Warum eine Therapie oft nichts bringt

Ich habe 1,5 Jahre eine Verhaltenstherapie gemacht, war für 6 Wochen in einer psychosomatischen Klinik und ich arbeite selbst seit einigen Jahren als Coach.

Ich kenne also beide Seiten, wenn man so will. Lass uns heute daher darüber sprechen, wie du dafür sorgen kannst, dass eine Therapie zum Erfolg wird.

Außerdem erfährst du, welche Eigenschaft extrem wichtig ist, um im Leben etwas zu erreichen – auch unabhängig von einer Therapie.

Weitere Inhalte:

  • Warum eine Stunde Therapie pro Woche nicht ausreicht…
  • warum du nicht versuchen solltest, dem Therapeuten zu gefallen…
  • warum du dich für dunkle Gedanken nicht schämen musst…
  • wie du herausfindest, was du in deinem Leben ändern solltest…
  • wie dir das alles hilft, eine Angststörung zu überwinden.

Hier bin ich und jetzt mach mich gesund

“Ich bin psychisch krank und der Therapeut soll mich jetzt wieder gesund machen.” So oder ähnlich gehen viele Patienten in die erste Therapiestunde.

Diese Einstellung ist verständlich. Darum macht man ja eine Therapie: damit man Hilfe bekommt und wieder gesund wird.

Wir sind es gewohnt, bei körperlichen Beschwerden den Arzt aufzusuchen, ein Medikament zu bekommen und fertig. Bei einer Psychotherapie läuft das anders. Sich hinsetzen und den Therapeuten machen lassen genügt nicht.

Wer glaubt, es würde ausreichen, wenn man sich beim Therapeuten auf die Coach legt und ihn mal machen lässt, der liegt falsch. So funktioniert das nicht.

Therapie ist kein passiver, sondern ein sehr aktiver Prozess. Therapie ist Hilfe zur Selbsthilfe und das bedeutet Arbeit.

Ein Therapeut sollte zuhören, durch gezieltes Nachfragen zum Nachdenken anregen und Anleitungen geben. Damit spielt er eine wichtige Rolle im Heilungsprozess, doch die wichtigste Rolle hast du inne. Ja, du! Dazu gleich mehr.

Eine Therapiestunde pro Woche reicht nicht

Typischerweise findet die ambulante Therapie einmal pro Woche statt. Also geht man dorthin, spricht über Probleme oder kotzt sich aus und das war es dann. In der Zwischenzeit passiert nichts. Häufig ist es so.

Meiner Meinung nach kann man eine Angststörung nur loswerden, indem sich etwas verändert. Ein Orts- oder Arbeitsplatzwechsel kann manchmal notwendig sein. Hin und wieder muss man sich von Menschen trennen, die einem nicht gut tun. Das kann in manchen Fällen ratsam sein, aber längst nicht immer.

IMMER muss sich aber auch etwas in dir verändern. Und diese Veränderung passiert nicht in den Therapiestunden. Sie geschieht dazwischen. Und sie passiert nur dann, indem du Überlegungen anstellst, das eine oder andere ausprobierst und auch deine Gewohnheiten veränderst.

Ich weiß aber nicht, was ich verändern soll!

Kann ich verstehen. Ist meist nicht so einfach, das herauszufinden.

Tipp1: Denke darüber nach, was dir an deinem Leben so gar nicht gefällt. Was passt dir überhaupt nicht? Ist schon klar, dass dir die Angststörung nicht gefällt. Sie sollte aber jetzt keine Rolle spielen, denn sie ist nicht die Ursache, sondern lediglich Symptom. Lasse bei diesen Überlegungen die Angststörung daher außen vor.

Tipp2: Schon kleinere Verhaltensänderungen können manchmal Wunder bewirken, denn sie bringen etwas in Gang. Und sie zeigen dir, dass NICHTS so bleiben muss, wie es war. Sie beweisen dir, dass du etwas ändern kannst und du die Macht über dein Leben hast. Wenn du noch keinen Sport machst, könntest du zum Beispiel damit starten. Weitere Tipps zum Thema Sport findest du hier.

Therapie ist also nur eine Hilfe zur Selbsthilfe und das funktioniert nur über Aktivität. Du bist gefragt.

Der Mensch ist faul und muss motiviert werden

Ich bin kein Therapeut und biete keine Therapie, sondern ein Coaching an. Gar nicht sooo weit von einer Therapie entfernt. Und ich gebe immer Handlungsaufforderungen. Gezielte Aufgaben. Immer!

Nicht immer führen diese zum gewünschten Erfolg. Oftmals schon. Wenn man sie macht. Denn letztlich findet man nur durch Probieren heraus, was hilft und was nicht.

Noch einmal: WENN MAN SIE MACHT!

Und ich frage bei der nächsten Coachingstunde natürlich nach. Und nicht selten kommt heraus, dass man die Aufgabe nicht gemacht hat. Nach anfänglichem Zögern. Stotternd.

Dabei ist es normal, dass viele Leute die Tipps nicht immer umsetzen. So ist der Mensch von Natur aus. Faul. Bequem. Ich bin genauso.

Ich weiß aber auch, dass wir ohne Aktivität gar nichts erreichen. Und ich weiß auch, dass wir durchhalten müssen, auch wenn wir für Anstrengungen und Entbehrungen nicht sofort belohnt werden. Oder glaubst du beispielsweise, dass du abnehmen wirst, wenn du 3 mal joggen gehst und eine Woche weniger Kalorien zu dir nimmst? So läuft das nicht.

Und das sage ich im Coaching auch. Und das ist vielleicht die wichtigste Aufgabe eines Therapeuten: Den Patienten zu motivieren und zu überzeugen, dass er aktiv werden muss.

Nicht immer gelingt das. Nicht immer erreicht man den Patienten. Wenn das so ist, kann man diese Therapie (oder das Coaching) meiner Meinung nach beenden und sich einen anderen Therapeuten suchen. Das liegt nicht unbedingt am Therapeuten, manchmal passt es einfach nicht.

Versuche nicht dem Therapeuten zu gefallen

Viele Leute erzählen dem Therapeuten das, was sie glauben, das er hören will. Therapeuten sind nicht selten Vater- oder Mutterfigur. Und wer erzählt seinen Eltern schon immer alles?

