist dadurch zum Problem, dass wir ihm zuviel Aufmerksamkeit schenken. Könnte es zudem sein, dass Du nach dem Renteneintritt zuviel Zeit hast? Vielleicht wäre es ratsam, Dir zu überlegen, mit welchen Dingen (die dich erfüllen), du die freie Zeit füllst. Nur so eine Idee…

      Lieben Gruß.

      Sebastian

  12. nahiera sagt:

    Der Text ist sehr gut. Ich lese ihn immer wieder um mich zu ermutigen weiterzumachen. Ich stecke in einem Teufelskreis zwischen Angst, Tinni und Depression, mir droht die Arbeitsunfähigkeit. Ich konnte vor 10 Jahren eine Tinni Fokussierung vollständig kompensieren, aber dieser neue Tinni den ich seid 1 Jahr habe ist schlimmer.

    • SebastianSebastian sagt:

      Freut mich, dass dir der Text gefällt und ich hoffe, dass dieser dazu beiträgt, den Tinnitus zu verlieren.

  13. Uwe sagt:

    Ich habe seit 20 Jahren meinen Tini. Vor kurzer Zeit hat er sich nach einer Erkältung verstärkt. Es bringt nichts dagegen anzukämpfen, man muss akzeptieren und sich mit ihm anfreunden. Momentan suche ich wieder einmal einen Weg, da leider noch ein Druckgefühl dabei ist. Ich kann alles, was oben beschrieben ist nur unterstreichen..Durch den Tini habe ich zudem erst gemerkt, dass ich eine Angststörung habe.

    • SebastianSebastian sagt:

      Hallo Uwe, dem kann ich nur zustimmen. Du hast ja sogar einen Kosenamen für Deinen Tinnitus! 😉 Aber ernsthaft: Ich weiß, dass ein Tinnitus sehr nerven kann, möchte aber auch noch einmal darauf hinweisen, dass wohl jeder Mensch Ohrgeräusche hat. Gerade Menschen mit einer Angststörung nehmen diese wahr, da sie sehr sensibel auf jegliche Körperregungen reagieren…

  14. Deine Tips kann ich bestätigen.

    Ich habe seit ca. 15 Jahren einen Tinnitus oder sagen wir, er ist mir seit 15 Jahren bewusst.
    Nach einigem Hin und Her mit Blutverdünnung in der (noch bzw. nach-) akuten Phase, Gingko kapseln etc. sagte mir ein befreundeter Mediziner “Mach den Tinnitus zu deinem Freund… alle Bemühungen, den ‘wegzukriegen’ sind eh unsinnig”.
    Und so ist es geworden. Ich hatte mich sehr schnell gut an dem Tinnitus gewöhnt und mittlerweile dient er mir als Indikator, dass es gerade besonders stressig ist, dann zwitschert, piept oder pfeift es nämlich etwas eindringlicher. 😉

    Auf eine zu ungefähr gleicher Zeit bestehende Angststörung hatte der Tinnitus bei mir keine Auswirkungen, es war nur eine Neverei mehr..
    Übrigens bin ich tatsächlich auch die Angststörung auf ähnliche Weise losgeworden: indem ich akzeptiert hatte, dass sie zu mir gehört. Kurz darauf hatte ich keine Panikattacken mehr und eine Angststörung war nicht mehr bemerkbar.

  1. 2. April 2015

    […] Hier geht es zum zweiten Teil des Themas Tinnitus und Panikattacken. […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.