Hochsensibilität und Angststörung

Bist Du auch so sensibel?

Wenn man an einer einer Angststörung leidet, ist die extreme Sensibilität der Betroffenen ein großes Problem. Zwei Zutaten sind notwendig, um den Zusammenhang zwischen Hochsensibilität und Angststörung herzustellen. Ich verrate Dir, welche das sind.

Was Du gegen diese Hochsensibilität tun kannst und warum Dir dieses Wissen auf Deinem Weg aus der Angststörung hilft – das erfährst Du in diesem Artikel.

Was heißt Sensibilität eigentlich?

Sensibilität bedeutet im allgemeinen Sprachgebrauch soviel wie Feinfühligkeit/Empfindlichkeit, in der Neurophysiologie meint es das Fühlen an sich. In diesem Artikel benutzen wir den Begriff im Sinne von Feinfühligkeit/Empfindlichkeit.

Sensibilität – positiv oder negativ?

Ist es jetzt positiv, wenn man sensibel ist oder eher hinderlich?

Es kann sicherlich allerhand Vorteile mit sich bringen, feine Antennen zu haben. So sind sensible Menschen in der Lage, sich in andere einzufühlen, sind offener für bestimmte Schwingungen innerhalb einer Kommunikation und nehmen einfach mehr wahr. Darum sind feinfühlige Menschen geschätzte Gesprächspartner.

Auf der anderen Seite kann einem eine übermäßige Sensibilität auch zu schaffen machen. Man spricht hier auch von Hypersensibilität, Überempfindlichkeit oder Hochsensibilität.

Ausgeprägte Sensibilität kann in bestimmten Situationen als Stärke betrachtet werden, in anderen Fällen ist diese Hochsensibilität durchaus problematisch. Bei einer Angststörung spielt diese Überempfindlichkeit eine besondere Rolle.

Ist etwas “anders”, bekommt man Angst

Auch, wenn ich es vielleicht nicht wahrhaben wollte – ich war immer schon sehr sensibel. Als Mann habe ich das viele Jahre lang nicht wahrhaben wollen. Schließlich ist diese Eigenschaft in unserer Gesellschaft erst einmal nicht besonders hoch angesehen. Wer will schon eine Mimose oder ein Sensibelchen sein?

Während der dreijährigen Phase meiner Angststörung (ich hatte einen Mix aus Panikstörung, Hypochondrie und generalisierter Angststörung) war ich ganz besonders sensibel.

Ich nahm jede Veränderung sofort wahr. Dabei spielte es keine Rolle, ob es äußere Reize waren oder innerliche (körperliche) Veränderungen – sobald etwas irgendwie anders war, erschreckte ich mich, bekam erst einmal Angst, verspannte und verkrampfte mich.

Viele Menschen mit einer Angststörung berichten von extremer Gereiztheit. Menschen, die sich im Zug lautstark unterhalten, nerven plötzlich enorm. Dabei sind es vor allem plötzlich auftretende Veränderungen, die als störend und beängstigend empfunden werden.

Oft sind dabei verschiedene Sinneswahrnehmungen betroffen: Veränderung der Lautstärke (hören), schnelle Gegenstände im Sichtfeld wie z.B. das Vorbeifliegen der Landschaft oder anderer Autos beim Autofahren(sehen), plötzlich auftretende Gerüche (riechen). Schmecken und Tasten können ebenfalls betroffen sein.

Vor allem, wenn man Angst vor Krankheiten hat, ist man auf die eigenen körperlichen Veränderungen fixiert. Man bemerkt jedes Blubbern, jedes Kribbeln, jede Rhythmusänderung des Herzschlags. Menschen, die da weniger sensibel sind, bemerken so etwas oft gar nicht.

Menschen mit einerAngststörung sind extrem aufmerksam

Angst geht immer mit erhöhter Aufmerksamkeit einher (siehe Wikipedia). Wenn man Angst hat, sind die Nerven zum Zerreißen gespannt. Wenn man dann ständig so eine Grundangst hat, so wie ich damals, dann achtet man die ganze Zeit auf irgendwelche Veränderungen.