Es kann zunächst peinlich sein, unsere Gedanken, Gefühle oder unser Verhalten ehrlich und ungeschminkt mitzuteilen. Kann ich verstehen.

Wir alle haben dunkle Gedanken, Vorstellungen, Fantasien. Manchmal schämen wir uns auch im Nachhinein für unser Verhalten. Das aber ist ganz normal. Jeder kennt das, nur keiner spricht darüber. Müssen wir ja auch in der Öffentlichkeit nicht. In der Therapie ist das aber sinnvoll.

Das ist oft ziemlich schwer, denn manches ist uns sogar peinlich vor uns selbst. Und wenn wir diese Dinge aussprechen, dann gestehen wir uns diese vermeintlichen Schwächen ein und das ist nicht einfach. Mache dir jedoch klar, dass jeder von uns Schwächen sowie dunkle Gedanken hat. Wirklich jeder.

Daneben hast du sicher viele Eigenschaften, die dich zu einem liebenswerten Menschen machen. Da bin ich sicher. Halte dir das immer vor Augen – dann fällt es dir leichter, über diese unangenehmen Dinge zu sprechen.

Man soll mich mögen!

Die meisten von uns wollen gemocht werden. Und auch dem Therapeuten wollen wir gefallen. Also neigen wir dazu, bestimmte Dinge zu verheimlichen. Im normalen Leben kann das Sinn machen, in der Therapie ist das meist kontraproduktiv.

Versuche nicht dem Therapeuten zu gefallen. Er ist kein Familienmitglied und für dich ist es wichtiger – viel wichtiger – dass du deine Angststörung überwindest als für ihn.

Ich glaube nicht, dass du dem Therapeuten egal bist. Doch sein Leben hängt nicht davon ab, dass es dir besser geht.

Als Coach kann ich sagen, dass es mir wichtig ist, dass mein Gegenüber Fortschritte macht. Ich will helfen. Das ist meine Motivation. Und ich sehe es als meine wichtigste Aufgabe, dass es mir gelingt, den Klienten zu überzeugen, etwas zu tun. Das Richtige zu tun. Ihn dazu zu motivieren. Und oft gelingt das. Leider nicht immer.

Und wenn das nicht gelingt, dann finde ich das sehr schade. Letztlich aber – und das solltest du unbedingt mitnehmen: Mein Glück hängt nicht davon ab, dass ich jedem helfen kann. Das gilt auch für jeden Therapeuten. Wäre ja schlimm, wenn das so wäre.

DU MACHST DIE THERAPIE FÜR DICH!!!

Der Therapeut kann dir also nur helfen, dir selbst zu helfen und dazu genügt es nicht, auf der Therapeutencoach herumzulümmeln. 

Für dich ist es entscheidend, dass du aus dem Quark kommst. Dass du aufhörst mit Entschuldigungen. Dass du aktiv wirst. Und dass du durchhältst.

Du musst niemandem gefallen. Wenn du Aufgaben nicht machst bzw. Tipps nicht umsetzt, dann ist das okay. Du darfst das zugeben. Das ist menschlich. Wundere dich aber nicht, wenn du in diesem Fall keine Fortschritte machst. Du bist dafür berantwortlich, was du tust und was du nicht tust.

  • Sei dir im Klaren, dass eine Therapie Hilfe zur Selbsthilfe ist und Passivität zu nichts führt.
  • Übernimm Verantwortung. Du bist die entscheidende Variable im Heilungsprozess.
  • Sei ehrlich gegenüber dem Therapeuten (und dir selbst).
  • Tritt dem Therapeuten auf Augenhöhe gegenüber – nicht als Bittsteller.

Was denkst du darüber?

Welche Erfahrungen hast du gemacht? Hilft dir dieser Artikel oder bist du gänzlich anderer Meinung? Hast du noch Fragen? Nutze die Kommentarfunktion und lass uns an deine Gedanken teilhaben.

Ich freue mich auf deinen Kommentar!

Sebastian D. Kraemer

Sebastian D. Kraemer

Als ehemaliger Angstpatient helfe ich seit sieben Jahren Menschen mit übermäßiger Angst und Panikattacken auf ihrem Weg aus der Angststörung. Mehr als 20.000 Menschen nehmen an meinem kostenlosen E-Mail-Coaching teil und ich freue mich über jeden einzelnen, dem ich zu einem angststörungsfreien Leben verhelfe.

