Warum bei einer Angststörung oft Schlafstörungen auftreten und was man dagegen tun kann

Angststörung – Schlafstörung

Viele Menschen mit einer Angststörung berichten von Schlafstörungen. Besteht ein Zusammenhang zwischen einer Angststörung und einer Schlafstörung? Führt eine Angststörung möglicherweise zu einer Schlafstörung oder ist eine Schlafstörung  mitursächlich für eine Angststörung?  Diese und andere Fragen beantwortet der nachfolgende Artikel. Zudem erhältst Du Tipps, die Dich zukünftig besser schlafen lassen.

Was ist eine Schlafstörung?

Wir haben bereits ausführlich darüber gesprochen, was eine Angststörung ist und welche Formen unterschieden werden. Weitere Informationen findest Du hier: www.psog.de/psychische-erkrankungen/angststoerung .

Zudem empfehle ich Dir den Gratis-Ratgeber “Psychisch krank – Das sollten sie wissen”. Hier erfährst Du alles Wissenswerte zu den Themen “Panikstörung”, “generalisierte Angststörung”, “Hypochondrie” & Co.

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Kommen wir jetzt aber dazu, was eine Schlafstörung überhaupt ist. Kurz und knapp: Eine Schlafstörung ist eine Abweichung vom normalen Schlaf.

Es ist nicht ungewöhnlich, wenn man nachts mehrmals aufwacht. Und es ist auch nicht unnormal, wenn man hin und wieder Einschlafprobleme hat. Problematisch wird es dann, wenn man tagsüber neben sich steht, sich ständig wie unter einer Nebelglocke fühlt und nichts auf die Reihe bekommt. So hört man von Menschen mit Angstzuständen und Panikattacken häufig, dass man einfach nicht die Kraft habe, etwas zu verändern. Und darum wollen wir uns jetzt kümmern.

Angststörung – Schlafstörung – ein Zusammenhang?

Eine massive Schlafstörung kann zu psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Burnout oder einer Angststörung beitragen. Zudem führt eine Angststörung häufig zu Schlafstörungen. Wer nämlich ständig Angstzustände und Panikattacken hat, ist dauernd angespannt und zwar sowohl psychisch als auch physisch. Ein schlechter Schlaf ist in diesem Fall vorprogrammiert.

Auch ständige Sorgen und zwanghaftes Grübeln, typische Anzeichen für eine generalisierte Angststörung, führen zu Schlafstörungen. So haben nicht wenige Betroffene große Probleme damit, einzuschlafen. Das Gedankenkarussell dreht sich, die Sorgen machen ein Einschlafen manchmal unmöglich. Und wenn man endlich eingeschlafen ist, sind wüste Träume häufig, die eine unruhige Nacht zur Folge haben. Morgens fühlt man sich wie gerädert und ist zu keinen Höhenflügen in der Lage.

Tipps gegen eine Schlafstörung

1. Tagebuch schreiben: Es ist hilfreich, den abgelaufenen Tag noch einmal Revue passieren zu lassen und seine Sorgen vor dem Schlafengehen zu Papier zu bringen. Auf diese Weise kann man sich zugestehen, sich am nächsten Tag damit zu befassen.

2. To-Do-Liste: “Was muss ich morgen alles noch erledigen?” Auch dieser Gedanke kann Dich vom Einschlafen abhalten. Du solltest Dir angewöhnen, mit To-Do-Listen zu arbeiten. Das führt nicht nur zu mehr Produktivität, sondern ist auch eine weitere Strategie, um sich einzugestehen, sich am nächsten Tag damit zu beschäftigen. Aus diesem Grund habe ich immer einen Notizblock auf dem Nachttisch liegen. Zudem kann ich Dir die App “Wunderlist” für die Arbeit mit to-do-Listen empfehlen.

3. Konzentration auf das Hier und Jetzt: Wenn Du mit übermäßigen, unnötigen Sorgen zu tun hast, wie sie für die generalisierte Angststörung typisch sind, ist es hilfreich, wenn Du Dich auf die Gegenwart konzentrierst. Fokussiere Dich auf Deine Sinne: Was hörst, riechst und fühlst Du?

