Angst vor Urlaub? Das hilft wirklich gegen Urlaubsangst…

Angst vor Urlaub

Das hilft bei Urlaubsangst

Jetzt ist es bald wieder soweit. Die Sommerferien stehen vor der Tür. Doch anstatt sich auf die bevorstehenden Ferien zu freuen, haben vor allem Menschen mit einer Angststörung Angst vor dem Urlaub. Oftmals schon wochenlang bevor es losgeht.

Was Du gegen die Angst vor Urlaub tun kannst, damit die schönste Zeit des Jahres auch für Dich eine tolle Zeit werden kann, besprechen wir in diesem Beitrag.

Angst vor dem Urlaub statt Vorfreude

Sommerzeit = Reisezeit. Während das für Millionen Mitteleuropäer Vorfreude bedeutet, haben zahlreiche Menschen mit einer Angststörung Angst vorm Urlaub. Was wäre, wenn…?! Statt sich zu freuen, spielen sie Horrorszenarien immer und immer wieder gedanklich durch.

Wenn man an einer Angststörung leidet und in vielen verschiedenen Situationen sogar Panikattacken und Angstzustände bekommt, dann gehen mit dem Urlaub besonders viele Situationen einher, bei denen Panikattacken vorprogrammiert zu sein scheinen.

Die Anreise wird bereits oftmals zum Problem. Der Flug, Auto, Bus, Bahn oder eine Schiffsfahrt. Alles Situationen, aus denen man nicht so ohne weiteres flüchten kann. Ein Horror für viele Menschen mit einer Angststörung.

Die Flugangst beispielsweise ist weit verbreitet. Während die einen Angst vor einem Absturz haben, befürchten andere, dass ihnen niemand helfen kann, falls sie einen Herzinfarkt oder Schlaganfall bekommen. Oftmals ist es auch das Gefühl, keine Kontrolle zu haben oder im Sitz “gefesselt” zu sein oder auch Angst vor der Angst selbst. Wie Ihr den Flug übersteht, wenn Ihr Angst vorm Fliegen habt, erfahrt Ihr hier.

Auch mit dem Autofahren sind oftmals Ängste verbunden. Viele Betroffene haben nicht nur Angst, wenn sie selbst fahren müssen, sondern fürchten sich bereits vor einer Autofahrt als Beifahrer. Wenn Ihr Angst vorm Autofahren habt, kann Euch dieser Beitrag helfen.

Soll ich in den Urlaub fahren oder lieber nicht?

Die Reise selbst ist oft neben der Tatsache weit weg von zuhause zu sein, das größte Problem. Daneben gibt es noch weitere Sorgen. Zu einigen kommen wir gleich. Und ich werde so oft von Menschen mit Urlaubsangst gefragt, ob man den Urlaub nicht lieber absagen sollte.

Meine Antwort ist jedes Mal die gleiche: Wenn aus medizinischer Sicht nichts dagegen spricht, dann solltet Ihr den Urlaub auf jeden Fall machen. 

Belastet Euch nicht länger damit, ob es ratsam wäre, die bereits getroffene Entscheidung noch einmal zu revidieren. Es kann sehr befreiend sein, wenn man die Entscheidung nicht weiter hinterfragt. Ihr fahrt/fliegt in den Urlaub und fertig.

Natürlich findet man immer Gründe, nicht zu fahren. Neben befürchteten Panikattacken kann ein Urlaub (vor allem in ferne Länder) auch die eine oder andere Gefahr mit sich bringen. Das ist nicht vollkommen von der Hand zu weisen. Dabei lauern auch Gefahren, wenn Ihr hierzulande vor die Tür geht und sogar dann, wenn Ihr das nicht tut. Die meisten Unfälle passieren schließlich zu Hause.

Ein fremdes Land bedeutet eine andere Sprache, eine fremde Kultur, andere Sitten und Gebräuche. Viele Länder dieser Erde sind zudem weniger modern, auch was die medizinische Versorgung angeht. Manchmal gibt es gefährliche Tier oder Krankheiten oder beides auf einmal: Tiere, die gefährliche Krankheiten übertragen. Ja, es gibt dort Gefahren, die es hierzulande nicht gibt.

So war ich letztes Jahr für 3 Wochen in Thailand unterwegs. Neben giftigen Spinnen und Schlangen gibt es dort Mücken, die Krankheiten wie das Dengue-Fieber oder Malaria übertragen können. Ich muss gestehen, dass ich zunächst ein wenig verunsichert war. Schließlich kenne ich Menschen, die bereits infiziert wurden und das war alles andere als ein Zuckerschlecken.

