Wie Musik bei Angst und Panikattacken helfen kann

Musik bei Panikattacken

Musik bei Panikattacken

Ich war gerade im Fitnessstudio. Beim Sport höre ich regelmäßig Musik über meinen mp3-Player. Ich stöberte in meinen Playlists und stieß auf das Album „Staub“ des Sängers „Maxim“, welches ich mir vor geraumer Zeit auf den mp3-Player geladen hatte und drückte auf Play.

Nach 3, 4 Liedern bemerkte ich, wie sich eine seltsam melancholische Stimmung in mir ausbreitete. Ich hatte plötzlich überhaupt keine Lust mehr, Gewichte zu stemmen. Eigentlich wollte ich mir nur noch meine Bettdecke über den Kopf ziehen.

Komisch! Woher kam diese depressive Stimmung so plötzlich?

Dann ging mir ein Licht auf! Diese depressiv anmutende Musik hat mich in diese Stimmung versetzt. Schnell suchte ich nach anderer Musik und stieß auf die „Ballermann Hits“, die ich spaßeshalber für den Sommerurlaub im letzten Jahr gekauft hatte.

Es handelt sich dabei zwar nicht um die Art von Musik, die ich eigentlich höre, doch diese Musik schien mir passend, um bessere Laune zu bekommen.

Und tatsächlich besserte sich mit diesen Partyschlagern meine Laune schlagartig.

Warum ich Dir das erzähle? Weil hier der Einfluss von Musik auf unsere Psyche deutlich wird.

Lass uns darüber sprechen, wie Du diese Erkenntnisse für Dich nutzen kannst, wenn Du an einer Angststörung oder einem Burnout-Syndrom leidest. Auch bei Depressionen kann die richtige Musik sehr nützlich sein.

Die Macht der Musik

Musik ist dazu in der Lage, Einfluss auf Deine Psyche zu nehmen und bestimmte Gefühle auszulösen. Diese Erfahrung hast Du sicherlich schon das eine oder andere Mal gemacht.

Hast Du in einer Phase Deines Lebens ein bestimmtest Lied wieder und wieder gehört, ist Deine damalige Gefühlslage mit diesem Lied verbunden. So kann dieses Lied auch Jahre später Erinnerungen hervorrufen und Dich in die Stimmung versetzen, in der Du damals gewesen bist.

Den Einfluss der Musik auf Körper, Seele und Geist hat inzwischen auch die Wissenschaft erkannt. Man hat unter anderem herausgefunden, dass man einen Tinnitus durch spezielle Musik loswerden kann und sogar Schmerzen mit Musik lindern kann.

Wichtiger für Menschen mit einer Angststörung ist jedoch die Erkenntnis, dass Musik dem Leben mehr psychische Stabilität verleihen kann.

Wie kann Musik bei Angst und Panikattacken nützlich sein?

Die psychische Stabilität zu steigern ist zweifelsohne hilfreich, wenn man mit einer Angststörung zu tun hat. Zudem treten Angstzustände und Panikattacken vermehrt auf, wenn man gestresst und angespannt ist. In diesen Phasen ist weniger notwendig, um das Fass zum Überlaufen zu bringen und eine Panikattacke zu bekommen.

Die richtige Musik trägt zur Entspannung bei

Deshalb ist es sinnvoll einen Weg zu finden, mehr Entspannung in Dein Leben zu bringen. Und dabei kann die richtige Musik helfen. Es wurde wissenschaftlich belegt, dass fröhliche Musik das sogenannte „Stresshormon“ Cortisol deutlich reduzieren kann und Patienten vor einer OP sogar weniger Narkosemittel benötigen.

Zudem wurde nachgewiesen, dass Musik den Blutdruck senken und die Herzfrequenz verringern und sich somit günstig auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen auswirkt.

Musik kann also nachgewiesenermaßen entspannter machen, wodurch Angstzustände und Panikattacken deutlich weniger auftreten.

Weitere hilfreiche Tipps zur Entspannung findest Du übrigens auf entspannung.psog.de

Die stimmungsaufhellende Wirkung von Musik

Das ist aber noch nicht alles. Bei einer Angststörung sind oft auch depressive Verstimmungen zu beobachten. Und auch bei Depressionen kann die richtige Musik helfen.

So wurde in einer Studie der „National University of Singapore“ zum Beispiel nachgewiesen, dass Menschen in Altersheimen weniger unter Depressionen leiden, wenn sie eine halbe Stunde täglich ihre Lieblingsmusik hören.

Du kennst sicherlich dieses Gänsehautgefühl, das entsteht, wenn Dich eine bestimmte Musik besonders berührt. Die kanadische Neuroforscherin Valori Salimpoor konnte beweisen, dass das Gehirn in diesem Moment mit Dopamin überflutet wird. Und wie bezeichnet man „Dopamin“ im Volksmund? Richtig: Als GLÜCKShormon.

Ich muss kaum erwähnen, dass die vermehrte Ausschüttung dieses Glückshormons gegen Depressionen helfen kann.

Auch bei Depressionen bzw. den bei einer Angststörung oft auftretenden depressiven Verstimmungen macht man sich somit den hilfreichen Effekt fröhlicher Musik zunutze.

Welche Art von Musik hilft Dir bei Angst, Panikattacken und Depressionen?

Zunächst einmal rate ich Dir, zu prüfen, welche Musik Du eigentlich hörst. Es gibt Musik, die zusätzlich Stress und Aufregung erzeugt oder Dich in eine traurige Stimmung versetzt. Das solltest Du nicht zulassen.