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30 Kommentare

  1. AvatarThusnelda P sagt:

    Ich bin jetzt seit ca. 10 Jahren als Patientin im “Therapiebetrieb”. Und ungefähr genauso viele unterschiedliche Diagnosen habe ich in der Zeit gesammelt. Von Depression über Bipolare Störung über ADHS, PTBS und Borderline … Welche jetzt richtig ist? Keine Ahnung. In meiner Kindheit habe ich emotionale Misshandlung und Vernachlässigung erlebt. Eine Traumatisierung ist wahrscheinlich, aber auch hier sind sich die “Experten” uneins. In einer Reha-Klinik über die DRV wurde mir eine Traumatisierung kategorisch abgesprochen, weil das, was mir passiert ist, nicht in deren Katalog von traumatisierenden Erlebnissen stand. Folge waren Behandlungsfehler und letztendlich eine – wahrscheinlich – Retraumatisierung aus der ich mich nur mit Mühe wieder herausgebastelt habe (Wahrscheinlich, weil ja nicht mal die Traumatisierung gesichert ist. Die Symptome stimmen zwar fast … Aber eben nur fast. Nicht lehrbuchmäßig. – Die Experten wollten sich nicht festlegen). Die dort gestellte Diagnose ist ein weiteres Alibi, um Fehler nicht zugeben zu müssen. Meine Psychaterin zuhause (keine Therapeutin; sozusagen nur für die Medikamente “zuständig”) hat mir das zum Glück bestätigt, sonst hätte ich es kaum geschafft, mich von den Pappnasen in der Klinik abzugrenzen. Die Behandlungsfehler der Klinik zu beweisen und die Alibi-Diagnose, die nun bei der Rentenkasse in meiner Akte steht, zu revidieren, ist sehr schwierig, wenn nicht unmöglich. Auf eine Psychotherapie konnte ich mich im Anschluss nicht mehr einlassen. Ich habe einfach das Vertrauen in Therapeuten und das System verloren. Wahrscheinlich war auch die Therapeutin, die ich nach langer Suche gefunden hatte, nicht die Richtige. Sie war regelmäßig unvorbereitet und kam mir unterkühlt und eher desinteressiert vor. Selten bis nie hat sie Fragen gestellt oder mal einen eigenen Gedanken geäußert. Ich habe geredet, sie hat zugehört. Mehr nicht!!! Mehrfach reagierte sich irritiert oder sogar verständnislos, wenn es um Dinge ging, die einen hohen Stellenwert in meinem Leben habe. So wollte sie bspw. partout nicht akzeptieren, dass mir Sport Spaß macht und ich mich keineswegs unter Druck setze, wenn ich drei bis viermal die Woche aufs Rennrad steige. Als sie sich dann wiederholt mit den Therapeuten in der Klinik solidarisierte (Therapeuten sind ja auch nur Menschen), nachdem sie zuvor meine quasi alleinerziehende Mutter hart kritisiert hatte, hatte ich endgültig verstanden, dass in diesem Therapie-System eine Krähe der anderen kein Auge aushackt. Je gestörter die mich schreiben, desto mehr Therapiestunden und damit Geld. Ich habe die Therapie dann abgebrochen und behelfe mir seit dem ziemlich erfolgreich selbst mit Hilfe von Fachliteratur, Internet, meinem sozialen Netzwerk, meinem Osteopathen und einem befreundeten Pfarrer.
    Mit Sicherheit gibt es auch sehr gute TherapeutInnen. Aber nach den vielen schlechten, die mir bisher über den Weg gelaufen sind, vermute ich, dass die Guten doch eher rar gesät sind und es eher Glückssache ist, davon einen zu finden. Und nach dem Schaden, den diese Schlechten bisher bei mir angerichtet haben und dem Erfolg, den ich verzeichne, seit ich mich in Eigenregie selbst “therapiere”, habe ich die Suche auch endgültig beendet. Außer einer bunten Sammlung von höchstwahrscheinlich falschen Diagnosen, wegen derer ich nicht mal eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen kann (noch so ein Nachteil), ist für mich bei der ganzen Nummer nichts Zählbares rausgekommen.

    • AvatarCM sagt:

      Ich kann Dich als selbst Betroffene gut verstehen. Meine persönliche Bilanz: Von 100 Pschotherapeuten sind 98 inkompetent und selbst therapiebedürftig und nur 2 kompetent und psychisch gesund. Ich habe auch keine Lust mehr mit denen zu reden. Ich habe jedes Vertrauen in Psychotherapeuten verloren und hoffe, daß die, die mich beschädigt haben, von höherer Macht eine satte Strafe bekommen.

  2. AvatarCM sagt:

    Ich habe 14 (!!!!!!!!!!) Jahre ambulante Psychotherapieerfahrung. Mit meinem traumatischen Schmerz (frühe Bindungsstörung) wurde mir nicht geholfen. Ich war dann in einer psychosomatischen Reha, wo mir zwar geholfen wurde, daß ich nicht mehr in den Schmerz falle, der Psychologe mich aber mit psychischer Gewalt in die Rente abschieben wollte. Ich habe in dieser Klinik Lüge, Erpressung und Bedrohung erlebt. Psychotherapie ist meiner Erfahrung nach ein unmoralisches dreckiges Geschäft.

    • Sebastian D. KraemerSebastian D. Kraemer sagt:

      Das tut mir leid, dass Du diese Erfahrung machen musstest. Glücklicherweise kann man das nicht verallgemeinern. Ich selbst habe ja ziemlich gute Erfahrungen gemacht. Ich wünsche Dir, dass Du Deinen Weg trotz allem findest!

  3. AvatarKathrin sagt:

    Es stimmt schon, dass es Menschen gibt, die vom Therapeuten einfach nur “ganz” gemacht werden wollen und sich selbst nicht einbringen. Das ist schade, weil sie sich damit selbst im Wege stehen. Aber auch das ist wohl allzu menschlich – und ich mag diesen leisen Vorwurf auch nicht “die wollen ja gar nicht”. Vielleicht wollen die schon, aber sie haben keine Ahnung WIE das gehen soll und lagern deshalb die Verantwortung sozusagen aus und übergeben sie an den Therpeuten?

    Ich war in meinem Leben schon bei vielen Therapeuten und habe nur zwei getroffen, die menschlich wirklich in Ordnung waren, einfühlsam und verständnisvoll und hilfreich. Das ist schon mehr, als viele andere erleben dürfen, denn es gibt eine Unmenge an schlechter Therapeuten, die viel zu distanziert, kalt und von oben herab mit ihren Patienten umgehen. Da kann dann auch nichts Gutes bei rauskommen.

    Ich selbst habe eine PTBS aufgrund von MIssbrauch und Misshandlung in Kindheit, Jugend und bis ins Erwachsenenalter. Depressionen werden ja heutzutage schon standardmässig bescheinigt, so jedenfalls mein Eindruck. Niemand hat mich je gefragt, was ich brauche und was ich mir wünsche. Es ist immer ein stetiger Kampf gewesen, indem ich sehr viel “Helfergewalt” erlebt habe – ein ständiges drüber wegbügeln und bevormunden durch Ärzte und Therapeuten. Mir wird bis heute immer wieder gesagt, der Missbrauch sei so lange her, ich solle es einfach vergessen. Auch die emotinale Gewalt wird nicht ernst genommen – ich müsste das alles ja nicht empfinden, wurde mir gesagt. Wenn einem jemand ständig sagt, wie wertlos man ist und dieser Jemand zur engsten Familie gehört, dann macht das etwas mit einem. Das ist kein Spaß und auch nichts, was man einfach so vergisst. Genauso wie Vergewaltigungen im Kindesalter – die vergisst man auch nie!

    Schlussendlich habe ich von Therapeuten und Psychiatern nur zweimal wirklich Hilfe erhalten – beides waren es Verhaltenstherapiien, die zwar nichts an der PTBS änderten, aber mir bzgl. Angststörung weiterhelfen konnten.

