Hypochondrie: Die Angst vor Krankheiten besiegen

Hypochondrie besiegen mit diesen Tipps…

Hypochondrie

Hypochondrie besiegen

Du leidest an Hypochondrie und möchtest die kraftraubende Angst vor Krankheiten ein für alle mal loswerden?

Dann solltest Du diesen Artikel unbedingt lesen und damit den ersten Schritt machen, um die Hypochondrie zu überwinden. Am Ende des Beitrags erwartet dich übrigens ein Geschenk.

Paul der Hypochonder – Erkennst du dich wieder?

Paul verspürt ein Stechen in der Brust. “Oh nein! Was ist das denn? Vielleicht mein Herz?! Nicht, dass ich gleich einen Herzinfarkt bekomme.”

Paul bekommt Angst und fährt ins Krankenhaus. EKG, Blutdruckmessung und ein Blut-Schnelltest zeigen an: Alles in Ordnung.

Paul ist erleichtert, obwohl er schon geahnt hat, dass nichts Ernstes dahinter steckt. Schließlich war er nicht zum ersten Mal wegen ähnlicher Beschwerden beim Arzt.

Mal hat er Stiche in der Brust. Mal kribbelt es im Arm. Dann zwickt es hier. Und immer befürchtet Paul, dass er schwer krank ist. Doch nie wurde etwas Ernstes gefunden.

Und er hat schon viele EKG’s, MRT’s und Blutuntersuchungen hinter sich. Unzählige.

Zwicken, Stechen, Kribbeln ist aber nicht alles. Manchmal fühlt er sich einfach komisch. Irgendwie seltsam. Krank.

Und wie jeder Mensch hat Paul mal Kopfschmerzen oder Magenprobleme. Auch schwindlig ist ihm hin und wieder.

Er sucht im Internet nach Erklärungen

Und jedes Mal sucht Paul im Internet nach möglichen Ursachen für seine Symptome. Und Paul googelt. Eigentlich jeden Tag. Und er wird fündig.

Kopfschmerzen sind in den meisten Fällen harmlos, liest er. Aber er stößt auch auf ernste Ursachen. Gehirntumor. Hirnblutungen. Aneurysma.

Auch Magenschmerzen kommen meist von einem harmlosen Infekt oder einer simplen Magenschleimhautentzündung. Doch auch von Magenkrebs ist die Rede. Sehr selten, aber dennoch…

Und Schwindel. Das kann eigentlich alles und nichts sein. Auch hier scheint es meist harmlos zu sein, aber es gibt auch jede Menge schlimme Ursachen. Alles sehr selten, aber nicht ausgeschlossen.

Und in Foren geht es richtig rund: “Von einem Freund der Freund, bei dem hat es auch so angefangen. Inzwischen ist er daran gestorben.”
“Ich hatte auch erst nur leichte Magenschmerzen. Mittlerweile mache ich die zweite Chemo.”

Nach diesen Internetrecherchen fühlt Paul sich noch schlechter als zuvor. Auch wenn ihm klar ist, dass die Ursache für jede seiner Beschwerden in 99 % der Fälle harmlos ist – die Möglichkeit einer ernsten Erkrankung macht Paul eine Heidenangst.

Krebs. MS. Herzinfarkt, Tumor. Das sind die Begriffe, die nach diesen Recherchen bei Paul hängen bleiben.

Paul lässt sich untersuchen – wieder und wieder!

Also geht Paul zum Arzt. Es könnte schließlich lebensbedrohlich sein, das nicht zu tun. Auch wenn bisher nichts gefunden wurde, heißt das ja nicht, dass er tatsächlich gesund ist.

Und auch wenn Paul irgendwie klar ist, dass seine Angst vor Krankheiten ein wenig übertrieben ist, so heißt das ja nicht, dass er nicht krank sein oder werden könnte. Auch ein Hypochonder kann schließlich krank werden.

“Sicher ist sicher”, denkt Paul.

Paul ist ein waschechter Hypochonder. Er leidet an Hypochondrie, der Angst krank zu sein. Wann genau ist man ein Hypochonder und was kann man dagegen tun? Das wollen wir im folgenden besprechen.

Was ist Hypochondrie?