Die erhöhte Aufmerksamkeit macht Sinn, wenn man sich in einer wirklich gefährlichen Situation befindet.

Da Angstzustände und Panikattacken jedoch nicht in tatsächlich gefährlichen Situationen auftreten, ist das Ganze doch eher hinderlich und nicht mehr als sinnvoll zu bezeichnen.

Hinweis: Ich habe meine sensible Seite lange Zeit verleugnet. Schließlich war das für mich nicht nur unmännlich – ich habe diesen vermeintlich schwachen Teil meiner Persönlichkeit auch verantwortlich für meine Angststörung gemacht. Ich wollte keine “Mimose” sein. Ich habe lange gebraucht, um zu akzeptieren, dass dieser Teil eben auch zu mir gehört und dass das nichts mit Schwäche zu tun hat. Wenn Du mehr wissen willst – ich habe diesem Thema 2 Kapitel in meinem Buch gewidmet.

Eine weitere Zutat ist entscheidend, damit man Angst bekommt…

Neben der gesteigerten Wahrnehmung plötzlich auftretender Veränderungen ist eine weitere Zutat entscheidend, um Angstzustände und Panikattacken auszulösen: Dass wir diese Veränderungen als gefährlich interpretieren.

Erst die Kombination aus Wahrnehmung und Interpretation stellt den Zusammenhang zwischen Hochsensibilität und Angststörung her.

Ein plötzlich auftretendes lautes Geräusch, ein Geruch oder eine plötzlich auftretende körperliche Veränderung ist ja allein für sich erst einmal kein Grund zur Beunruhigung. Wenn man an einer Angststörung leidet, erschreckt man jedoch oft sofort, verspannt und versteift sich und denkt “Mist, was ist denn das? Etwas Gefährliches?!” Man reagiert mit Angst.

Was kann man gegen diese Hochsensibilität tun?

Ob man Sensibel ist oder eben nicht – daran ist nichts zu rütteln. Es bleibt uns nur übrig, dies als Tatsache zu akzeptieren. Dabei hilft uns die Erkenntnis, dass Feinfühligkeit oftmals eine wunderbare, sehr geschätzte Eigenschaft ist, die vor allem im Kontakt mit unseren Mitmenschen eine echte Stärke darstellt.

Hochsensibilität keine Krankheit. Die Frage ist also nicht, wie wir diese Sensibilität “wegmachen” können.

Wir können aber lernen, wie wir so mit der Sensibilität umgehen, dass uns diese auch in anderen (nicht ganz so erwünschten Situationen) nicht mehr so belastet.

Desensibilisierung der Betroffenen

Wenn Du Heuschnupfen hast, kennst Du vielleicht die “Desensibilisierung” aus diesem Zusammenhang. Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem auf eigentlich harmlose Stoffe (in diesem Fall auf Pollen) mit einer Abwehrreaktion. Diese Reaktion verursacht die Beschwerden, nicht die Pollen an sich.

Hier verhält es sich im Grunde ähnlich. Plötzliche Veränderungen sind erst einmal nichts Gefährliches, sie sind halt da, vollkommen wertfrei. Unsere Reaktion darauf ist es, die zu Problemen führt.

Bei Heuschnupfen hat es sich bewährt, den Allergiker regelmäßig mit dem zu konfrontieren, wogegen er überempfindlich ist. Man bekommt die allergieauslösende Substanz in regelmäßigen Abständen verabreicht.

Und das lässt sich teilweise auch auf die Angststörung übertragen. Wenn man sich den Reizen, auf die man mit Angst reagiert, immer wieder gezielt aussetzt, gewöhnt man sich mit der Zeit daran.

Tipp für Draufgänger: Besuche einen Vergnügungspark

Der perfekte Ort zur Desensibilisierung, wenn man dazu neigt, bei plötzlich auftretenden äußeren Veränderungen (z.B. Lärm, schnelle Abfolge von verschiedenen Bildern, Menschenmengen, verschiedene Gerüchte etc.)

Wie wäre es mit einer Achterbahnfahrt? Es rappelt laut, die Menschen kreischen, rasend schnelle Geschwindigkeit, vielleicht sogar Loopings. Oder einer Fahrt in einer Geisterbahn?