    Mein letzter Besuch bei einer Psychologin liegt Jahre her – inzwischen bin ich berentet und sehe da auch kein Ende mehr. Ich bin 42. Diese Psychologin sagte mir damals, dass Opfer von Mobbing und Gewalt selbst schuld seien, da sie durch ihre Opferhaltung die Täter dazu auffordern, ihnen weh zu tun. Danach bin ich nie wieder dorthin gegangen.

    Inzwischen habe ich private Begleitung, eine Frau, die mir mit Rat und Tat zur Seite steht und durch die ich viel über mich und die Vergangenheit und wie die Dinge zusammen hängen lernen durfte. Heute bin ich die meiste Zeit stabil, zwar nicht mehr so belastbar, aber ich kann mein Leben, so eingeschränkt es sein mag, endlich genießen. Große Träume habe ich allerdings keine mehr, dafür reicht die Kraft nicht mehr. Ich habe sechs chronische Krankheiten entwickelt und erst durch diese Begleitung habe ich verstanden, dass mich all die Gewalt – auch die psychische Gewalt – so geschädigt haben. Das hat mir aber kein Therapeut und kein Psychiater erzählt – ganz im Gegenteil.

    Was ich damit sagen will ist, dass es auch viele Menschen gibt, die wollen Hilfe und die krempeln auch die Ärmel auf, aber unser Therapiesystem ist schlecht, veraltet und die Therapeuten und Psychiater sind selbst zu einem großen Teil schlecht ausgebildet, kalt, arrogant und oft noch gewalttätig. Emotionale Gewalt wird so oft nicht anerkannt, weil diejenigen selbst emotionale Gewalt anwenden. Wie soll jemand, der ein Leben lang Gewalt erfahren hat, diesen Kreislauf verlassen, wenn er von den Ärzten und Therapeuten weiter in diesem Kreislauf gefangen gehalten wird? Gar nicht! Ich habe ausbrechen müssen, habe mir eigenständig Hilfe gesucht, die ich selbst bezahle. Trotzdem will die Hausärztin, dass ich in eine Klinik gehe “weil da Leute wie Sie hingehören” – es ist unfassbar, was für ein Gewaltsystem da in Deutschland vorherrscht. Unfassbar ist, wie man Menschen wie mich weiterhin bedrängt und zwingt. Ich lasse mich aber nicht mehr zwingen. MIr geht es ohne Therpeuten und Psychiater sehr viel besser!

    • Sebastian D. KraemerSebastian D. Kraemer sagt:

      Vielen Dank, dass Du Deine Erfahrung mit uns teilst. Es tut mir leid, dass Du so schlechte Erfahrungen machen musstest. Ich wäre wohl auch nicht mehr zu einem Therapeuten gegangen, der solche Aussagen tätigt. Auf der anderen Seite hast Du ja auch zwei gute Therapeuten gefunden.
      Ich selbst habe die Therapeuten auf die ich getroffen bin, zumeist als kompetent und sensibel erlebt. Vielleicht habe ich da aber auch Glück gehabt.

      Ich wünsche Dir jedenfalls von Herzen alles erdenklich Gute!

    • AvatarCM sagt:

      Ich kann Sie als Betroffene gut verstehen. Es gibt ein Buch zu dem Thema: Petzold/Märtens :Therapieschäden – Risiken und Nebenwirkungen von Psychotherapie. Die Therapeuten sind meist schlecht ausgebildet und menschliche Nieten, so meine Erfahrung. Ich habe in meiner Therapiezeit nur 3 menschlich korrekte Therapeuten getroffen. Der Rest war meiner Ansicht nach charakterlich nicht integer und auch sonst einfach nur unfähig. Es besteht keinerlei Interesse am Klienten. Psychische Gewalt habe ich auch erlebt. Therapieschäden sind eh ein absolutes Tabuthema in Deutschland. Wenn man einen Schaden hat, findet man NIRGENDWO Unterstützung. Therapiegespräche müssten aufgezeichnet werden, damit die Therapeuten nicht Dinge, die sie gesagt haben, abstreiten können. Und diese Aufzeichnungen müssten gerichtsverwertbar sein. Nur dann werden Therapeuten vorsichtig gegenüber Klienten, meine ich. Therapeuten sind meiner Erfahrung nach so ausgebildet, daß sie einerseits etwas heilen bei einem, andererseits etwas kaputt machen, um Behandlungsbedarf zu schaffen, d.h. daß man weitere Therapie benötigt. Ein Unding, meine ich.

  4. Avatarchristel schnitzeler sagt:

    hallo ich kann nicht verstehen wie Psychologen helfen sollen, ich wurde mal gezwungen zu einem zu gehen , gebracht hat es 0 ein wildfremdermensch soll einen verstehen? Gefühle nachempfinden? unmöglich. ich hate sie für zu deutsch quaksalber so wie einige es von homeopatie halten

    • Sebastian D. KraemerSebastian D. Kraemer sagt:

      Wenn man gezwungen wird, hat der Psychologe auch kaum eine Chance. Vielleicht hast DU auch einfach nur Pech gehabt. Es gibt auch sehr gute Therapeuten.