Stattdessen ist es sinnvoll, Musik zu hören, die Dich entspannter und fröhlicher werden lässt.

Für den Großteil der Menschen scheint nach wissenschaftlichen Erkenntnissen folgende Musik nützlich zu sein:

  • Klassische Musik ist hilfreich bei einer Angststörung, Depressionen, Herz-Kreislauf-Problemen, Schlafstörungen, Stress und Schmerzen.
  • Rock und Pop wirkt stimmungsaufhellend, anregend und macht gute Laune.
  • Meditationsmusik trägt zur Entspannung bei, hilft bei Stress und Schlafstörungen.
  • Heavy Metal und Techno können dabei helfen, Aggressionen abzubauen, erhöhen aber auch den Blutdruck und die Herzfrequenz und können Stress hervorrufen.
  • Schlager können für gute Stimmung sorgen.

Diese doch sehr verallgemeinernden Aussagen stammen von Prof. Dr. Trappe. Du findest den gesamten Artikel hier.

Ich persönlich glaube nicht, dass man das so pauschal sagen kann. So gibt es traurige Pop- und Rocksongs, die auf mich alles andere als stimmungsaufhellend wirken oder Chillout-Housemusik, die der Technomusik zuzuordnen ist und  sehr entspannend auf mich wirkt und es gibt klassische Musik, die alles andere als harmonisch auf mich wirkt.

Das solltest Du tun…

Welche Musik im Einzelfall hilfreich ist, unterscheidet sich von Mensch zu Mensch. So kann es sein, dass Partyschlager keinen positiven Effekt auf Dich haben. Selbst klassische Musik bietet keine Garantie auf Stimmungsaufhellung.

Mein Tipp: Probiere einfach aus, welche Musik Dich entspannter und fröhlicher werden lässt. Entspannung und gute Laune sind jedenfalls hilfreich bei einer Angststörung und wirken Angstzuständen, Panikattacken und Depressionen entgegen,

Du kannst Dir auch ein Musikprogramm, wie „Spotify“ oder „Simfy“ herunterladen. Hier kannst Du eigene Playlists erstellen oder bestehende Playlists abspielen, die bestimmten Stimmungen zugeordnet sind.

In jedem Falle solltest Du überprüfen, welche Stimmung einzelne Lieder bei Dir hervorrufen und Musik hören, die Dich entspannter und/oder fröhlicher werden lässt statt Dich mit Liedern zu belasten, die Dich traurig, gestresst oder wütend werden lassen.

Die richtige Musik kann bei einer Angststörung helfen.

Inspiriert hat mich unter anderem dieser Artikel auf zeit.de

Welche Musik hörst Du?

Du kannst uns gerne mitteilen, welche Art von Musik Dir gut tut. Welche Lieder erzeugen bei Dir gute Laune oder wirken entspannend auf Dich? Welche Erfahrungen hast Du mit Musik in Bezug auf Angstzustände und Panikattacken gemacht?

Nutze die Kommentarfunktion und lass uns an Deinen Erfahrungen teilhaben!

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6 Kommentare

  1. Philipp sagt:

    Ich teste derzeit speziell angefertigte musik in zusammenhang mit meditation. Ich muss dazu sagen dass aufgrund einer ernsthaften körperlichen Erkrankung meine jahzehntelange schweren depressiven verstimmung mit angst verschwand und ich danach zu meiner alkoholabstinenz viel enspannungspbungen auf youtube mache die teils sehr tief gehen und bis jetzt schaffe ich es meist mich ungewohnt wohl zu fühlen.die meditative musik wirkt auch aber man muss für alles schon einigermassen drauf sein. Um die musik zu genuessen muss man von dem supergestressten zustand runter sein. Ich empfehle erst die progr mrx nach jakobsen danach hypnosenahe geleitete meditation da kann man so viel stress abbauen und auch sein gehirn umprogrammieren und die musik beim lesen oder wenn man weiter istbeim selbst meditieren. Es ist unglaublich wie dicht der depressive zustand neben einem wohlfühlen liegt oft schaff ich es richtig zu geniessen kein wunder das frühere abstinenzversuche oft unbefriedigend waren. In therapien wurde viel zu wenig mentales training gelehrt dies ist aber extrem wichtig man mussneue glaubenssätze integrieren dann geht dieses gefühl des mangels weg welches die konsumwirtschaft am keben hält.

    • Sebastian sagt:

      Vielen Dank dafür, dass Du Deine Erfahrungen mit uns teilst. Die Progressive Muskelentspannung halte ich gerade für Menschen mit einer Angststörung für einen guten Einstieg. Meditation ist da schon etwas schwerer zu erlernen, aber wenn man das kann, ist das sicher für das Leben insgesamt eine großartige Bereicherung!

  2. Tina H. sagt:

    Ich habe sogenannte “Seelenmusik” – je nach Song geht es mir gut und meine Laune hebt sich oder ich kann einfach mal loslassen und einfach nur heulen oder mich in der Musik verlieren…

  3. Frank chudzinski sagt:

    „Wenn nichts mehr geht, dann hilft mir Musik“

  4. Bula Heinz sagt:

    Bleeding Wolves von Michael Lienen, ein kanadischer Kompositor.
    Vor allem die Passage “of Strength and Sorrows” beruhigt mich ungemein!

  1. 18. August 2017

    […] Darüber habe ich bereits einen Beitrag geschrieben. Diesen findest du hier. […]

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