Im Volksmund bezeichnen wir Menschen, die sich bereits bei einer leichten Erkältung benehmen, als würden sie sterben, lapidar als Hypochonder.

Behandlungsbedürftige Hypochondrie, also eine richtige hypochondrische Störung ist jedoch alles andere als eine witzige Angelegenheit.

Hypochondrie ist die Angst, ernsthaft krank zu sein, ohne dass sich ein objektiver Befund finden lässt. Hypochondrie ist also nicht das Jammern über bestimmte Beschwerden, sondern die Angst vor Krankheiten, die dahinter stecken könnten.

Die Hypochondrie gehört zu den psychischen Störungen und hier zur Gruppe der Angststörungen.

5 % aller Patienten leiden unter Symptomen, ohne dass eine körperliche Ursache gefunden werden kann. Männer und Frauen leiden in etwa gleich häufig unter Hypochondrie. Im internationalen Vergleich gibt es in Deutschland auffällig viele Hypochonder.

Die Betroffenen leiden sehr unter der Hypochondrie, in schweren Fällen bestimmt die Angst vor Krankheiten den gesamten Alltag.

Bei einer hypochondrischen Störung ist die zwanghafte Selbstbeobachtung des Körpers charakteristisch. Hypochonder suchen in der Regel nach Beweisen für ihren Verdacht einer ernsthaften Erkrankung. Jedes Stechen, Ziehen oder Kribbeln schürt Ängste.

Bei Bauchschmerzen denkt man gleich an Krebs, bei einem schnellen Puls an eine Herz-Kreislauf-Erkrankung. Ähnlich wie Paul.

Hier haben wir auch gleich die Krankheiten, vor denen die meisten Betroffenen Angst haben:

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen (im schlimmsten Falle Herzinfarkt)
  • Neurologische Erkrankungen (z.B. Multiple Sklerose, Schlaganfall)
  • Krebserkrankungen

Als Folge der Hypochondrie sind häufige Arztbesuche die Regel. Wenn dem Betroffenen einmal mehr bescheinigt wurde, dass nichts auf eine ernstzunehmende Erkrankung hindeutet, hält die beruhigende Wirkung der Diagnose allenfalls wenige Tage an.

Cyberchondrie nimmt zu

Zudem ist in Zeiten des Internets die so genannte “Cyberchondrie” auf dem Vormarsch.

“Cyberchondrie” ist ein Kunstwort, welches sich aus Cyber (Internet) und Hypochondrie zusammensetzt. Dabei macht sich der unter der Hypochondrie Leidende auf die Suche nach Informationen im Internet, um herauszufinden, zu welcher Krankheit seine Symptome passen könnten.

Dabei stößt er unweigerlich immer wieder auf ernste Krankheiten, die als Ursache in Frage kommen könnten.

Hypochondrie ist für die Betroffenen wahnsinnig schlimm, vor allem dann, wenn die Angst vor Krankheiten den gesamten Alltag bestimmt.

Ich habe selbst an Hypochondrie gelitten

Auch ich hatte unglaublich große Angst vor Krankheiten. Ich recherchierte ständig im Internet, um eine Erklärung für meine Symptome zu finden. Und ich hatte viele verschiedene Beschwerden:

  • Tinnitus
  • Schwindel
  • Augenflimmern
  • Herzstiche / Stiche inder Brust
  • Lidzucken
  • Müdigkeit/ Abgeschlagenheit
  • Taubheitsgefühle
  • Stiche im Kopf
  • Kopfschmerzen
  • Rückenschmerzen/ Verspannungen
  • Gliederschmerzen

Und ich kann nicht mehr zählen, wie viele Untersuchungen ich über mich ergehen lassen habe. Als Privatpatient, der ich damals war, konnten die Ärzte mit mir richtig Kasse machen.

Wenn man mir gesagt hat, dass man nichts finden konnte, war ich nur kurz beruhigt. Dann mehrten sich die Zweifel an der Diagnose der Ärzte und ich wusste, dass jede Untersuchung nur eine Momentaufnahme ist.

Nur weil ich gestern noch gesund war, muss das heute nicht zwangsläufig so sein.

Ich weiß also aus eigener Erfahrung ganz genau, dass eine Hypochondrie alles andere als eine witzige Angelegenheit ist, sondern einen echt in den Wahnsinn treiben kann.