  5. AvatarLupine sagt:

    Hallo Sebastian,
    In den nächsten 2 Monaten steht bei mir der Wechsel von der Verhaltenstherapie zur Tiefenpsychologie an und so bin ich auf deine Seite gestossen.
    Bei mir war ein beruflicher Zusammenbruch der Grund, warum ich beim Therapeuten gelandet bin. Als allererstes kommt natürlich die Erkenntnis, das man selbst etwas tun muss, damit es einem wieder besser geht. Ich habe es sehr schnell gemerkt und hatte dann das nächste viel grössere Problem, finde etwas in der Kürze. Ich war bereits 6 Wochen zu Hause und brauchte eine weiterführende Krankschreibung, die ja nur von Ärzten bzw Psychatern vorgenommen wird. Ich wohne zwar in Berlin, aber auch hier ist es nicht so einfach, wenn man im falschen Stadtbezirk wohnt. Ich fand in meiner Dringlichkeit nur einen privaten Psychater, bei dem ich insgesamt 6 Sitzungen hatte. Dann bin ich mit Hilfe der Krankenkasse und etwas Zeit bei meinem jetzigen Therapeuten gelandet. Aus meiner Not habe ich das sicherlich falsch gehandelt, denn ich blieb auf den Kosten sitzen. Erfahrung macht ja klug.
    Aber…warum ich jetzt hier etwas schreibe ist, es stimmt…lässt man sich auf eine Therapie ein, bringt sie etwas. Ich habe sehr schnell gemerkt, das ich nach einer Therapiestunde auf dem nach Hauseweg, sehr viele Gedanken in meinem Kopf kreisten. Ich habe an mir selber gearbeitet, sicherlich fällt es einem schwer, seine Angewohnheiten zu ändern…doch hat man den Mut, lohnt es sich. Bei mir dauerte es nur eine kurze Zeit, bis ich voller Stolz meinen ersten umgesetzten Schritt berichtete. Ja Stolz auf sich sein…war auch sehr schwierig, schliesslich wollte ich immer perfekt sein. Doch nun nach 4 Jahren Therapie, sehe Dinge gelassener, habe nur noch Kontakt zu Menschen die mir gut tun. Es ist schwer, wenn es um die Familie geht. Ich fühle mich jetzt freier, auch wenn es andere Familienmitglieder nicht verstehen. Jetzt denke ich zuerst an mich. Nun bin ich gespannt, auf das neue Kapitel welches mir bevor steht. Den Grund für alles, erahne ich bereits, doch ich verstehe vieles noch nicht. Doch genau das brauche ich, um mein weiteres Leben “perfekt” leben zu können. Ich möchte nur anderen Menschen sagen, es geht sich zu ändern…wenn man es vom ganzen Herzen will. Die Arbeit an mir hat mich verändert und auch meine kleine Familie profitiert davon. Meine Kinder und mein Mann sehen und verstehen mein Handeln und sie lernen mit…das ist das Schönste. Irgendwann kam mein Mann und schilderte mir eine Situation von seiner Arbeit…voller Stolz. Es war ein sehr schöner und emotionaler Moment für mich. Indirekt heile ich auch ihn.

    Tolle Seite, habt Mut den Schritt zu gehen.

    • Sebastian D. KraemerSebastian D. Kraemer sagt:

      Vielen Dank für Deinen Mut machenden Beitrag, Lupine. Du hast vollkommen Recht: Man kann nur selbst etwas verändern. Die Bereitschaft dafür steigt mit dem Leidensdruck. Dann aber kann uns ein besseres Leben erwarten als zuvor. Ich möchte Dir noch den Tipp geben, Dich von dem Gedanken zu verabschieden, Dein Leben perfekt leben zu wollen. Das sollte nicht unser Anspruch sein, da das nicht erfüllbar ist. Dennoch verstehe ich, was Du meinst, wenn DU davon sprichst, alles verstehen zu wollen. Dabei drücke ich Dir die Daumen!

      Lieben Gruß.

      Sebastian

  6. AvatarRené sagt:

    Hallo ich finde diesen Beitrag sehr sinnvoll & hilfreich! Ich leide seid 4-7 Jahren an angststörung, mir fehlt es sehr schwer etwas dagegen zu unternehmen, weil ich einfach angst habe zu versagen. Ich hatte eine sehr schwere kindheit , konnte nicht wirklich Kind sein! In der Grundschule ging es denke schleichend voran & auf der weiterführenden schule ging es mit mir abwärts. Da wir sehr wenig Geld hatten & wir etwas weiter von der Gesamtschule entfernt gewohnt haben, konnte ich mir fast nie ein Ticket leisten & musste schwarz fahren & nach der schule nach hause laufen… Meine Eltern waren nie wirklich für mich da, ich musste alles irgendwie alleine stemmen & das wurde mir einfach zu viel, ich kam in der schule nicht mehr mit , so das ich keine Hausaufgaben mehr machte & alles schleifen ließ. Meine Mutter hat sich nicht wirklich für mich interessiert & mein Vater hielt sich Lieber Drauß… Mir war schon immer schwer mit fremden Menschen zu reden & auf sie zu, zu gehen, bin immer wen es schwere Situationen waren aus dem weg gegangen & so ist es heute leider immer noch, ich fürchte mich vor allem, das ganze Leben wird mir zu viel & ich weiß einfach nicht was ich tun soll? Ich will was verändern aber irgendwie finde ich immer ausreden es nicht zu tun, weil es ja sehr unangenehm wird & ich damit nicht so klar komme… Ich könnte noch mehr schreiben, aber das wäre einfach zuviel , ist grob erklärt… Ich stelle mir meisten die Frage warum ich lebe & warum mir alles immer so schwer fällt? Ich war schon beim Therapeuten dem konnte ich nicht viel erzählen weil ich mich sehr für mich schäme! Was soll ich tun, ich weiß einfach nicht weiter… Ich hoffe mir kann jemand Tipps geben wie ich das alles angehen soll… Danke für alles

    • Sebastian D. KraemerSebastian D. Kraemer sagt:

      Hallo René,
      zunächst einmal hat man aus meiner Sicht erst dann versagt, wenn man aufgegeben hat. Mal zu scheitern bedeutet nur, dass man noch nicht den richtigen Weg gefunden hat. Ein gutem Therapeuten sollte es mit der Zeit gelingen, dass Du Dich öffnest ohne Dich zu schämen. Dafür musst Du Dir und dem Therapeuten aber auch diese Zeit geben. Warst Du denn häufiger dort oder nur einmalig?

  7. AvatarMH4ever sagt:

    Ich hatte ganz lange Zeit schwerste soziale Phobien. Manchmal, je nachdem wie es mir gerade geht, kann ich auf andere Menschen dann eingehen oder nicht. Manchmal ist fragen für mich zuviel, auch heute noch.