Der Vergnügungspark ist der absolute Horror für jeden unter Agoraphobie Leidenden und auch Menschen, die an anderen Formen einer Angststörung leiden und ich muss zugeben, dass dies schon eher einer Schocktherapie gleicht, als einer Desensibilisierung. Wenn Du es Dir zutraust, kannst Du das gerne einmal ausprobieren.

Gehe äußeren Reizen nicht aus dem Weg

Der Vergnügungspark ist für die meisten von Euch sicherlich nicht das Richtige.

Und bei der Desensibilisierung sind eher kleinere Dosierungen gefragt. Setze Dich also gezielt bestimmten Reizen aus. Dafür muss man nicht viel mehr tun, als aktiv am Leben teilzunehmen, was für an einer Angststörung leidenden Menschen bereits eine enorme Herausforderung sein kann.

Je mehr Du Dich diesen äußeren Reizen entziehst, desto empfindlicher wirst Du. Dein Ziel sollte es sein, Dich nach und nach wieder an solche Situationen zu gewöhnen.

Vermeide also möglichst keine Situationen, die Dir Angst machen, auch wenn das mitunter sehr schwer fällt, wie ich aus eigener Erfahrung weiß. Wenn Du auf einer Party eingeladen bist, dann geh hin. Wenn ein Fest in Deiner Stadt ansteht, nimm teil. Verzichte nicht auf den Stadionbesuch, den Flug oder die Bahnfahrt.

Wenn das eine oder andere für Dich derzeit noch nicht möglich ist, dann starte mit Situationen, vor denen Du Dich zwar fürchtest, die Angst aber noch beherrschbar ist.

Wichtig ist, dass Du Dich wieder an die Turbulenzen des Lebens gewöhnst. Wie bei der Desensibilisierung bei einer Allergie.

Den Automatismus unterbrechen

Und wir haben gesehen, dass Du nicht allein deshalb Angst bekommst, weil Du äußere und körperliche Veränderungen schnell wahrnimmst, sondern diese zusätzlich als gefährlich deutest.

Das geschieht sehr schnell und automatisch. Veränderung (Reiz) -> “gefährlich” – > Angst.

Menschen, die bezüglich körperlicher Veränderungen sehr sensibilisiert sind, nehmen jede Regung ihres Körpers sofort wahr. Jedes Blubbern, Zittern, Zucken, Stechen, Herzstolpern – alles, was irgendwie anders ist, wird wahrgenommen und als nicht normal interpretiert.

Gegen die Wahrnehmung des Ganzen kannst Du nicht viel tun. Du kannst Dir aber klarmachen, dass es normal ist, dass nicht immer alles in Deinem Körper statisch abläuft. Du bist schließlich ein Lebewesen und keine Maschine.

Auch wenn Du im ersten Moment noch erschrecken magst, so kann Du Dir anschließend sagen: “Alles ist gut. Das ist normal. Ich lebe”. Auf diese Weise kannst Du der aufkommenden Angst entgegensteuern und mit der Zeit diesen unbewussten, automatisierten Ablauf: Veränderung (Reiz) -> “gefährlich” – >Angst unterbrechen.

Hochsensibilität ist keine Krankheit, die man behandeln muss. Der richtige Umgang mit Hypersensibilität ist entscheidend. Durch Desensibilisierung kannst Du Dich wieder an äußere Reize gewöhnen und indem Du Dir ins Bewusstsein rufst, dass die allermeisten (körperlichen) Veränderungen vollkommen harmlos – ja, normal! – sind, lernst Du mit der Zeit, diesen angstauslösenden Automatismus abzustellen.

Was meinst Du dazu? Bemerkst Du diese Hypersensibilität auch bei Dir? Kennst Du diese gesteigerte Wahrnehmung und Angst und Panik als Reaktion auf plötzlich auftretende Veränderungen?

Nutze die Kommentarfunktion, und lasse uns wissen, wie sich die Angststörung bei Dir bemerkbar macht.

