Kann man eine generalisierte Angststörung loswerden?

generalisierte Angststörung – ist Heilung möglich?

Geht eine generalisierte Angststörung wieder weg? Kann eine generalisierte Angststörung überhaupt geheilt werden oder muss man lernen, damit zu leben? Diese Frage wird eifrig diskutiert und wir wollen uns der Frage widmen, ob es sich überhaupt lohnt, an eine Heilung zu glauben.

Übermäßige Sorgen können Ausdruck einer GAS sein

Eine generalisierte Angststörung drückt sich vor allem durch dauernde (unnötige) Sorgen aus, die allerhand Symptome auslösen können: Innere Unruhe, dauernde Anspannung, Schlafstörungen, Schwindel und viele weitere Beschwerden. Weitere allgemeine Informationen zur generalisierten Angst und ihren Symptomen, gibt es hier.

In der Tat erweist sich die generalisierte Angststörung auch im Vergleich zu anderen Formen der Angststörung als hartnäckig. Ob eine generalisierte Angststörung heilbar ist, ist umstritten. Da diese oftmals lange nicht erkannt wird, verläuft diese häufig chronisch. Und doch bedeutet das keineswegs, dass man nichts dagegen tun könnte.

Kurz vorab: Auch wenn es nicht ganz einfach sein mag: Grundsätzlich halte ich eine generalisierte Angststörung für heilbar. Ich selbst habe die Diagnose vor etwa 12 Jahren erhalten und heute geht es mir wieder gut. Und doch muss ich darauf achten, nicht wieder in alte Muster zu verfallen. Was genau ich damit meine, erkläre ich an späterer Stelle.

Ich habe mit vielen Menschen zusammengearbeitet, die an einer generalisierten Angststörung gelitten haben. Viele von ihnen betrachten sich inzwischen ebenfalls als geheilt. Anhand meiner persönlichen Geschichte möchte ich Euch zeigen, was mir geholfen hat, um die generalisierte Angststörung dauerhaft in ihre Schranken zu verweisen.

Ich hatte ständige Sorgen und Panikattacken

Ich hatte einen Mix aus generalisierter Angststörung, Panikstörung und Agoraphobie. In den verschiedensten Situationen hatte ich Panikattacken, nahezu immer war eine Grundangst dabei. Ich habe stets das schlimmste befürchtet, belastete mich mit unnötigen Sorgen und war immer angespannt. Das führte zu Verspannungen, Schlafstörungen, einem Tinnitus und weiteren sehr belastenden Symptomen.

Ich befürchtete, dass ich körperlich schwer krank war, suchte ständig im Internet nach einer Erklärung für meine Beschwerden und war sehr häufig beim Arzt. Außerdem machte ich mir Sorgen um meine finanzielle Situation und befürchtete, dass mir oder meiner Familie irgendetwas Schlimmes zustößt.

Und auch um die Welt als solches machte ich mir ständig Gedanken: Kriege, Terror, Umweltzerstörung. Wie sollte man dabei ruhig schlafen? Ich sorgte mich um Gott und die Welt und grübelte tagein tagaus. Das ist glücklicherweise schon lange Zeit vorüber.

Die Art des Denkens ist das Problem

Heute geht es mir wieder gut. In Bezug auf meine unnötigen Sorgen, war mitunter ein “Umdenken” die Lösung.

Bei allen möglichen Ursachen für eine generalisierte Angststörung, beispielsweise einer genetischen Veranlagung, spielt meiner Überzeugung nach das Denken eine entscheidende Rolle, um eine generalisierte Angststörung heilen zu können.

Mehr als 90% von dem, was wir heute so denken, haben wir schon gestern gedacht und vorgestern und den Tag davor und wenn wir nichts tun, um daran etwas zu verändern, dann wird das auch morgen und übermorgen der Fall sein.

Und wenn man dauernd vom Schlimmsten ausgeht, dann ist es unmöglich, dass wir uns gut fühlen. Unser Denken läuft zum Großteil vollkommen unbewusst und automatisch ab. Wenn es uns gelingt, unsere Gedanken zu kontrollieren – wenn wir bestimmen, was wir denken – dann können wir uns bewusst dagegen entscheiden, ständig vom Schlimmsten auszugehen.