Sorgen beziehen sich immer auf die Zukunft. Schließt man die Zukunft gedanklich aus, indem man sich der Gegenwart zuwendet, sind die Sorgen verschwunden. Das erfordert ein wenig Übung, da die Sorgen zu Beginn immer wieder kommen und versuchen, sich festzusetzen. Wehre Dich nicht dagegen. Lass sie kommen und auch wieder gehen. Wende Dich anschließend wieder dem Hier und Jetzt zu.

4. Rituale: Rituale bereiten Dich auf den Schlaf vor. Zähneputzen, Tagebuch schreiben, dann noch etwas lesen oder Musik hören. Schaffe ein Einschlafritual, dass Deinem Körper zu verstehen gibt, dass der Schlaf naht.

5. Entspannungstechniken: Die regelmäßige Anwendung von Entspannungstechniken trägt dazu bei, Spannungen abzubauen. Dazu empfehle ich Dir die progressive Muskelentspannung oder autogenes Training.

6. Gelassenheit: Vor allem möchte ich zu mehr Gelassenheit aufrufen. Wie oft habe ich wütend im Bett gelegen, weil ich nicht einschlafen konnte? Dabei bringt es überhaupt nichts, sich zum Schlafen zwingen zu wollen. Dieser Druck macht den Schlaf nicht nur unmöglich – er bewirkt, dass Du noch angespannter bist, was wiederum Angstzustände und Panikattacken begünstigt.

Stattdessen sollte man akzeptieren, dass man gerade nicht schlafen kann. Wir haben tatsächlich oft eine übertriebene Erwartungshaltung an unseren Schlaf. Dabei gibt es immer mal wieder Nächte, in denen wir kaum ein Auge zumachen können.

Obwohl ich meine Angststörung längst hinter mir gelassen habe, habe auch ich manchmal mit schlaflosen Nächten zu tun. Dann stehe ich wieder auf, lese, schreibe, schaue fern oder mache Pläne für die kommenden Woche. Manchmal bin ich morgens um vier Uhr plötzlich hellwach. Statt mich zu zwingen, wieder einzuschlafen, stehe ich dann auf. Meist beginne ich dann zu arbeiten. Einige meiner besten Artikel sind zu unmöglichen Uhrzeiten entstanden.

Was ist mit Schlaftabletten und Alkohol?

Ich halte nicht viel von Schlafmitteln wie den sogenannten Benzos. Diese machen schnell abhängig und der Körper gewöhnt sich schnell daran. Sie sollten daher nur kurzzeitig genommen werden und lösen das Problem nur in den seltensten Fällen. Wenn es schon etwas pharmazeutisches sein muss, würde ich eher zu  niedrig dosierten Antidepressiva raten.

Alkohol kann tatsächlich schlaffördernd wirken, da Alkohol eine entspannende Wirkung hat. Das Problem dabei ist, dass man zwar schneller einschläft, sich der Körper allerdings viel schlechter erholt, da er mit dem Abbau des Alkohols zu tun hat. Man fühlt sich morgens deshalb noch mehr gerädert. Zudem sollte man die abhängigmachende Wirkung nicht unterschätzen. Deshalb mein Rat: Finger weg!

Fazit

Es ist eher die Regel als die Ausnahme, dass bei Menschen mit einer Angststörung, wie einer Panikstörung, der generalisierten Angststörung oder der krankhaften Angst vor Krankheiten, Schlafstörungen zu beobachten sind. Einschlafproblemen kannst Du mit obigen Tipps begegnen.

Wüste Träume sind garantiert, wenn Du Dich in einer angespannten Lebensphase befindest. Wenn Du eine Angststörung hast, ist das immer der Fall. Entspannungstechniken sind hilfreich. Letztlich wirst Du wieder richtig gut schlafen können, wenn Du die Angststörung überwunden hast. Bis dahin fordere ich Dich vor allem zu etwas mehr Gelassenheit auf. Mache Dich nicht verrückt, wenn Du mal nicht schlafen kannst und akzeptiere die Schlaflosigkeit für den Moment. Dann fallen die Augen meist von ganz allein zu.

Angststörung als Ursache für eine Schlafstörung

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