Panikattacken – Tipps für Angehörige

Angststörung – Tipps für Angehörige

Mit einer Angststörung fühlt man sich manchmal wie ein schwarzes Schaf

“Stell dich nicht so an! Reiß dich doch mal zusammen! Mach Dir nicht immer so einen Kopf! Geh doch mal raus, an die frische Luft. Du weißt doch, dass dir nichts passiert!”

Derartige Ratschläge müssen sich Menschen mit einer Angststörung immer wieder anhören. Viele Betroffene fühlen sich unverstanden. Denn letztlich ist es eine Krankheit, die sich keiner selbst aussucht.

Eine Angststörung, die mit regelmäßigen Panikattacken einhergeht, ist für Betroffene die Hölle. Doch auch für Angehörige ist es nicht einfach, damit umzugehen. Diese unbegründete Angst ist schwer zu verstehen.

Wenn Ihr Euch mit Euren Ängsten und Panikattacken unverstanden fühlt und es Euch schwer fällt, zu erklären, was mit Euch los ist, dann schickt Euren Freunden, Familienmitgliedern, Kollegen und Freunden doch den Link zu diesem Artikel.

Und wenn Ihr selbst jemanden im Familien-, Freundes- oder Kollegenkreis habt, der eine Angststörung hat und Ihr helfen wollt, dann lasst uns darüber sprechen, was Ihr für die Betroffenen, aber auch für Euch selbst tun könnt, da die Belastung für sie ebenfalls nicht zu unterschätzen ist.

Diese Ängste sind doch Blödsinn!

Die Angst, die Menschen bei einer Angststörung haben, ist für andere Menschen nur schwer nachvollziehbar. Schließlich ist diese vollkommen übertrieben.

Angst vor dem Bahnfahren, vor dem Supermarkt, vor einer Geburtstagsfeier oder Angst vor einem Kinobesuch. Menschen mit einer Angststörung haben seltsame Ängste. Was bitte ist daran so schlimm, in den Supermarkt zu gehen? Das ist doch vollkommender Schwachsinn.

Man ist an der Kasse vielleicht etwas genervt, wenn man länger warten muss. Und überhaupt: So richtig Spaß macht das ganze ja nicht. Aber Angst? Was soll daran bitte so angsteinflößend sein?

Und wer hat schon Angst ins Kino zu gehen? Man muss ja keine Horrorfilm schauen. Das ist doch was Schönes! Doch für Menschen mit einer Angststörung kann sogar ein harmloser Kinobesuch zu einer echten Herausforderung werden.

Ulrike hat Angst im Kino

Ulrike, 41 jährige Verkäuferin aus Bottrop hat eine Angststörung und bekommt in verschiedenen Situationen immer wieder Panikattacken. Sie möchte sich das Leben dadurch nicht vermiesen lassen und versucht, den Panikattacken immer wieder zu trotzen.

Es ist Samstag Abend. Ulrike möchte sich mit ihrem Mann David einen schönen Abend im Kino machen. Die beiden haben sich für “Jurassic World”, die Fortsetzung von “Jurassic Parc” entschieden.

Sie haben Plätze in der Mitte des großen Kinosaals. Das Kino ist voll. Der Film beginnt.

Es ist unglaublich laut. Die sich schnell bewegenden Bilder und die Hektik des Films wirken auf Ulrike leicht bedrohlich. So viele Sinneseindrücke. Schnell ist sie ein wenig überfordert. Und es ist eng im Kino.

Ulrike fühlst sich unwohl. Sie fängt an zu schwitzen. Diese Enge macht sie wahnsinnig. Sie spürt wie sich ihre Atmung beschleunigt. Eine innere Unruhe macht sich breit, ihr Puls schlägt schneller.

Sie weiß, was jetzt kommt. Eine Panikattacke kündigt sich an. Sie hasst das. Auch wenn sie das schon hunderte Male erlebt hat – die Symptome machen ihr jedes Mal wieder Angst.

Ulrike kann nicht so einfach flüchten. Sie könnte zwar den Kinosaal verlassen. Das aber wäre ihr unangenehm. Sie müsste die Leute stören, die sich in Ruhe den Film anschauen wollen. Sie selbst möchte doch einfach nur den Film, genießen. Und vor allem wäre es ihr peinlich gegenüber David.

