Angststörung – Was können Angehörige tun?

Angehörige fühlen sich oft hilflos

Es ist schwer, wirklich nachzuvollziehen, was Menschen mit einer Angststörung durchmachen, wenn man diese Angstzustände und Panikattacken nicht selbst erlebt hat. Ich hoffe, dass der erste Teil dazu beigetragen hat, ein bisschen besser zu verstehen, wie schlimm das für Betroffene ist. Hier geht es zum ersten Teil der Panikattacken-Tipps für Angehörige.

Doch auch Angehörige ist das alles andere als einfach. Der Partner, Eltern, Kinder, Geschwister, Freunde und Kollegen würden gerne helfen, wissen aber nicht, was sie noch tun sollen. Es fällt vielen unglaublich schwer, den anderen so leiden zu sehen.

Und gerade wenn es den Partner oder ein anderes Familienmitglied betrifft, mit dem man zusammenlebt, muss man ehrlich sagen: Manchmal nervt das einfach tierisch.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass ich manchmal unausstehlich war, als ich an dieser Angststörung gelitten habe. Ich war unzufrieden mit mir und meinem Leben. Meine Lebensfreude war verschwunden, ich war unausgeglichen, genervt, müde und manchmal etwas depressiv.

Wenn man ständig Angst und Panikattacken hat, wie ich damals, ist das sicher erklärbar. Und doch kann ich mir sehr gut vorstellen, dass ich manchmal eine Belastung für meine Partnerin war.

Und Ihr als Angehörige dürft auch so ehrlich zu Euch selbst sein, Euch das einzugestehen: Mit jemandem zusammenzuleben, der eine Angststörung hat, macht das Zusammenleben oft schwierig und manchmal nervt das einfach.

Da freut man sich auf den Urlaub und der Partner äußert ständig seine Bedenken, möchte am liebsten gar nicht mehr fahren. Dabei will man den Urlaub so gerne gemeinsam genießen.

Kümmere Dich auch um Dich

Bevor wir dazu kommen, wie Ihr Eurem Partner, Freund, Kollegen, Kind, Eltern- oder Geschwisterteil helfen könnt, wollen wir besprechen, was Ihr für Euch selbst tun könnt.

Tut Euch etwas Gutes: Das Zusammenleben mit jemandem, der an einer Angststörung leidet, ist auch für Euch manchmal belastend. Deshalb solltet Ihr Euch nicht vergessen. Seit gut zu Euch selbst. Gönnt Euch zwischendurch eine Auszeit. Macht Auch etwas, was Euch Freude bereitet.

Vernachlässigt nicht Eure Hobbies und anderen Beziehungen: Viele Angehörige neigen dazu, sich selbst zu opfern, um jemandem zu helfen, den man liebt. Schnell vernachlässigt man Hobbies und Beziehungen zu anderen Menschen. Damit tut Ihr Euch keinen Gefallen. Vernachlässigt Eure Hobbies und Beziehungen keinesfalls.

Sport und Entspannung: Das Zusammenleben mit jemandem, der an einer Angststörung leidet, ist oft kraftraubend. Sport und Entspannungstechniken tragen dazu bei, die dadurch entstehende Anspannung abzubauen und gibt Euch Kraft und Energie zurück. Optimal wäre es, wenn Ihr beide in dieser Richtung aktiv werden. Sport und Entspannung sind nämlich auch für Leute mit einer Angststörung sehr empfehlenswert.

Wo sind Eure Grenzen? Auch wenn jemand an einer Angststörung leidet, kann sich nicht alles immer nur darum drehen. Gerade als Partner kommt man dabei schnell zu kurz. Sprecht auch Du brauchst und mache Dir klar, wo Deine Grenzen sind.

Das hat nichts mit Egoismus zu tun

Das alles hat übrigens nichts mit Egoismus zu tun. Es ist niemandem damit geholfen, wenn Ihr auf der Strecke bleibt. Hinterher habt auch Ihr aufgrund zu großer Belastung psychische Probleme.

Man kann beispielsweise nicht von Euch erwarten, nur noch zu Hause zu hocken, weil der andere Angst hat, wenn er allein ist. Das geht einfach nicht.

Für den Betroffenen selbst ist eine Angststörung schlimm, doch auch für Angehörige ist die Angststörung eine Belastung.

Und im dritten Teil geht es nun darum, wie Angehörige Betroffenen mit einer Angststörung helfen können… Klicke hier.

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