    Mir hat sehr geholfen, mich mit Buddhismus auseinander zu setzen, mittlerweile 8Jahre. Seit 2 Jahren auch mit Schamanismus und Hinduismus, ich pflücke mir dass heraus, was ich gebrauchen kann.
    Im Buddhismus findet man Lebensweisheiten, die einem weiter helfen. Sich hinzu setzen und ein Tee trinken und Meditieren kann wunderbar sein. Auch ist viel, inspezielle Verhaltenstherapie, aus dem Buddhismus abgeguckt, meiner Meinung nach. Es geht ebenhalt um Achtsamkeit und Akzeptanz. Ich glaube, dass es erst dann möglich ist, sich und anderen zu verzeihen und daraus resultiert später dann die Heilung.
    Es gibt auch ein sogenanntes energetisches Erbe, ich glaube seit den 70er forscht man daran.
    Dass hat dann viel mit sozialen Verhaltensweisen zu tun, die nie abgelegt wurden, z.B. durch Krieg wo dann Familien sich aus den Augen, bei der Flucht, verloren haben und später erst wieder zu einander gefunden haben, in der Zeit hat viel Angst und Sorge in den Menschen gelebt.
    Wenn man sowas nicht “auflöst” gibt man solche Verhaltensmuster möglicherweise weiter an seine Kinder etc.

    Man findest schluss endlich viel über sich heraus. Das Buch vom Buddhismus, welches ich besitze ist “Die Versöhnung mit dem Inneren Kind” von Thích Nhất Hạnh.

    Leider weiß ich von einem Freund von mir, dessen Freund Psychiater ist, dass viel mist gebaut wird, wenn es generell um psychisch Ekrankte geht.
    Z.B. falsche Diagnosen stellen, um z.B dann irgendwelche selteneren Krankheiten überhaupt behandeln zu können aber nehmen wir z.B. Trauma + Posttraumatische Belastungsstörung oder Borderline Persönlichkeitsstörung dann ist dass einfach übel, weil dass sehr schwere psychische Erkrankungen sind. (u.a. nicht Heilbar)
    Stellt sich später heraus, dass das falsche Diagnosen waren, kann dass auch psychisch hart zulegen.

    Zu dem Thema bzw. obigen Artikel, ja ohne eigen Antrieb geht selten irgendwas.
    Man muss leider immer selbst anpacken, selbst bei Medikamenten, denn letzt endlich muss der Körper mit Hilfe der Medikamente die man bekommt, den Virus oder die Grippe etc. dann bekämpfen, deswegen sollte man dann auch viel im Bett bleiben und sich ausruhen. Weil der Körper viel Energie für Genesung braucht.

    Ich wünsche allen hier viel Erfolg, Glück und Kraft für Ihren Lebensweg und die Ziele darin.
    Mit freundlichen Grüßen,
    MH4ever

  8. AvatarKatharina sagt:

    TeilnehmerInnen gesucht für Masterarbeitsstudie über das Erleben von Psychotherapie!

    Hallo,
    Mein Name ist Katharina und ich bin im Rahmen meiner Masterarbeit gerade auf der Suche nach TeilnehmerInnen für meinen Online-Fragebogen.
    Dieser richtet sich an Personen, die sich momentan in psychotherapeutischer Behandlung befinden.
    Ich bin auch auf der Suche nach Personen, die sich mit ihrer Psychotherapie oder PsychotherapeutIn nicht hundertprozentig wohl fühlen.
    Wenn Sie also über 18 Jahre alt sind, sich in psychotherapeutischer Behandlung befinden, sich interessanten Fragen zum Erleben und Verlauf der Therapie stellen sowie nebenbei einen wichtigen Beitrag zu Therapieforschung und zur Verbesserung von Psychotherapien beitragen wollen,
    dann freue ich mich sehr, wenn Sie mich bei meinem Forschungsprojekt unterstützen!

    Das Forschungsprojekt beschäftigt sich mit dem Einfluss von Persönlichkeitsmerkmalen auf Vorgänge in der Psychotherapie (gedankliche Verarbeitung, Gefühle usw.), die zwischen und innerhalb von Therapieeinheiten stattfinden.
    ACHTUNG! Es werden keine Therapieinhalte erfragt – Was genau Sie in ihren Sitzungen besprechen und bearbeiten ist nicht Teil der Erhebung, nur allgemeine Gefühle und Gedanken dazu sind von Interesse.

    Die Studie besteht aus einer einmaligen Online-Befragung. Es werden anonym Daten zu Persönlichkeitsaspekten und Therapieprozessen per Internet-Link erhoben.
    Diese Studie wird im Rahmen meiner Masterarbeit an der Universität Wien nach wissenschaftlichen Kriterien durchgeführt. Es wird allergrößten Wert auf Ihre Anonymität und auf den Schutz Ihrer Daten gelegt.

    Bei Interesse an einer Studienteilnahme rufen Sie bitte folgenden Link auf:
    http://www.soscisurvey.de/masterarbeit_uniwien/

    Bei Fragen oder Rückmeldungen können Sie mich jederzeit unter folgender E-Mail Adresse kontaktieren: masterarbeit@mykonsult.at

    Ich freue mich sehr über Ihre Teilnahme!
    Herzliche Grüße aus Wien,
    Katharina Anglhuber

  9. AvatarAnna sagt:

    Der Artikel ist allgemein nicht schlecht, nur… Ich sehe die Therapie mehr als eine Art des Placebo-Effekts. Wenn man daran glaubt, bewegt es einem Menschen dazu, etwas zu verändern. Wenn man dem Ganzen keinen Glauben schenkt, ist es eine verlorene Zeit. Das Gleiche kann man eigentlich mit entsprechender Einstellung alleine schaffen. Zu zweit ist es vielleicht einfacher, da es zu Synergieeffekten kommt. Leider sind so viele Therapeuten so ungeeignet, dass es fast erschreckend ist. Die Qualität der Therapie in Deutschland ist nicht die höchste. Das Risiko einen falschen “Spezialisten” getroffen zu haben echt hoch. M.E. soll man die Patienten über Risiken informieren, weil nicht immer eine Therapie helfen kann. Das macht man nicht. Zusammengefasst, ob man das “Placebo” einnehmen möchte, soll jede für sich entscheiden.