Nun ist es bei etwa 60.000 Gedanken täglich ein nahezu unmögliches Unterfangen, diese Gedanken alle kontrollieren zu wollen. Glücklicherweise ist das auch nicht notwendig, um die Sorgen auf ein gesundes Maß zu reduzieren.

Ein Gefühl folgt meist einem Gedanken

Einem Gefühl geht in den meisten Fällen ein Gedanke voraus. Dieser Gedanke wiederum folgt oft einem Impuls. Das kann eine körperliche Veränderung wie ein Kribbeln in den Fingern, ein kurzfristiges Schwindelgefühl oder ein Stich im Bein sein. Auf der anderen Seite kann auch eine Nachricht dazu führen, dass wir uns nicht gut fühlen. Dabei ist es nicht der Impuls allein, der uns ein mulmiges Gefühl beschert, sondern die Interpretation dieses Impulses.

“Oh nein, das ist bestimmt eine Durchblutungsstörung!” oder “Schon wieder schlechte Nachrichten. Die Welt geht langsam zugrunde!”

Und oftmals kommt ein Gedanke auch ganz automatisch, einfach weil sich diese Gedanken in den letzten Jahren eingeschlichen und verselbständigt haben. “Alles ist Mist”, “Ich bin so müde”, “Alles geht den Bach herunter”, “Ich könnte kotzen”, “Nie passiert mir etwas Gutes”, “Ich habe das Gefühl, dass etwas Schlimmes passiert” usw.

Und da wir jeden Tag zum Großteil die gleichen Gedanken haben, dann fühlt man sich bei derartigen Gedanken dauernd schlecht. Jeder Mensch, der auf diese Art und Weise denken würde, würde dabei Angst bekommen. Es geht überhaupt nicht anders.

Bevor ich die generalisierte Angststörung überwunden habe, konzentrierte ich mich zunächst auf meine Ängste und die damit verbundenen Symptome konzentriert. Ich musste lernen, dass Angst und Symptomatik “nur” die Folgen meines Denkens war.

Inzwischen bin ich sehr sensibilisiert, wenn es um meine Gefühle geht. Wenn ich mich nicht gut fühle (ja, auch das kommt vor), versuche ich automatisch herauszufinden, wie es dazu kommen konnte. Was beschäftigt mich gerade? Womit wurde ich konfrontiert? Und vor allem: Was habe ich zuvor gedacht?

So unterbrichst Du die Sorgen

Nehmen wir an, Du denkst immer dann, wenn eines Deiner Kinder, Dein Partner oder Deine Eltern das Haus verlassen, dass ihnen etwas Schlimmes zustößt und malst Dir in allen Einzelheiten aus, wie ihnen ein Unglück geschieht. Du machst Dir verständlicherweise Sorgen und bekommst Angst.

  1. Wenn Du merkst, wie Dich die Angst einnimmt, gehst Du gedanklich einen Schritt zurück. Was hast Du gedacht? Was hast Du Dir vorgestellt?
  2. Dann unterbrichst Du die Gedanken mit einem lauten “Stopp” und stellst Dir
  3. vor, wie Deine Lieben wohlbehalten und gesund wieder zu Hause ankommen. Du schließt sie in die Arme und alles ist gut.

Denn eines ist klar: Theoretisch kann immer etwas passieren. In den meisten Fällen tut es das nicht und Du verhinderst auch nichts, wenn Du Dir Sorgen machst. Deine Sorgen führen nur dazu, dass es Dir unnötig schlecht geht. Sie sind vollkommen sinnlos.

Zumindest meistens. Sinnvoll sind Sorgen nur dann, wenn wir Konsequenzen daraus ziehen. Wenn Du aufhörst zu rauchen, weil Du Angst davor hast, dadurch krank zu werden, hast Du die Sorgen zum Anlass für eine positive Veränderung genommen. Du fühlst Dich besser, weil Du handelst und die Befürchtungen brauchst Du nicht mehr zu haben, weil Du nun nicht mehr rauchst.

Ich frage mich heute: Was kann ich tun, damit die Befürchtungen nicht eintreten? Wenn man handlungsfähig bleibt, führt das immer dazu, dass man sich besser fühlt. Kann man hingegen nichts tun (was häufig der Fall ist), so betrachte ich die Sorgen als sinnlos und sorge für erfreulichere Gedanken, nach dem Motto: Wird schon alles gutgehen und wenn nicht, dann ist es eben so. 