Auch wenn eine Flucht prinzipiell möglich wäre, wäre das nur unter unangenehmen Umständen möglich. Diese Erkenntnis treibt die Panikattacke weiter an.

Millionen Menschen haben Angst und Panik

Ulrike ist nur eine von vielen, die mit irrationalen Ängsten und Panikattacken zu tun hat.

Wenn Sie nicht selbst betroffen sind, dann mag das für sie Seltsam” sein. Schließlich muss doch wohl in der Lage sein, seinen gesunden Menschenverstand einzuschalten. Man muss sich doch nur klar machen, dass nichts Gefährliches daran ist.

Natürlich wissen die Leute, dass ihre Ängste übertrieben sind. Darum ist ihnen das Ganze ja unangenehm.

Menschen mit einer Angststörung sind nicht verblödet, sie sind krank. Wenn jemand eine Erkältung hat, sagt ja auch niemand: “Hör mal auf zu niesen, das bringt doch jetzt nichts.”

Vielleicht könnt Ihr Euch vorstellen, wie belastend das Ganze ist, wenn selbst ein eigentlich erfreuliches Erlebnis bei Menschen mit einer Angststörung zur Zerreissprobe werden kann.

Die Situationen, in denen Angstzustände auftreten, können sehr vielfältig sein. Manche Menschen – insbesondere diejenigen, die an einer Panikstörung leiden – haben oftmals Angst vor der Angst. Das bedeutet, dass man Angst bekommt, eine Panikattacke zu erleiden und genau diese Angst löst dann die Panikattacke aus. Und das kann immer und überall passieren. Für Betroffene ist das die Hölle auf Erden…

Eine Panikattacke ist die Hölle

Wie kann man vor einer Panikattacke überhaupt Angst haben?

Angehörige sollten verstehen, dass eine Panikattacke eine unglaublich überwältigende Erfahrung ist. Angst (und zwar egal, was de Auslöser für diese Angst ist) setzt im Körper einen Prozess in Gang. Hormone werden ausgeschüttet, der Herzschlag und die Atmung beschleunigen sich, der Blutdruck steigt, die Wahrnehmung wird gestärkt.

Diese körperlichen Veränderungen machen weitere Angst und bringen Panikattacken-Symptome mit sich wie Zittern, Schwindel, Übelkeit, Schwitzen und extreme Unruhe.

Diese Symptome werden als gefährlich interpretiert und verstärken die Angst. Es entsteht ein Teufelskreis.

Betroffene bekommen Angst, verrückt zu werden, durchzudrehen, in Ohnmacht zu fallen. Und ja: In vielen Fällen haben die Betroffenen echte Todesangst.

Man hat Angst zu sterben und zwar jedes Mal wieder.

Für Angehörige mag das seltsam anmuten. Wenn man das doch schon tausend Mal erlebt hat, sollte man doch wissen, dass nicht Schlimmes passiert!

Damit haben sie nicht ganz unrecht und tatsächlich können diese Gedanken manchmal etwas beruhigend wirken. Wie aber kann man denn sicher sein, dass man dieses Mal nicht doch einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder was auch immer bekommt?

Es fällt Menschen mit einer Angststörung in diesen Momenten einfach wahnsinnig schwer, rational zu denken.

Für logisch denkende Menschen ist das schwer zu verstehen. Das bleibt auch so. Und doch hoffe ich, dass dieser Artikel dazu beitragen wird, ein kleines wenig besser zu verstehen, was in den Betroffenen so vorgeht.

Also: Diese wahnsinnige Angst und diese Symptome bei einer Panikattacke sind so furchtbar, dass man so etwas unter keine Umständen noch einmal erleben möchte. Und gerade das löst die Panikattacken dann manchmal erst aus.

Und es ist doch irgendwie verständlich, dass man dazu neigt, Panikattacken zu umgehen, indem man bestimmte Situationen vermeidet.

Dann besteht freilich die Gefahr, dass man irgendwann gar nicht mehr das Haus verlässt und an diesem Punkt können sie schon einmal helfen. Wir kommen später darauf zurück.

Lasst uns zunächst darüber sprechen, was Ihr als Angehörige für Euch selbst tun könnt, ehe wir zu den Panikattacken – Tipps für Angehörige kommen, denn auch für Angehörige ist es eine Belastung, jemanden mit einer Angststörung so leiden zu sehen.

Klicke hier, um zum zweiten Teil der Panikattacken-Tipps für Angehörige zu kommen.

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