    • SebastianSebastian sagt:

      Danke für dein Meinung. Eine Therapie hilft nur, wenn man bereit ist, sich helfen zu lassen und auch selbst etwas tut. Da gebe ich Dir recht. Allerdings ist es mehr eine Hilfe zur Selbsthilfe als ein Plazebo. Es gibt leider weniger gute Therapeuten, das ist ebenfalls richtig. Ich habe aber auch wirklich gute Therapeuten kennenlernen dürfen. Ich fände es aber auch hilfreich, wenn der Therapeut zu Beginn eine kleine Einführung gibt, WAS eine Therapie überhaupt zu leisten vermag und was nicht…

  10. Avatarursel heckhoff sagt:

    hallo,auch ich habe in den vergangenen 25 jahren einige therapien hinter mir und im nachhinein kann ich sagen das sie mich ein gutes stück weiter gebracht haben!! eines allerdings macht mir das leben bis heute schwerund zwar die angst vor schweren krankheiten und dem tod!! stehen untersuchungen an,momentan sind es so einige da ich einen kleinen schlaganfall hatte,drehe ich vollends am rad mit weinen ,herzrasen und zittern gehe ich dann zum arzt. so gerne ging ich gelassener an diese dinge die ich eh nicht ändern könnte!!
    was kann ich tun? mein leben um 90% drehen bekomme ich zu hören aber wie ? meine kleine familie die liebe ich über alles,vieles kann aus finanzieller sicht nicht möglich gemacht werden und sport? wäre schön wenn ich nicht auch noch körperlich beeinträchtigt wäre.
    danke fürs lesen und liebe grüsse!

    • SebastianSebastian sagt:

      Liebe Ursel,

      sicher kannst auch du einiges im Rahmen deiner Möglichkeiten verändern. Ist überhaupt kein Sport möglich? Für welche Veränderungen brauchst du (viel) Geld? Hast Du dir meinen kleinen Ratgeber “Hypochondrie nein Danke” heruntergeladen? Zur Angst vor dem Tod hilft dir vielleicht dieser Beitrag.

      Lieben Gruß.

      Sebastian

  11. Sebastian, Du hast völlig recht! Als Psychotherapeutin und Coach für Menschen, die ihr Leben besser machen wollen sehe ich das auch.
    Menschen wollen gebessert werden, sie wollen sich aber selbst nicht wirklich bemühen. Oftmals geht das nach dem Motto: “Wasch mich, aber mach mich nicht nass”.
    Und insbesondere dann, wenn die Kasse oder Versicherung bezahlt fehlt es vielen an Motivation, sich selbst zu bemühen.
    Doch wenn man nicht selbst tätig wird, passiert nichts und das Leiden geht ewig so weiter.
    Und dabei ist es so unnötig, denn es gibt mittlerweile viele sehr gute Ansätze. Doch Heilung muss von Innen kommen, der Mensch muss das Wagnis eingehen…sonst geht eben nix.

    • SebastianSebastian sagt:

      Danke für deinen Kommentar. Selbstredend sollte auch der Therapeut ein guter sein, letztlich ist eine Therapie aber eben auch eine Hilfe zur SELBSthilfe. Ohne die eigene Bereitschaft an sich und “den Dingen” zu arbeiten, geht es nun einmal nicht.

  12. AvatarKatja sagt:

    Alles nur Bla, blubb, heiße Luft. Dafür habe ich jetzt Lesezeit verschwendet.
    Dieses inhaltslose Gequatsche höre ich seit über einem Jahrzehnt von diversen
    Psychologen und Psychiatern.
    Davon kann man bestimmt gut leben, aber helfen tut es niemandem.

    • SebastianSebastian sagt:

      Vielen Dank für diesen Kommentar. Ich bin zwar kein Psychologe oder Psychiater und eigentlich sage ich ja nicht unbedingt das, was Psychologen sagen, aber vielleicht ist ja auch etwas dran. Könnte das sein? Ich finde es im übrigen amüsant, dass du dir einbildest, für alle Betroffenen zu sprechen. 😉 Glücklicherweise weiß ich, dass ich schon sehr vielen Menschen bei ihrem Weg aus der Angststörung geholfen habe.

  13. AvatarAmanda sagt:

    Ich kann Matthias da nur zustimmen. Ich habe zwar nicht so viele Therapien gemacht, bin aktuell noch in meiner ersten (und wohl auch letzten). Eine Erfahrung im Leben, mit der man abwägen kann, ob man damit wirklich besser vorwärts kommt als alleine. Meine Erfahrung ist: durch die Therapie (tiefenpsychologisch) sind Ursachen und Zusammenhänge zutage gekommen, die mir so noch nicht klar waren – und das ist gut so. Aber dann wirklich dort aus diesem Wust, der sich dann erstmal ergibt, wieder einen Weg für sich zu finden – das ist momentan ganz schön ein Hammer. Zumindest für mich. Und mir ist eben aufgefallen, wenn ich bestimmte Themen, also im speziellen aufgedeckte Ängste, anspreche, dann kommen auch oft solche “08/15”-Dinger (hab ich für mich auch immer so bezeichnet :-)). Das ärgert mich oft und innerlich hake ich das ebenso als weltfremd bzw. “Standards” ab. Ich finde, die Erfahrung eines tatsächlich Betroffenen, der erfolgreich aus seiner Angsterkrankung hervorgegangen ist, ist viel authentischer – daraus kann man sich viel mehr ziehen.
    Vielen Dank, Sebastian, dass du diese Seite aufgestellt hast und vielen Dank für das Buch und die Veröffentlichung deiner Erfahrung. Deine Beiträge haben mir in letzter Zeit sehr geholfen. Für mich ist deine Ehrlichkeit auch sehr wichtig – nur: bei mir hapert es auch daran, manche Dinge bzw. eigentlich anstehende Veränderungen, anzugehen, durchzustehen. Ich habe oft mit einem ganz tiefen Gefühl der Einsamkeit zu kämpfen, das sich einstellt, sobald es daran geht, so eine große Verantwortung – wie eine tiefgreifende Veränderung – anzugehen und durchzuziehen.

    • SebastianSebastian sagt:

      Hallo Amanda,

      vielen Dank für Deinen Kommentar. Es freut mich sehr, dass Dir meine Inhalte gefallen, wobei ich einer Therapie generell nicht ablehnend gegenüber stehe. Veränderungen anzugehen und dabei durchzuhalten, ist für keinen Menschen leicht, auch wenn es manchmal danach klingt. Schlechte Tage im Leben eines jeden Menschen sind ganz normal. Wenn man sich klar macht, dass auch vermeintliche “Gurus” mit diesen Dingen zu kämpfen haben, kann das schon helfen, ein wenig verständnisvoller mit sich selbst umzugehen. 😉

      Lieben Gruß.