Sebastian D. Kraemer

Als ehemaliger Angstpatient helfe ich seit sieben Jahren Menschen mit übermäßiger Angst und Panikattacken auf ihrem Weg aus der Angststörung. Mehr als 36.000 Menschen nehmen an meinem kostenlosen E-Mail-Coaching teil und ich freue mich über jeden einzelnen, dem ich zu einem angststörungsfreien Leben verhelfe.

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115 Kommentare

  1. Carmen sagt:

    Hallo Sebastian,
    Ich leide seit 2016 an Angst-/Panikattaken.
    Es fing damit an, dass wir auf einem kleinen Dorffest waren und ich nach kurzer Zeit aus heiterem Himmel zusammen gebrochen bin. Das hat mich sehr erschreckt. Ich bin den Sonntag dann nachhause gefahren und dann bin ich Montag direkt zum Arzt und er sagte mir, dass es wohl an der Wärme gelegen habe. Ich hab das dann so hingenommen und bin dann heim. Blutdruck war OK, Blutzucker war OK.
    In der Nacht habe ich dann gedacht ich sterbe. Herzrasen, Angst umzukippen etc.
    Seit dem leide ich wirklich sehr an diesen doofen Attacken. Ich nehme Antidepressiva.
    Ich habe dann 2017 nochmals eine Ausbildung angefangen wo ich sehr viel gearbeitet habe. Nun bin ich aber fertig, der Prüfungsstress ist vorbei und eigentlich könnte ich das Leben in vollen Zügen genießen aber die Angst-/Panikattacken machen mich einfach fertig.
    Ich arbeite jetzt bei einer Stelle wo alles echt toll und klasse ist und ich auch mega viel Spaß daran habe.
    Nun leide ich aber immer wieder an Verspannungen, Schwindel, Angst umzufallen. Ich möchte gern ab demnächst mit am OP-Tisch stehen können ohne das mir schwindelig ist und ich Angst habe umzufallen. Bei mir würde auch vor ca. 2 Monaten Fibromyalgie festgestellt.
    Ich mache auch Psychotherapie wo die Therapeutin auch echt mega gut ist.
    Heute morgen war es so wie ich mit meinem Hund gegangen bin, dass ich richtig Gangunsicher war und ich immer wieder Angst hatte umzufallen.
    Ich “meide” auch einkaufen zu gehen weil ich diese Menschenmenge und gerade jetzt auch mit Mundschutz echt nicht ab kann. Ich besorge nur schnell das nötigste um schnell wieder aus dem Laden raus zu sein.
    Seit letztem Montag habe ich eine Gastritis. Ich kenne diese Beschwerden schon lange aber dieses Mal war es wirklich heftig. Ich konnte kaum essen.
    Kennst du das mit dem Schwindel?
    Hast du Tipps für mich?

    • Sebastian D. Kraemer sagt:

      Liebe Carmen,
      danke für deinen Kommentar. Ja, ich kenne das mit dem Schwindel und auch Magenschleimhautentzündngen. Schwindel ist ein häufiges Symptom bei einer Angststörung, aber total unangenehm, da Schwindel mit dem Gefühl des Kontrollverlusts einhergeht. Ich will dir den Tipp mit an die Hand geben: Begrüße den Schwindel kurz, nimm ihn als bekannten “Freund” an und konzentriere dich dann auf die Außenwelt. Sag dem Schwindel: “Schön, dass du da bist. Ich kümmere mich gleich um dich, muss mich gerade aber auf etwas anderes konzentrieren. Das ist anfangs total schwer, wird aber besser. Probiere es mal aus.

      Wenn du therapeutisch in guten Händen bist, dann sollte es auch mit den Symptomen mit der Zeit besser werden.

  2. Sep sagt:

    Hallo Sebastian,

    seit Jahren leiden ich ( mehr oder weniger ) an Panik und generalisierter Angststörung. Eine Verhaltenstherapie hat mir sehr sehr gut geholfen, sodass ich den Großteil überwunden habe. Jedoch habe ich diese Hochsensibilität nicht ganz ablegen können. Manchmal gibt es lange Phasen über Tage, Wochen oder sogar Monate, in denen ich davon nichts merke. Manchmal jedoch erschrecke ich mich innerlich sehr schnell und dann kommt etwas Angst und ein leichter Ansturm von Schwindel. Meist kann ich mich beruhigen und alles geht schnell vorbei. Es reicht schon, wenn ich bspw. mit einem Stihl kippel, ich manchmal leicht das Gleichgewicht verliere und so einen Schreckmoment bekomme. Mein Körper interpretiert das alles zu stark. Kennst bzw. kanntest du auch solche Situationen oder dieses Gefühl? Ich bin mal gespannt, ob ich dazu etwas in deinem Buch finden kann.