Ich meditiere nahezu täglich

Ich bin kein Meister der Meditation, doch indem ich nahezu täglich übe, werde ich langsam besser darin, mich auf die Gegenwart zu konzentrieren. Auf diese Weise gelingt es mir immer besser, im Hier und Jetzt zu leben. Da Sorgen immer zukunftsbezogen sind, sind diese in der Gegenwart nicht präsent. Mehr Gegenwart bedeutet damit automatisch: Weniger Sorgen und weniger Angst.

Und das lässt sich mit Meditation lernen. Es gibt bei Youtube oder Spotify einen Haufen Meditationen. Sehr schön finde ich die 7-Minuten-Meditationen der App “7Mind” oder auch die “6-Phasen-Meditation” (findest Du zum Beispiel bei Youtube). Und natürlich kannst Du Dir auch bei Amazon oder einem anderen Online-Shop eine Anleitung besorgen.

Ein Leben braucht Sinn und Leidenschaft

Weiterhin ist es für mich wichtig, dass ich weiß, was ich mit meinem Leben anfangen will. Wenn ich dafür sorge, dass ich zufrieden mit meinem Leben bin, zumindest meistens und zumindest im Großen und Ganzen, dann vermeide ich eine Flucht in Sorgen, denn auch das ist typisch für eine generalisierte Angststörung: Dass die Sorgen eine Flucht vor dem wahren Leben sind, denn solange wir gedanklich in der Zukunft verweilen, vermeiden wir die einzige Realität: Die Gegenwart.

Darum ist es von Bedeutung, dass wir unserem Leben Sinn geben und auch schöne Dinge unternehmen, denen wir leidenschaftlich nachgehen.

In Krisen und bei schwerwiegenden Problemen muss ich auf mich achten

Kommen wir zurück zu unserer Ausgangsfrage: Gibt es eine Heilung bei der generalisierten Angststörung? / Geht eine generalisierte Angststörung wieder weg?

Ich habe eingangs geschrieben, dass ich von der generalisierten Angststörung geheilt bin, aber vermutlich zeitlebens darauf achten muss, nicht wieder in alte Muster zu verfallen.

Dabei ist es nicht so, dass dies ein täglicher Kampf ist, denn das würde ja bedeuten, dass ich nur gelernt habe, damit zu leben. Einzig und allein in Krisensituationen (die wir alle leider dann und wann haben) und dann, wenn ich vor scheinbar unlösbaren Problemen stehe, muss ich Acht geben.

Dann ist es manchmal mein erster Impuls, mich zu sorgen oder mich auf die darauf folgenden Symptome zu versteifen. Das ist vielleicht ein Überbleibsel meiner GAS. Doch ich bin so sensibilisiert, dass ich mein verkehrtes Denken ziemlich bald bemerke und mich um das eigentliche Problem kümmere oder auch Gefühle wie Trauer zulasse.

Auch ohne eine schwierige Phase mache ich mir manchmal natürlich Sorgen. Sorgen gehören zum Leben dazu (vermutlich erst Recht als Vater). Diese vollkommen übertriebenen Sorgen wie sie bei einer generalisierten Angststörung auftreten, jedoch nicht.

Ich frage mich dann immer: Was kann ich tun, damit die Befürchtungen nicht eintreten? Wenn man handlungsfähig bleibt, führt das immer dazu, dass man sich besser fühlt. Kann ich hingegen nichts tun, so betrachte ich die Sorgen als sinnlos und sorge für erfreulichere Gedanken, nach dem Motto: Wird schon alles gutgehen und wenn nicht, dann ist es eben so.

Eine generalisierte Angststörung verläuft oft chronisch, was bedeutet, dass es zumindest nicht einfach ist, diese zu überwinden. Und auch wenn ich mich als vollständig geheilt betrachte, mag man Argumente dafür finden, weshalb ich die Angststörung nur zu 99% überwunden habe. Schließlich muss ich manchmal aufpassen, dass ich keinen Rückfall erleide.

Im Umkehrschluss könnte man aber auch sagen, dass mich dass ich auf diese Weise daran erinnert werden, unliebsame Gefühle nicht zu unterdrücken und Probleme nicht zu ignorieren.

