Wie die Geschlechter mit Ängsten umgehen

Männer und Frauen gehen unterschiedlich mit Angst um. Frauen leiden insgesamt häufiger an spezifischen Phobien, wie Spinnenphobien, der Angst vor Dunkelheit oder vor Gewittern. Warum aber ist das so?

Man geht davon aus, dass die Angst anerzogen ist. Häufig wurde die Angst vor Krabbeltieren von der Mutter abgeschaut. Wenn die Mutter beim Anblick einer Spinne kreischt und flüchtet, lernt das Mädchen, dass Spinnen etwas ekliges sein müssen.

Männer, die unter spezifischen Ängsten, wie beispielsweise einer Spinnenphobie leiden, neigen eher dazu, diese Angst nicht offen zu zeigen. Der Sohn, der sich in der Regel eher mit seinem Vater identifiziert, bekommt diese Ängste also nicht derart vorgelebt, was dazu führt, dass diese Ängste eben nicht übertragen werden.

Auch unspezifische Ängste, wie die Panikstörung oder eine generalisierte Angststörung, treten beim weiblichen Geschlecht wesentlich häufiger auf. So jedenfalls die offiziellen Zahlen. Dennoch treten psychische Erkrankungen bei Männern insgesamt nicht weniger oft auf. Während Frauen häufiger an Angsterkrankungen leiden, neigen Männer eher zu Suchterkrankungen, wie dem Alkoholismus und aggressiven Persönlichkeitsstörungen.

Angst ist bei Männern eher ein Tabuthema, als bei Frauen. Deshalb versuchen Männer damit eher allein zurecht zu kommen und meiden die Therapie eher. Stattdessen greifen sie oftmals zur Flasche. Die offiziellen Zahlen sind also mit Vorsicht zu genießen.

Fazit

Ich gehe davon aus, dass die Häufigkeit von Angststörungen zwischen dem männlichen und dem weiblichen Geschlecht in Wahrheit gar nicht so groß ist. Bei den Männern ist die Dunkelziffer vermutlich wesentlich höher. Deshalb lautet mein Appell, dass auch Männer offen mit ihrer Erkrankung umgehen sollten, sich Hilfe suchen sollten, anstatt sich zu betäuben. Denn so gelangt man lediglich vom Regen in die Traube.

Sich einzugestehen und sich Hilfe zu holen ist zudem eher ein Zeichen von Stärke, als von Schwäche. Das sollte man sich vergegenwärtigen.

Quelle: Dieser Artikel bezieht sich auf den Beitrag des Südkurier “Ist Angst weiblich” , den man hier findet.

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2 Kommentare

  1. Mario sagt:

    Hallo,

    toller Artikel. Traurig aber wahr. Als Mann zuzugeben, dass man Angst hat, ist nicht so einfach. Ich habe schon lange eine Angststörung. Im Grunde habe ich so ziemlich vor allem Angst: Der Zukunft, Krankheiten, dass mir oder meiner Familie etwas passiert…

    Selbst meine engsten Freunde wissen von diesen Ängsten nichts. Ich traue mich einfach nicht, dass zuzugeben, möchte nicht als Memme dastehen.

    LG Mario

    • admin sagt:

      Hallo Mario,

      es ist sicher nicht leicht, seine Ängste einzugestehen. Vor sich selbst fällt das schon schwer, vor anderen erst recht. Ich vermute Du leidest an einer generalisierten Angststörung.

      Wenn Deine Freunde wirkliche Freunde sind, werden Sie sich nicht lustig machen, sondern sich Deine Probleme anhören. Vielleicht wirst Du überrascht sein, dass einige auch von Ihren Ängsten, Panikattacken etc erzählen. Psychische Erkrankungen sind nämlich sehr viel häufiger, als man denkt.

      Ich empfehle einmal damit anzufangen, im kleinen Kreis von seinen Ängsten zu erzählen. Habe den Mut dazu. Mir hat das jedenfalls sehr geholfen.

      Viele Grüße.

      Sebastian

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