    Liebe Grüße

    Sep

    • Sebastian D. Kraemer sagt:

      Hallo Sep,
      letzten Endes sind manche Leute ein wenig schreckhafter als andere. Wenn man jedoch erschreckt, dann ist diese erste “Angst” normal. Das geht jedem so und liegt in der Natur des Erschreckens. Wenn du erschreckst kommt es auch zu einem Ausstoß von bestimmten Hormonen, möglicherweise zu einem kurzfristigen Blutdruckanstieg – ähnlich wie du das von der Panik kennst. Wichtig ist, dass du das anschließend nicht auf die Goldwaage legst. Mache nicht mehr daraus, als dran ist.
      Ich hoffe, du kannst damit etwas anfangen. Lieben Gruß.

  3. Justin sagt:

    Hallo,
    auch ich wurde mit nicht “normalen” Ängsten gesegnet. Seit ich in der 7ten Klasse mal ganz spontan Nasenbluten bekam, was ja durchaus mal vorkommt, habe ich Angstzustände. Das ist nun 14 Jahre her. Gerade sitze ich im Auto und warte auf meinen Termin für meine erste Therapiestunde, die mir helfen soll, meine Krankheitsangst loszuwerden. Zu meinem bedauern habe ich auch soziale Ängste weil ich zu behütet aufwuchs und meine Chancen im Leben bisher nie genutzt habe, um dem entgegenzutreten. Dadurch bin ich sehr nervös vor der Therapiestunde. Es fällt mir schwer, Gespräche zu führen, Blickkontakt zu halten, etc. Meine Panikzustände entwickeln sich in der Regel so, dass ich ein relativ harmloses Symptom am Körper verspüre, ein kribbeln oder kitzeln oder pieksen. Oder das ich einen merkwürdigen Geruch verspüre, wie zum Beispiel einen metallischen Geruch. Oder auch einen komischen Geschmack im Mund bekomme. Oder wenn mir plötzlich heiß im Gesicht wird. Von da an geht es recht schnell und mein Gehirn schreit mir zu “Schei*e du hast Krebs. BRICH IN PANIK AUS”.

  4. Kurt sagt:

    Hallo Sebastian!
    Iich habe Deinen Blog zufällig im Netz gefunden. Du redest nicht lange um den heissen Brei herum und kommst immer gleich auf den Punkt. Das gefällt mir. Bei mir haben die Angststörungen bereits in der Pubertät mit 16 Jahren begonnen und sich fast durch mein ganzes Leben gezogen und Therapien, Klinikaufenthalte bzw. herkömmliche Medikamente haben nicht so wirklich geholfen. Viel Bewegung im Freien(Sport) und Musik haben mir sehr geholfen. Derzeit habe ich noch morgens gleich nach dem Aufwachen bzw. auch in der Nacht mittelschwere Angst- und Panikattacken mit einer generalisierten Angststörung, die ich aber aushalten lerne. Inzwischen bin ich seit 2 Jahren im Krankenstand, da es für mich beruflich zuviel war, einen 4o Stunden-Job in einem Büro zu machen. Ich möchte aber etwas tun(Sinnvolles und was mir wirklich Freude macht) und noch nicht in den Vorruhestand gehen. Mit Veränderungen wie Du in Deinem Webseminar immer wieder hinweist tue ich mir schwer, da ich ein Sicherheitsmensch bin, der Angst vor Veränderungen hat.

    • Sebastian D. Kraemer sagt:

      Lieber Kurt,

      vielen lieben Dank für Dein Lob. Viele Menschen, denen es nicht so gut geht, haben Angst vor Veränderungen. Dabei können sie es ja am dringendsten gebrauchen. Ob eine Veränderung letztlich auch die gewünschte Besserung bringt, lässt sich im Vorfeld oft nicht sagen. Doch nur wenn es anders wird, kann es besser werden. Hast Du denn schon eine Idee, was Dir Freude machen könnte?