Und letzten Endes: Selbst wenn man daran zweifelt, dass man 100% geheilt werden kann, bedeutet das keineswegs, dass man die Hoffnung auf Besserung aufgeben sollte. In jedem Falle kann man lernen, besser damit zu leben.

Eine Heilung halte ich in vielen Fällen für möglich. Ich kenne viele Betroffene, welche diese Erkrankung besiegt haben, aber wie ich wohl zeitlebens darauf achten müssen, dass die Angststörung in schwierigen Lebenssituationen nicht wieder aufflammt.

Hast Du selbst Erfahrungen mit der generalisierten Angststörung? Was sind Deine Gedanken zu diesem Thema? Oder hast Du noch eine Frage?

Ich freue mich auf Deinen Kommentar (Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht und Du darfst gerne auch einen Phantasienamen angeben).

Beste Grüße.

Sebastian

Leseempfehlung

15+ Selbsthilfe Tipps bei einer generalisierten Angststörung
Letzten Endes ist auch eine Therapie eine Hilfe zur Selbsthilfe. Das bedeutet, dass der Betroffene selbst handeln muss, um eine generalisierte Angststörung überwinden zu können.

Hier bekommst Du 15+ Tipps zur Selbsthilfe, die Dir auf Deinem Weg aus der Angsterkrankung helfen können.

 

Sebastian D. Kraemer

Sebastian D. Kraemer

Als ehemaliger Angstpatient helfe ich seit sieben Jahren Menschen mit übermäßiger Angst und Panikattacken auf ihrem Weg aus der Angststörung. Mehr als 20.000 Menschen nehmen an meinem kostenlosen E-Mail-Coaching teil und ich freue mich über jeden einzelnen, dem ich zu einem angststörungsfreien Leben verhelfe.

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18 Kommentare

  1. Lara sagt:

    Lieber Sebastian, ich bin gerade auf deine Seite gestossen. Danke erst einmal für all die Infos und vor allem die positiven Geschichten. Du schreibst, dass du in einer Klinik für Psychosomatik warst. Ich bin sehr im Zwiespalt, ob ich in eine Klinik gehen soll oder nicht. Ich habe seit 5 Jahren eine GAS und bin wöchentlich in Therapie, aktuell ist es jedoch kaum erträglich. Erst jetzt habe ich begriffen, das ich alles annehmen kann und dass ich selbst aktiv werden muss, mein Therapeut nur ein Begleiter ist.
    Würdest du von dir sagen, dass dein Aufenthalt in der Klinik dein durchbruch war?
    Ich bin akutell ziemlich “schwach” und “müde” und wäre froh über dein Feedback, da mein Arzt und Therapeut nicht viel davon halten und ich aktuell keine Entscheidung für mich finde. Alles Liebe, Lara

    • Sebastian D. KraemerSebastian D. Kraemer sagt:

      Hallo Lara,

      für mich war der Aufenthalt in der psychosomatischen Klinik jedenfalls die richtige Entscheidung. Neben der Therapie hatte ich dort Zeit, mich eingehend mit mir selbst zu befassen, ohne die Ablenkung des Alltags. Warum sind Arzt und Therapeut denn dagegen? Haben sie ihre Meinung begründet?

  2. Carolin sagt:

    Hallo ich habe sie seit kind an bekommen. War ein Scheidungskind und da hat es angefangen. Bin jetzt 32. J hab mein Mann verloren und komme ohne Tabletten nicht aus. Aber mei mn inneres sagr mir ständig das ich von den Tabletten los lassen muss.

    Aber meine Angst ist die Morgenübelkeit und weis nicht wie sie ohne Tabletten weg soll. Solange mache ich damit rum. Bin dauer verspannt und habe vor allem Angst das ich dchon betablocker nehmen muss.

    • Sebastian D. KraemerSebastian D. Kraemer sagt:

      Hallo Carolin,

      vielleicht wäre es eine Option, die Morgenübelkeit fürs Erste hinzunehmen. Wenn sie nur morgens auftritt, wird sie vermutlich nach einer Zeit von allein weggehen. Ganz bestimmt ist die Übelkeit sehr unangenehm. Indem Du diese jedoch dramatisierst, machst Du das Ganze erst zum großen Problem. Wenn Du das Ganze auf diese Weise in den Griff bekommst, benötigst Du keine Tabletten und die daraus folgenden Ängste verlieren ihre Berechtigung.