Die gute Nachricht: Man kann eine Hypochondrie überwinden.

Mittlerweile habe ich meine Hypochondrie seit mehreren Jahren hinter mir gelassen und helfe Hypochondern dabei, ihre Angst vor Krankheiten zu überwinden und das recht erfolgreich.

Wie du deine Hypochondrie überwinden kannst

Bevor wir darüber sprechen, wie du deine Hypochondrie überwinden kannst, schauen wir uns kurz typische Verhaltensweisen des Hypochonders an.

  • Der Hypochonder hört ständig in seinen Körper hinein. Körperliche Veränderungen lassen ihn erschrecken. Er interpretiert diese als gefährlich und bekommt Angst.
  • Der Hypochonder recherchiert dauernd im Internet, um Erklärungen für seine Beschwerden zu finden.
  • Auch wenn der Hypochonder weiß, dass die Wahrscheinlichkeit für eine ernste Ursache bestimmter Beschwerden gering ist, macht ihn das geringe Risiko einer ernsten Erkrankung wahnsinnig.
  • Der Hypochonder ist häufig beim Arzt. Die Entwarnung durch die Ärzte beruhigt ihn nur kurz.
  • Einige Hypochonder hingegen meiden den Arztbesuch, da die Angst zu groß ist, dass eine Diagnose ihr Todesurteil bedeuten könnten.
  • Dem Hypochonder fällt es oft schwer, sich abzugrenzen. Wenn er von der Krankheit eines Anderen hört oder liest, empfindet er großes Mitgefühl und bekommt oft Angst, dass er selbst erkranken könnte.

Und erkennst du dich hier wieder?

Wenn man eine Hypochondrie überwinden will, ist es vorteilhaft, die Ursache dafür zu kennen. Dann kann man diese bestenfalls “abstellen”, um diese Angst dauerhaft zu überwinden bzw. in normale Bahnen zu lenken.

Schauen wir uns daher kurz einige dieser häufig auftretenden Ursachen für die Angst vor Krankheiten an.

Angst vor dem Tod immer Ursache für Hypochondrie?

Eine schwere Krankheit wäre nicht nur mit Schmerzen verbunden – sie kann unter Umständen tödlich sein. Somit ist es naheliegend, dass die Angst vor dem Tod hinter der Hypochondrie steckt.

Das ist aber keinesfalls immer so. Bei mir war das beispielsweise nicht der Fall. Mehr zur Angst vor dem Tod und Hinweise, was du dagegen tun kannst, bekommst du hier.

Erfahrungen aus der Kindheit

Aufgrund meiner eigenen Geschichte und der Arbeit mit vielen Betroffenen in den letzten Jahren habe ich mich intensiv damit befasst, was weitere Gründe für die krankhafte Angst vor Krankheiten sein könnten.

Erfahrungen mit Krankheit und Tod, die man in der Kindheit gemacht hat, können eine Hypochondrie begünstigen. So ist mein Vater plötzlich an einem Herzinfarkt verstorben. Da war ich 15. Und ganz sicher hat mich das bis heute geprägt. Die alleinige Ursache aber war das nicht.

Die Angst vor dem Tod und Erfahrungen aus der Kindheit sind vermutlich die meistgenannten Ursachen für eine Hypochondrie.

Sie sind naheliegend, logisch und nachvollziehbar. Und doch geht es meiner Ansicht nach meist um mehr…

Häufige Ursache: Langeweile

Eine der häufigsten Ursachen hat mit der Angst vor Krankheiten auf den ersten Blick wenig zu tun. Viele Betroffene führen ein langweiliges und wenig erfüllendes Leben – leidenschaftslos und nicht sehr abwechslungsreich.

Eine hypochondrische Störung ist unglaublich zeitaufwendig. Mache dir nur klar, wie viel Zeit durch das “Hineinspüren” in deinen Körper, den Internetrecherchen und den Arztbesuchen draufgeht. Das sind nicht selten mehrere Stunden pro Tag.

Wenn du das nicht mehr tun würdest, wird viel Zeit frei und diese Zeit will gefüllt werden. Blöd nur, wenn du gar nicht wüsstest, womit du diese Lücke füllen würdest.

Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so erscheint und viele Betroffene diese These als Angriff auf ihre Art zu leben verstehen – so mancher Hypochonder hat einfach viel zu viel freie Zeit und weiß wenig damit anzufangen.

Erst einmal sacken lassen und…

Es gibt noch weitere mögliche Gründe für eine hypochondrische Störung. An dieser Stelle möchte ich es aber vorerst gut sein lassen. Ich kann mir vorstellen, dass du diese These erst einmal verdauen musst.

Natürlich muss das bei dir nicht der Fall sein, aber ich empfehle dir, dich damit einmal zu befassen.

Im ersten Moment gehen die meisten zunächst auf Abwehr, weil sie es als Affront gegen ihr derzeitiges Leben ansehen. Und es kann tatsächlich weh tun, wenn man erkennen muss, dass das eigene Leben nicht erfüllend ist.

Dabei heißt das doch nicht, dass das so bleiben muss. Schließlich kann man dann etwas verändern. “Erkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung” heißt es schließlich so treffend. Daher ist diese Erkenntnis, so schmerzhaft sie im ersten Moment auch sein mag, letzten Endes Gold wert.

Dein Geschenk: Ratgeber gegen Hypochondrie

Hypochondrie

Du merkst vermutlich langsam, wie komplex und umfangreich dieses Thema ist. Deshalb habe ich einen kleinen Ratgeber geschrieben, den ich dir schenken möchte.

Hier besprechen wir weitere mögliche Ursachen und ich zeige dir konkret, was du tun kannst, um die Angst vor Krankheiten in den Griff zu bekommen.

Das solltest du jetzt tun…

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12.467 Hypochonder haben von diesem kostenlosen Angebot übrigens schon Gebrauch gemacht.

Ich wünsche dir viel Spaß und vor allem viele wichtige Erkenntnisse beim Lesen.

99 Kommentare

  1. Sebastian Sebastian sagt:

    Liebe Jenny,

    eine Hypochondrie ist ja auch eine Form der Angststörung. Ich kann verstehen, dass Du Dir Sorgen machst. Schließlich besteht bei einem MRT immer die Gefahr, dass etwas Ernstes entdeckt wird. Das aber ist sehr, sehr unwahrscheinlich. Kopfschmerzen haben fast immer eine harmlose Ursache.
    Versuche die schrecklichen Gedanken zu unterbrechen. Es bringt nichts, derartige Horrorszenarien immer und immer wieder durchzuspielen. Wenn sich die Gedanken zwischendurch aufdrängen, schiebe diese sanft gedanklich weiter. Am 04.09. ist der Termin ja schon und ich bin ziemlich sicher, dass nichts dabei herauskommt. Schreibe gerne anschließend, was dabei herauskam. Das wäre nett.

    Alles Gute!