  5. Sabine Carnarius sagt:

    vermisst habe ich die Frage nach anderen Erkrankungen. Ich habe Traumas und als Folge davon eine posttraumatische Belastungsstörung, starke Ängste und ab und zu Psychose in Schüben.
    Eine Traumatherapie wurde bei mir abgelehnt, weil ich sehr sensibel bin. Deshalb bin ich unsicher, ob das hier das Richtige für mich ist.

  6. KatJa sagt:

    Hi. Bin mich hier neu am Einlesen. Nach mehreren Extremsituationen im Privatleben bin ich Anfang November mit einer Blutdruckentgleisung im Krankenhaus gelandet. Seitdem leide ich unter Extrasystolen/Herzrhythmusstörungen. Wir werden keine Freunde. Ich nehme blutdrucksenkende Medikamente und eine geringeDosis Betablocker. Ich merke so langsam, dass ich bei länger anhaltenden Extrasystolen Angst und Panik in Form von schweissnassen Händen, zuschnüren des Halses bekomme. Es fährt mir durch den Magen und schon mehrere male hatte ich das Gefühl kurz vor einer Ohnmacht zu stehen. Wenn es beim Autofahren oder beim Laufen (alleine im Feld) auftritt kommen Angstgedanken hoch. Ich hoffe hier “richtig” zu sein und das es der richtige Weg aus der Angst/Panik ist Deinen Berichten/Tipps zu folgen.

  7. Maria sagt:

    Danke für diesen tollen Beitrag.

    Ich hatte von 2009 bis 2012 täglich 5 bis 7 Panikattacken. Begonnen hat alles wegen: Scheidung meiner Eltern, eine sehr schwierige Beziehung, der Umzug meiner Schwester in ein anderes Land und meine Oma ist verstorben.
    Ich hab die Panikattacken inzwischen recht gut unter Kontrolle Jedoch kamen viele andere Dinge dazu wie zb. Zwangsgedanken gegen die Beziehung, hypersensibilität und seit der Geburt meines 1. Kindes 2017 hab ich bei jeder Kleinigkeit Angst das ich in der Nacht sterbe und meine kinder (20 monate und 5 monate) alleine da liegen und stundenlang schreien. Da mein Mann unter der Woche wegen der Arbeit nicht zuhause ist.
    Zusätzlich hab ich noch seit 2 Jahren ein rauschen in den Ohren, das mich oft verrückt macht. Manchmal ändert es sich in eine Art piepen. Ich wache nachts auf weil es dann oft so laut ist und bekomme Durchfall weil es mir Angst macht das diese Geräusche ewig bleiben.
    Zusätzlich macht mir jede kleine Veränderung im Körper Angst. Jeder noch so kleine Schmerz lässt mich glauben das ich irgendeine schlimme tödliche Krankheit habe.

    Ich hoffe das ich das alles wieder in den Griff bekomme. Diese Angst macht einem wirklich das Leben schwer. Bei mir ist es am schlimmsten abends und nachts. Tagsüber bin ich oft abgelenkt wegen der Kinder.

    • Tanja sagt:

      Hallo, das kenne ich zu gut. Bin 44 Jahre alt und habe 2 Kinder 14 und 6 Jahre. Leide seit vielen Jahren unter Angststörungen und seit einiger Zeit unter Ohrgeräuschen .Manchmal gehen meine Ohren zu. Die schlimmste Zeit ist für mich morgens nach dem Aufwachen, da bekomme ich die erste Panikattacke. Mein Mann arbeitet viel und hat viele Hobbies….und ich verkrieche mich. Bin bei einer Psychotherapeutin , bei einer Heilpraktikerin und bei einer Osteopathin
      Ich drücke uns allen die Daumen, dass wir wieder auf der Sonnenseite sind!!!