  3. andrea sagt:

    Auch ich leide seit Jahren an generalisierter Angststörung mit Panikattacken und bin wie alle mit dieser Scheißerkrankung auf der Suche nach Erlösung. Habe schon etliche Ratgeber gekauft und gelesen aber die wirkliche Lösung leider noch nicht gefunden. Erlebe meine Höhen und Tiefen , aber wirklich gut gehts mir nie. Deshalb bin ich auch skeptisch ob dein Buch mir helfen kann und hab es auch noch nicht gekauft .

    • SebastianSebastian sagt:

      Hallo Andrea,
      danke für Deine ehrliche Rückmeldung. Mein Buch “Exfreundin Angst” ist sicher keine Wunderwaffe und nicht einmal ein Ratgeber. Es ist ein Erfahrungsbericht, der Mut machen und Hoffnung geben soll und auch wichtige Anregungen für den Leser gibt, was er tun kann, um seine Angststörung hinter sich zu lassen. Es ist übrigens meine volle Überzeugung, dass man eine Angststörung nur los wird, wenn es gelingt – fernab der Angsterkrankung – sein Leben zu verbessern.

      Beste Grüße.

      Sebastian

  4. Banshee sagt:

    Danke für die aufbauenden Sätze.
    Es stimmt, es trifft fast alles mit dem überein was Sie hier geschrieben haben.Realismus und Pessimismus liegen zu nah aneinander das man selbst in mancher Situation nicht erkennen kann welches der beiden nun zu trifft und solche Seiten bringen einen dann wieder auf den richtigen Weg.
    Ich möchte hier noch einen tipp für die anderen mit auf den weg geben.
    Musik passt sich der Stimmung an bzw die Stimmung der Musik. Ist man depri hört man eher Negatives und meist bleibt man dann auf dem lvl umgekehrt hört man positives bleibt man dies dann auch. Darum wenn man mal wieder merkt man ist schlecht drauf nicht unbedingt auf sein Gefühl hören und die Musik mehr nach der Logik richten.

    MFG Banshee

  5. sarah Oeltze sagt:

    schöner Artikel was du da schreibst trifft genau auf mich zu !

  6. Arno sagt:

    Hallo Sebastian,
    seit ca. einem Jahr besuche ich regelmäßig deine Seite. Bisher habe ich nur eingesogen und nicht´s zurück geschrieben. Ich leide schon ca. 30 Jahre an Angststörungen aller Art. In 2011 hatte ich den Höhepunkt mit starken suizidgedanken die mir weitere Angst bereiteten. Glücklicherweise war ich im Anfang einer Psychtherapeutischen Behandlung und hatte eine Reha in Aussicht. Ums etwas abzukürzen:
    Dein Buch Exfreundin Angst, mein Therapeut, die Reha und das Buch Sorge dich nicht, Lebe von Dale Carnige haben mich fast geheilt. Ab und an bekomme ich noch Angst, aber ich habe gelernt damit um zu gehen. Ich möchte allen hier Hoffnung machen, dass die Chance gesund zu werden besteht.
    ES IST ALLERDINGS AUS MEINER SICHT GENAU SO WIE SEBASTIAN SCHREIBT NUR MÖGLICH WENN

    DU DEINE SICHTWEISEN VERÄNDERST
    NUR DU SELBST HAST ES IN DER HAND
    NUR DU BIST FÜR DICH SELBST VERANTWORTLICH
    NUR DU ENTSCHEIDEST FÜR DICH
    DU DICH ÜBER KLEINE ERFOLGE FREUST
    DU FEST AN BESSERUNG GLAUBST

    LG
    Arno

    • SebastianSebastian sagt:

      Hallo Arno,
      das ist doch das beste Beispiel dafür, dass selbst nach 30 Jahren Angststörung durchaus Hoffnung besteht. Toll! Auch bei mir waren es ja letztlich mehrere Faktoren, die zum Erfolg geführt haben, wie Du sicher gelesen hast. Schön, dass auch “Exfreundin Angst” seinen Anteil daran hat, dass Du “fast geheilt” bist.

      Es ist nicht weiter schlimm, wenn man hier hauptsächlich passiv mitliest. Man stelle sich nur vor, jeder Besucher würde auch nur einen Kommentar verfassen. Das wären dann bis zu 1.000 Kommentare PRO TAG. 😉 Aber ich freue mich natürlich über jeden Kommentar und am meisten freue ich mich, wenn meine Artikel und mein Buch helfen. Vielen Dank für die Rückmeldung!