  2. Jenny sagt:

    Hallo Sebastian,
    Eigentlich weiß ich grade nicht so recht wo ich bei mir anfangen soll?! Ist es eine Angststöhrung oder Hypochondrie, oder sogar beides? Oder am Ende doch, wovor ich solche Angst habe: Aneurysma! Bei mir fing alles vor ca. 7 Wochen an mit permanenten Kopfschmerzen, jeden Tag- mal mehr, mal weniger. Häufig tat mir hinterm linken Auge alles weh, hatte ich aber episodenweise auch schon oft in meinen 20er Jahren, habe es aber nie so ernst genommen. Es wurde Clusterkopfschmerz diagnostiziert, bekam auch ein spezielles Nase Spray dafür. Musste es bis jetzt nur 1 mal anwenden, hat gewirkt. Es wurde Blut abgenommen: alles top! Habe bald am 4.9.18 einen Termin zum mrt… (ist mein allererstes mrt am Kopf) und gehe zur Zeit am Stock aus Angst vor der Zufalls-Diagnose Aneurysma!! Ich habe gegoogelt 🙁 ! Wenn ich einen schönen Moment oder Tag hatte, denke ich: oh Gott, es wird mir bald ein Strich durch die Rechnung gemacht oder das war bestimmt das letzte mal o.ä.
    Ich weiß nicht, wie oft ich jetzt die todesnachricht schon im Ohr hatte, meine eigene Beerdigung geht mir durch den Kopf, die Angst, meine so süße kleine Tochter nie mehr wieder zu sehen bricht mir das Herz. Jeden Tag. Tausend mal. Ich bin 34 Jahre alt, Ich rauche nicht, ich trinke sehr selten Alkohol und wenn, dann auch nie bis zum Filmriss oder ähnliches. Habe keinen Bluthochdruck und bin schlank.
    Doch diese Kopfschmerzen machen mich verrückt.
    Mein Onkel ist mit 45 an einer Hirnblutung gestorben. Die Tante und der Onkel meines Mannes sind daran gestorben. Und ich kenne noch 2, die Eine war gerade mal 30 Jahre alt! Ich merke selber, wie ich den ganzen Tag den Kiefer zusammenbeiße, die Schultern und der Rücken tun am Ende des Tages entsetzlich weh. Und wenn der Kopfschmerz gerade mal weg ist, habe ich Schwindel. Der Nasenrücken tut mir weh. Die Stirn und Schläfen ja sowieso! Ich war vor 2 Jahren schonmal wegen einer Panikattacke in der Notaufnahme, auch Angst vor Aneurysmen. Da hat der Arzt sofort gesehen, dass es eine Panikattacke war, mich grob untersucht und gesagt: “nicht im ihrem Alter, das wäre sehr untypisch!” Und hat mich wieder nach Hause geschickt. Danach war, bis jetzt Ruhe in meinem Kopf!!
    Und jetzt Immer diese Gedanken: was ist wenn, das hast du mit Sicherheit bei deinem Glück! Von morgens bis abends! Da ist im Moment selten Platz für schöne Dinge. Sehe alles wie durch einen Schleier… nehme nichts zu 100 % wahr.
    Es tut mir so leid für diesen ellenlangen Kommentar… aber habe sonst niemandem zum Reden. Mein Mann kann das nicht verstehen und meine Freunde will ich nicht damit belasten. LG Jenny

  3. Sebastian Sebastian sagt:

    Hallo Jack,

    erst einmal ist es doch gut, dass Du die Hypochondrie weitestgehend im Griff hast. Versuche Dich auf das wirkliche Problem zu fokussieren, wenn Du bei einer belastenden Situation merkst, dass sich die Angst vor Krankheiten wieder verstärkt bemerkbar macht.
    Ich selbst kenne die “Angst verrückt zu werden” vor allem als Angst-Symptom – also wenn durch die Angst alles komisch und irreal wirkte. Ich habe aber schon mit Betroffenen zusammengearbeitet, die vor allem Angst vor psychischen Krankheiten hatten. Im Prinzip sehe ich da keinen großen Unterschied zu der Angst vor körperlichen Erkrankungen. Vielleicht beruhigt Dich der Gedanke, dass Du eine Psychose mit Deinen Ängsten nicht provozieren kannst. Auch habe ich noch nie gehört, dass psychotische Menschen Angst davor haben oder hatten…

  4. Jack sagt:

    Hallo Sebastian,

    ich kenne die Hypochondrie nun schon seit 30 Jahren. Im Grunde habe ich sie mittlerweile ganz gut im Griff weil, wie du richtig in deinem Artikel schreibst, ich es geschafft habe mein Leben ausgefüllter zu gestalten, somit bleibt nicht mehr soviel Zeit sich nur mit Krankheiten zu beschäftigen. Ich habe nur alle paar Jahre mal wieder eine hypochondrische Phase. Ursache ist meist eine belastende Situation, die sich ihren Weg wieder über die Krankheitsängste bahnt. Mich würde mal interessieren, ob du folgenden Verlauf auch aus deiner Zeit als Betroffener kennst: Bei mir startet so eine hypochondrische Phase erstmal ganz unscheinbar mit Schwindel, plötzliche Schwäche beim Sport (mache viel Ausdauersport), diese Symptome verstärken sich über einige Wochen hinweg, bis sie sich dann immer zu einer ausgewachsenen Angst für Herzinfarkt und/ oder Schlaganfall entwickeln. Diese Phase ist dann auch schon mit den ersten Panikattacken verbunden. Habe ich dann alle möglichen Untersuchungen körperlicher Art durchlaufen (ich glaube nach einer Untersuchung auch dem Ergebnis dieser Untersuchung) stürzt sich meine Hypochondrie auf die Angst vor psychischen Erkrankungen, hier steht immer wieder die Angst im Vordergrund eine Psychose zu haben, oder zu entwickeln. Was ich damit sagen möchte: Bei mir gipfelt eine hypochondrische Phase immer in der Angst vor psychiatrischen Krankheiten. Diese sind ja auch mit Bildgebenden Verfahren etc. nicht nachzuweisen, sondern man muss sich dann auf die Expertise eines Psychiaters verlassen und dieser ist ja nun auch nicht unfehlbar in seiner Einschätzung. Kennst du aus Deiner Erfahrung auch einen derartigen Verlauf, oder waren Deine Krankheitsängste immer auf körperliche Erkrankungen beschränkt? Es ist bei mir nämlich schon erstaunlich, dass dies immer nach genau dem gleichen Muster abläuft! Ich freue mich auf dein Feedback! VG Jack