      Sebastian

  14. AvatarMatthias sagt:

    Alle diese Kassen-Therapien bringen bei manchen Problemen herzlich wenig! Ich mache mein Leben lang schon Therapien wie z.B. “Verhaltenstherapien”, “Körpertherapien”, “Tiefenpsychologie”, “Rollenspiel-Gruppen”…. Das Problem ist oft die weltfremde akademische Sichtweise und Haltung! Meist wird der “Patient” als das Problem gesehen und nicht eine krankmachende Gesellschaft, hindernde Umstände, oder Existenznöte… Oft sind diese konservativen Methoden, Änderungen gar nicht möglich da die Umstände es verhindern… Mir fehlt es oft an Selbstsicherheit und bin deshalb Beziehungslos! Ich traue mich zwar sehr viel, aber wie man wirklich auf Menschen wirkt ist nie Bestandteil einer Verhaltenstherapie! Hier bekommt man immer nur 0815-Vorschläge ganz grob! Nie Feinarbeit. Die wenigsten Therapeuten können motivieren, können auch wagen ganz exotische Wege mal zu gehen. Man wird doch meist “desillusioniert” und an ein angebliches “Realitätsprinzip” angepasst! Lebensträume haben keinen Platz! Ich habe die Suche aufgegeben! Diese akademische Psychologie ist bei handfesten Lebens-Problematiken völligst weltfemd, nicht praktikabel! Sie ist eine reine Anpassungs-Maschinerie! Ja und wer kann sich schon teure Persönlichkeits-Trainer leisten? Wenn man arbeitslos ist geht das nicht! Dieses Gesundheits-System unterstützt kein “Lebensglück”! Reine Seelsorge nur! Ruhigstellung! Alles habe ich mir selber beigebracht, wie man Frauen anspricht, heiß antanzt in Diskotheken…. Kein Therapeut geht darauf ein! Aber trotzdem bin ich alleine! Weil eben die Lebensumstände hinderlich und nicht änderbar! Also müsste man verrücktere Wege gehen… Aber was für ein Psychologe macht das mit Einem? Wo die Pioniere die Träume wagen würden? Die selber aus einer unbedingten Sehnsucht heraus handeln würden? Tun sie nicht! Du hast die Realität einfach nur zu akzeptieren! Das genügt mir nicht! Ich war bei fast 100 Thearpeuten! Sie zogen mich nur runter! Immer nur ein Trauerspiel! Nie Lebensfreude! Ich halte Null mehr von VT und analytischen Verfahren! Sie sind zu klinisch und universitär! Wie Politik wo sich auch nie was bewegt! Gute Psychotherapie ist nicht das Anpassen eines Menschen auf die Gesellschaft- das macht VT! Sondern: Was will er vom Leben! Was macht ihn wirklich froh! Was will er erreichen! War immer nur so dass die Therapeuten mich machtvoll lenken wollten mit ihrem falschen Helfer-Syndrom! Es geht nicht darum was der Psychologe will!

    • SebastianSebastian sagt:

      Vielen Dank für Deinen Kommentar. Ich gebe Dir Recht, dass die Psychotherapie teilweise einer Reform bedarf und die wichtigen Fragen oft unbeantwortet bleiben. Was will man? Was braucht man? Woraus resultiert eine Unzufriedenheit? Und zwar fernab der Angststörung…
      Man muss aber auch sagen, dass jeder auch ein wenig selbst gefordert ist. Ich spreche jetzt nicht von Dir (ich kenne Dich ja nicht), aus meiner Erfahrung heraus kann ich sagen, dass so manch einer erwartet “gesund gemacht zu werden”. Das aber wird nie funktionieren. Auch eine Therapie ist nur eine Hilfe zur Selbsthilfe.

  15. Tolle Seite hast du.
    Bei mir haben auch unzählige Therapien nichts gebracht Ich versuche meinen Weg allein zu meistern und es funktioniert bis jetzt sehr gut. Denn jeder ist sein eigener Meister für sein Problem.

  16. AvatarDiana sagt:

    Ich habe damals auch eine Therapie gemacht in einer Klinik. Nach den ersten Tagen bin ich wieder gegangen, weil ich mich so eingesperrt fühlte. Aber habe gemerkt, dass ich es allein nicht schaffe und habe wieder darum gebeten, meine Therapie fortzuführen. Ich hatte Glück und konnte sofort wieder einsteigen. In dieser Therapie habe ich erfahren, was mein Problem ist. Und ich habe es nicht erfahren, weil die Therapeutin es mir gesagt hat, denn das machen die nicht. Sie stellen Dir immer wieder Fragen, sie wiederholen sich auf oft. Und dann beginnst Du darüber nachzudenken. Und irgendwann machte es “Klick” bei mir. Und als ich mein Problem erkannt habe, konnte ich endlich anfangen, an mir zu arbeiten, Dinge zu ändern.
    Und wenn ich jetzt wieder das Gefühl habe, mein Hals schwillt an, weiß ich, dass wieder irgend etwas auf mich zukommt, was ich eigentlich nicht will, aber wo ich durch muss. Wenn mir das erst einmal bewusst ist, geht es mir besser. Ich weiß nicht, wie ich es anders beschreiben soll. Mein Problem war, dass ich Angst vor Leuten hatte, die einfach,ohne dass ich es will, mein Leben bestimmen. Mein Problem in der Therapie war z. B. meine Therapeutin, weil sie so stark war, so bestimmend, was mir Angst machte. Ich konnte nie “NEIN” sagen, weil ich niemanden vor den Kopf stoßen wollte, ich wollte nicht,dass man sauer auf mich ist. Das kommt von meiner Kindheit. Auch jetzt sage ich oft “JA” obwohl ich “NEIN” fühle. Aber ich gehe damit anders um. Und dennoch sage ich auch oft meine Meinung.

    • SebastianSebastian sagt:

      Da scheinst du ja bereits erhebliche Fortschritte gemacht zu haben! Es ist wichtig, dass man lernt ohne schlechtes Gewissen “nein” zu sagen. Und ich stimme vollkommen zu, dass man schauen, sollte, was einen gerade eigentlich beschäftigt, wenn die Angst überhand nimmt! Danke für diese Rückmeldung!

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