  7. Ela sagt:

    Hallo Sebastian,

    Du hattest ja geschrieben, dass ich dich mit meinen Fragen zu diesem Artikel inspiriert habe. Vieles stimmt bei mir auf jeden Fall – kein Urvertrauen!!!!! und auch kein Selbstvertrauen. Bei mir ist es allerdings nicht so, dass ich mir Sorgen um andere Menschen mache oder das mir oder jemandem konkret was passiert, das betrifft eigentlich immer nur mein Innenleben und was in mir abgeht zB bezüglich meiner Beziehung, bezüglich Depression und Angst überhaupt und was ich für eine Hoffnung im Leben habe mit all dem, was und wie ich bin und immer war; diese unkontrollierbaren Gedanken und Gefühle und sonst auch Pessimismus bezüglich meiner psychischen Erkrankung und wie psychotisch bin ich eigentlich und wo um Himmels Willen soll ich nur hin, weile s SO VIELE FACETTEN sind, wo ich ansetzen müsste, dass ich schon allein bei dem Gedanken: Nur ICH kann was tun, ich MUSS was tun in Panik gerate und völlig durchdrehe, weil, egal, was ich anfange, ich es nicht schaffe und viel zu krampfhaft daran gehe, es ist viel zu viel Druck in mir, dass ich am Ende gar nichts mehr machen kann – erst recht keine Entspannungsübungen, denn dann werd ich richtig unruhig und wollte schon dem PMR-Mann auf meiem MP3-Player den Hals umdrehen, wenn er noch einmal “….ganz locker, gelöst und ent-spannt…” sagt… 😀 Und mich selbst auszutricksen mit Autosuggestion find ich auch schwierig, weil ich sowieso nicht dran glaube oder die Realität anders erlebe und kein Vertrauen habe, dass ich Festlegungen treffen könnte, die dann auch so bleiben, wenn du verstehst, was ich meine. Das Stichwort Selbstverantwortung ist wichtig und das muss ich verstehen, aber es überfordert mich auch total, weil ich dann wieder in Panik gerate, was das jetzt genau heißt und was ich jetzt tun MUSS und ob ich dem gewachsen bin, ob ich jetzt mit Macht Sachen entscheiden und durchboxen muss, die ich nicht kann, will oder die nicht funktionieren…Stress, Druck, negativer Antrieb… Ich weiß einfach immer nicht, was JETZT in DIESEM Moment der richtige Weg ist, mit all den Gedanken und Gefühlen umzugehen – drauf eingehen, sie “widerlegen” aber dadurch in endlose Gedankendiskussionen geraten, sie ignorieren, wegdrücken und dadurch eigentlich noch größer machen, bis es wieder platzt, irgendwie nur überleben und immer einfach nicht wissen, was ich tun kann!! und sich völlig überfordert fühlen und die ganze Zeit durchdrehen, weil es so unerträglich ist… Ach, ich könnte noch so viel dazu schreiben, aber ich vermute, das wird nur total wirr. Eins meiner größten Probleme ist auch eine extremst ausgeprägte Selbstreflexion und dass ich mich so krass beobachte, dass eigentlich gar nichts wirkt – denn sobald ich bemerke, wie sich etwas gut anfühlt oder löst, blockiert da was und.. es geht einfach nix mehr. Ich meine, was heißt den Selbstverantwortung?! Dass ich pausenlos alle hinterfrage und mir überlege, was wie ist und was ich will und wohin es geht und ständig mein ganzes Leben umwälzen will — dabei willich einfach mal durchatmen…und das JETZT leben… oder wo fängt man genau an, dies hier zu erreichen und umzusetzen, ohne diesen krassen Krampf…:

    “Psychische Erkrankungen, wie die generalisierte Angststörung machen den Betroffenen das Leben schwer. Aber es gibt immer Lösungen und diese liegen nahezu ausschließlich in Dir. Das bedeutet auf der einen Seite “Arbeit” und ist anstrengend. Auf der anderen Seite hast Du und nur Du allein, die einmalige Chance, etwas zu verändern. Das sollte Dir immer klar sein.”