Sich ausreichend zu informieren, kann Eure Ängste diesbezüglich reduzieren. Wie Informationen dabei helfen können, die Ängste zu reduzieren, erfahrt Ihr in diesem Beitrag über Mücken in Thailand.

Informiert Euch ausreichend über Euer Urlaubsziel, aber vermeidet es, Euch ständig zu fragen, ob Ihr den Urlaub nicht lieber canceln solltet. Das solltet Ihr nicht. Hinterfragt die Entscheidung, dass Ihr in den Urlaub fahrt, von jetzt an nicht mehr. Diesen aufgrund von Ängsten abzusagen, sollte keine Option sein.

Die Angst vor Urlaub vor dem Urlaub

Ich habe schon so oft gehört, dass man im Nachhinein dankbar war, dass man den Urlaub trotz Ängsten gemacht hat. “Hätte ich mich nur im Vorfeld nicht so verrückt gemacht.”

Die Angst vor Urlaub lässt Euch vor dem Urlaub verzweifeln, nicht währenddessen. Die meisten Befürchtungen treten so nie ein.

Ängste sind immer zukunftsbezogen. Man fürchtet sich vor dem, was passieren könnte. Und so machen sich viele Menschen, die Angst vor dem Urlaub haben, schon wochenlang im Vorfeld verrückt. Sie malen sich aus, wie sie im Flugzeug oder Auto sitzen und Panikattacken bekommen.

Sie stellen sich vor, wie ihnen die Hitze zu schaffen macht und sie sich unwohl fühlen, während sie am Strand liegen. Es macht sie nervös, wenn sie an den Lärm und das Gewusel im Restaurant denken. Und überhaupt: So weit weg von zu Hause. Was passiert, wenn man krank wird oder sich verletzt und in einem fremden Land mit anderer Sprache zum Arzt muss?

Ich kann die Angst vor Urlaub deshalb gut nachvollziehen, da ich diese Ängste alle selbst auch hatte. Wenn man an einer Angststörung leidet, bedeutet es oftmals große Überwindung, wenn man seinen sicheren Hafen (sein Zuhause) verlässt.

Menschen mit Urlaubsangst machen sich oft wochenlang vorher verrückt. Sie hinterfragen nicht nur ständig, ob es richtig ist, zu fahren – sie gehen gedanklich alle möglichen Horrorszenarien durch.

Was ist, wenn ich eine Panikattacke im Flugzeug oder Auto bekomme?

Was ist, wenn ich krank werde und zum Arzt muss?

Was ist, wenn es mir aufgrund der Hitze so schlecht geht, dass ich den ganzen Tag im klimatisierten Zimmer sitzen muss?

Was ist, wenn ich die ganze Zeit Angst vor dem Rückflug/der Rückfahrt habe?

Und sie stellen sich im Detail vor, was alles schief gehen könnte, malen sich alles detailgetreu aus und fühlen sich furchtbar. Kein Wunder, wie soll man da keine Angst bekommen, wenn man sich in diese Horrorvorstellungen hineinversetzt?

Darum: Hört bitte auf, Euch diesen Gedanken hinzugeben. Unterbrecht diese mit einem lauten “Stopp!”. Stellt Euch stattdessen vor, wie Ihr wohlbehalten aus dem Flugzeug steigt oder Ihr mit Euren Liebsten am Strand den Sonnenuntergang genießt. Macht Euch schöne Bilder.

Mit diesen Horrorszenarien im Vorfeld ändert Ihr nicht, was passiert. Natürlich besteht die Möglichkeit, dass man im Urlaub krank wird. Und es kann sein, dass man in der einen oder anderen Situation eine Panikattacke bekommt, wenn man an einer Angststörung leidet.

Dann ist das alles andere als angenehm, aber dann ist das eben so. Und es besteht doch auch die Chance, dass der Urlaub wunderschön wird. Geht lieber von diesem Szenario aus, denn mit Euren Gedankenspielen im Vorfeld verhindert Ihr das alles nicht.

Eure Sorgen haben nur eine einzige Konsequenz: Ihr habt Angst vor dem Urlaub und fühlt Euch schon vorher schlecht.

Du kannst immer nach Hause

Als ich die Angststörung hatte, bin ich damals für 2 Monate nach Kanada gegangen. Im Vorfeld ging mir der Allerwerteste auf Grundeis wie man so schön sagt. Mir hat die Erkenntnis geholfen, dass man immer nach Hause kann, wenn man es überhaupt nicht aushält.