  5. Sebastian Sebastian sagt:

    Hallo Maria,

    letztlich kann man eine Hypochondrie nur selbst heilen. Oft macht es aber Sinn, sich dabei Unterstützung, beispielsweise in Form einer Psychotherapie, zu suchen. Es kann sein, dass es sich von allein wieder gibt, allerdings wird es leider oft auch schlimmer, wenn man so weiter macht wie bisher. Hast Du Dir den Ratgeber “Hypochondrie nein danke” schon durchgelesen?

  6. Regina sagt:

    Hallo Sebastian,
    Danke für Deine Worte! Ich habe noch keine Therapie in Angriff genommen. Zum einen, weil ich es selber schaffen möchte, aus diesem Teufelskreis rauszukommen (das muss doch möglich sein, Oder?) und zum anderen, weil ich keine Betreuung für mein Kind habe.
    Ich hoffe, dass, wenn ich wieder arbeite, meine Gedanken und meine Zeit mehr ausgelastet sind und ich dann nicht nur grübelnd zuhause sitze.
    Was meinst Du?
    Lg
    Regina

  7. Maria sagt:

    Hallo Sebastian. Das habe ich etwas falsch formuliert. Ich habe einen Grund gesucht Wieso es plötzlich kam und darauf hin hab ich mir gedacht dass es viellricht sein könnte dass ich “Angst habe zu sterben” ich habe keine angst zu sterben abervielleicht unterbewusst.

    Kann die Hypochondrie auch nur verrüber gehend sein und von alleine weg gehen oder sollte man sie behandeln lassen?
    Lg Maria

  8. Sebastian Sebastian sagt:

    Liebe Maria,

    googlen macht auf jeden Fall noch mehr Angst. Das solltest Du sein lassen. Zu den Leberflecken: Es ist sinnvoll, alle zwei Jahre eine Vorsorgeuntersuchung zu machen. Vielleicht gibt ein Hautarztbesuch Dir diesbezüglich etwas Sicherheit. Meiner Erfahrung nach ist es eher selten, dass man Angst vor dem Tod bekommt, weil das Leben gerade so toll ist. Hast Du die Möglichkeit, mal mit einem Psychologen zu sprechen (am besten einen, der auf Jugendliche spezialisiert ist)?

  9. Sebastian Sebastian sagt:

    Liebe Regina,

    Du hast, wie auch ich, erleben müssen, dass Menschen, die man liebt quasi von heute auf morgen aus dem Leben gerissen werden können. Und es ist verständlich, dass Du nichts versäumen willst. Dabei müssen wir ein gesundes Maß finden, was in regelmäßiger Vorsorge besteht und darin, bislang unbekannte körperliche Veränderungen untersuchen zu lassen. Bei Hypochondern ist das eben nicht gesund. Du “suchst” ja nach Anormalitäten.
    Doch egal, wie aufmerksam Du bist: Du kannst nicht vollkommen verhindern, dass Du krank wirst, auch wenn Du Dich ständig untersuchst. Das gilt es zu akzeptieren. Vielleicht hilft es Dir, einen Termin für diesen “Check” vor dem Spiegel mit Dir auszumachen, z.B. am 1. eines Monats. Hast Du schon eine Therapie in Angriff genommen?

    Lieben Gruß.

    Sebastian

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