    • SebastianSebastian sagt:

      Hallo Ela,

      wow. Man merkt schon an Deinem Kommentar, dass die Gedanken kreisen und wie wild durch Deinen Kopf rasen. Da möchte man laut rufen: “Stopp! Mach mal ne Pause!” und das möchte ich Dir auch erst einmal ans Herz legen. Meiner Erfahrung nach sind sich die meisten Betroffenen nicht bewusst, dass der Schlüssel zu einem besseren Leben in ihnen selbst liegt. Diese Erkenntnis bedeutet Arbeit und Verantwortung und bietet eine große Chance. Man sollte sich damit aber nicht unter Druck setzen.

      In Deinen Gedanken herrscht wenig Struktur, zumindest kommt das für mich so rüber. Es ist wichtig, verschiedene Maßnahmen auszuprobieren, da nur nur so herausfindest, was Du willst. Und jede Maßnahme sollte man auch über einen gewissen Zeitraum durchhalten. Wenn Du 3 Tage mal ein wenig Autosuggestion betreibst, dann zur nächsten Maßnahme übergehst, bringt das wenig. Du setzt überall an, meinst alles auf einmal machen zu müssen und verlierst die Übersicht.

      Ich rate Dir, Deinen Gedanken Struktur zu geben, indem Du diese zu Papier bringst und dann eins nach dem anderen. Ich halte es für alle Lebensbereiche ratsam, sich einen Plan zu machen, wie man bestimmte Ziele erreichen will. Diese bricht man auf einzelne Maßnahmen herunter und arbeitet diese NACHEINANDER ab. Nicht alles auf einmal. Das funktioniert so nicht.

      Deshalb einfach mal durchatmen, runterkommen und für den Moment einfach mal akzeptieren, dass die Angst da ist. Die Angst ist da und das ist momentan auch okay. Bist Du ein wenig zur Ruhe gekommen, fängst Du an, Struktur reinzubringen und zwar schriftlich. Du kannst auch einfach mal anfangen, Tagebuch zu schreiben, ganz ohne Druck, ohne mit dem Hintergedanken, Du müsstest jetzt vorankommen.

      PS: Ob Du an Autosuggestion glaubst oder nicht, spielt für Dein Unterbewusstsein kaum eine Rolle. Manchmal muss man einfach mal machen, ohne alles zu hinterfragen.

  8. christa schwarz sagt:

    hallo sebastian

    da ich selbst eine gruppenanalytische ausbildung gemacht habe und gesprächstherapie durchführe, weiss ich, dass ihre artikel für die betroffenen menschen äußerst !!! hilfreich sind…..
    mir geht es 100% so!!! wir alle wissen, dass man sich schlecht helfen kann wenn man selbst betroffen ist, auch wenn man von der materie vielleicht etwas mehr wissen hat….ich lese ihre artikel regelmässig und kann von ihren “praktischen tipps” viel umsetzen und profitieren…

    danke dafür….

  9. Blümel sagt:

    Kenn ich irgendwie, auch wenn ich keine Angststörung hab. Auch meine Mutter mit ihren negativen Einstellung zu allen anderen Menschen finde ich hier wieder
    . … finde deine Überlegungen, an diesen Einstellungen zu Arbeiten sehr erfolgversprechend – auch wenn der anstrengendere Teil wohl das “Durchhalten” im Alltag ist, bis man damit die ersten guten Erfahrungen macht. Aber was ist schon einfach… 😉

  10. Holger Meyer sagt:

    genau so siehts aus , man muss immer wieder kämpfen und sein Unterbewusstsein “umpolen” , trotz Rückschlägen , dann wird man bald glücklicher Leben.

  11. Ute Pilz sagt:

    Hallo Sebastian,
    das ist wirklich wahr, ich kann es nur bestätigen. Es ist sehr schwer, aus den alten Mustern herauszukommen und daran zu arbeiten, in den Dingen das Gute zu sehen. Auch wenn man in die richtige, positive Richtung steuert, bedarf es sehr viel Energie und Mühe, sich nicht durch irgendwelche neuen negativen Erfahrungen wieder runterziehen zu lassen.

  12. Feldmann Jacqueline sagt:

    Hallo Sebastian. Für mich ist es die Hölle und mir geht es total beschissen gerade. Ich kann nicht mehr

  1. 13. September 2015

    […] In diesem Artikel haben wir gesehen, wie Pessimismus entsteht. […]

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