Wenn es mir dort sehr schlecht gegangen wäre, hätte ich einen früheren Flug buchen können und wäre 24 Stunden später zu Hause.

Vielleicht hilft auch Euch der Gedanke, dass Ihr zu jeder Zeit nach Hause könnt, wenn es absolut nicht mehr geht. Natürlich will man anderen den Urlaub nicht vermiesen und vielleicht ist die Rückreise teuer. Doch es gibt immer irgendwie einen Weg.

Keine Selbstvorwürfe

Ich habe mich manchmal richtiggehend gehasst, dass ich mich im Vorfeld so verrückt gemacht habe. Jeder andere würde sich freuen, wenn er die Chance hätte, das zu erleben und ich mache mit meiner Angst vor Urlaub alles kaputt.

Und ich kann sehr gut verstehen, dass man sich manchmal vorwirft, dass man sich im Vorfeld so verrückt macht. Warum kann man sich nicht einfach mal auf das Abenteuer freuen, das vor einem liegt?

Statt sich mit Selbstvorwürfen zu konfrontieren, sollte man hinnehmen, dass man so ist wie man nun einmal ist. Du kannst erst einmal nichts dafür und Du darfst Dich dafür ruhig loben, dass Du trotz Ängste in den Urlaub fährst/fliegst, denn Du beweist damit unendlich viel Mut.

“Ich mache alles kaputt!”

Da will man als Familie einen tollen Urlaub genießen und dann macht man mit der Angst vorm Urlaub alles kaputt. Man schämt sich nicht selten vor seinem Partner, Kindern, Eltern, Geschwistern oder Freunden. Schließlich freuen sich Familie und Freunde auf die bevorstehende Zeit. Da möchte man nicht der- oder diejenige sein, die/der den anderen einen Strich durch die Rechnung macht.

Und es ist nicht so selten, dass die anderen genervt reagieren. Und irgendwie kann man das ja auch verstehen. Den anderen mit seinen Ängsten immer und immer wieder in den Ohren zu liegen, halte ich genauso falsch, wie allein mit seinen Ängsten umgehen zu müssen.

Stattdessen empfehle ich Euch, das Gespräch zu suchen. Teilt offen und ehrlich mit, was Euch bedrückt. Was genau sind Eure Befürchtungen? Und wie können die anderen Euch helfen?

Eure Mitreisenden können vielleicht nicht nur Eure Ängste zerstreuen – es gibt oft schon ein wenig Sicherheit, wenn die anderen signalisieren, dass sie für einen da sein werden und Verständnis zeigen.

Sucht das Gespräch, aber redet nicht dauernd davon, was passieren könnte. Damit habt Ihr immer wieder diese schrecklichen Bilder vor Augen, die Angst machen müssen.

Fazit: Ohne Angst in den Urlaub

Vielleicht gelingt es Euch nicht vollends die Angst vor Urlaub zu überwinden. Mit den hier genannten Tipps gelingt es Euch aber vielleicht, die Furcht vor allem im Vorfeld zu reduzieren.

  1. Deine Entscheidung in den Urlaub zu fahren, sollte wie in Stein gemeißelt sein. Belaste Dich nicht, indem Du diese Entscheidung immer wieder anzweifelst. Du solltest auf jeden Fall fahren.
  2. Das Schlimmste sind die Sorgen im Vorfeld, die Horrorszenarien, die Du immer wieder gedanklich durchspielst. Unterbrich diese mit einem lauten “Stopp” und setze an ihre Stelle schöne Bilder.
  3. Du kannst im Notfall immer irgendwie nach Hause.
  4. Höre auf mit Selbstvorwürfen – Du trägst keine Schuld für die Urlaubsangst
  5. Sprich mit Deinen Reisepartnern über Deine Ängst, aber rede nicht andauernd davon.
  6. Es kann Dir ein wenig Sicherheit geben, Bachblüten Notfalltropfen dabei zu haben. Du bekommst sie in jeder Apotheke.

Hast Du auch mit Urlaubsangst zu tun? Findest Du Dich hier wieder? Helfen Dir die Tipps für die Angst vor Urlaub oder sind noch Fragen offen geblieben? Ich freue mich über Deinen Kommentar.

 

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1 Kommentar

  1. 1. Juli 2018

    […] Weiterlesen bei PSOG […]

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