  8. Andag sagt:

    Hallo,
    Ich bin 39 Jahre und kenne das leider alles nur zu gut. Hochsensibel war ich schon als Kind, habe es aber nie als belastend empfunden. Schwierig würde es erst, als ich vor ca. 5 Jahren meine erste von vielen Panikattacken hatte. Ausgelöst wurde diese durch mehrere Fehlgeburten und den Tod meiner Mutter, zu der ich ein kompliziertes Verhältnis hatte. Seit dieser ersten Panikattacke spüre und bewerte ich jedes Herzstolpern, jedes Schwindelgefühl, jede Regung in meinem Körper – und interpretiere es immer als Anzeichen für meinen baldigen Tod. Ziemlich verrückt…, Ich traue mich gar nicht, das irgendwem zu erzählen, der nicht selbst davon betroffen ist/war. Eine Psychotherapie habe ich gemacht wodurch mir viele Zusammenhänge aufgezeigt wurden, ich fürchte aber, dass ich diese schreckliche Angst nie loswerde

    • Lena sagt:

      Genau gleiche Geschichte wie meine, bin 35 Jahre alt habe auch zwei Babys verloren und meine Mama ist vor zwei Jahren verstorben, kurz danach gings los mit die Ängste, ich habe die Situation in moment in Griff aber die Ängste kommen immer wieder wie eine Schluckauf.

  9. Natalie sagt:

    Hallo
    Ich bin 39 und leider unter Hyperchondrie.
    Ich habe tatsächlich Bluthockdruck bei dem ich gerade wieder medikamentös eingestellt werde.
    Jedes Herzklopfen jeder kleinste Blutdruckanstieg löst sofort Angst aus.
    Wenn ich das Blutdruckgerät nur sehen geht er schon hoch vor Angst.
    Ich traue mich gar nicht mich körperlich anzustrengen vor Angst er geht wieder hoch und ich bekomme einen Herzinfarkt oder Schlaganfall.
    Das ist sooo nervig.
    Da ich körperlich wirklich was habe verstärkt sich das natürlich und ist wie ein Teufelskreis.

  10. Andrea sagt:

    Hallo Sebastian,
    das bin alles ich, dieses überempfindliche, ganz plötzlich kam das, ohne Ankündigung. Ich hatte zwar kurz davor und hintereinander Todesfälle in der Familie und Haustiere auch tot. Alles in drei Jahren. Dann eine Schwerhörigkeit die operieret werden soll und bilde mir ein, das das seit dem ist.
    Habe auf einmal was gerochen was kaum wahrnehmbar war für andere, habe geweint beim Weg zur U Bahn weil alles so laut schien und saß dann in der U Bahn und heulte und wusste gar nicht warum, dachte so, jetzt werd ich verrückt, so muss es sich anfühlen. Jede Lautstärke war beängstigend und zu laut, alles war mir zu viel, ohne beschreiben zu können was mir zu viel ist. Ich war kurz bei einer Reha deswegen aber musste abbrechen weil ich nur heulte weil alles so laut war. Bin auf einem Ohr schwerhörig, konnte die Leute kaum verstehen, musste mich total anstrengen was zu verstehen, aber gleichzeitig war und ist alles zu laut. In der Reha wurde mit eine Depressive Episode “angedichtet”, is ja am einfachsten, haste kein Buckel den man sieht, haste was am Kopf.
    Hatte auf einmal Panik vor Ärzten und deren ablehnung und konnte letztendlich nicht mehr raus gehen, ohne Panik, also bin nicht mehr rausgegangen, so, nach einem halben Jahr in duieser Starre konnte ich dann mich aufraffen zum Psychol. zu gehen, aber der weiß nicht so richtig und glaubt mir nich so wirklich , warum ich nich rausgehen kann, warum alles zu laut , aber wegen des warum bin ich ja da. Ich werde auch immer agressiver, will nicht reden, weil ich nichts hören usw. Ich wache auf und habe so innerliches Zittern, kann das nicht beschreiben bei dem Psy. Ich kann nicht mehr unterscheiden ob ich nun müde bin oder ob was schlimmes dahinter steckt, muss dazu sagen habe extrem niedrigen Blutdruck seit ein paar Jahren. Lege mich also nicht hin weil der Blutdruck sonst so doll abfällt.
    Habe echt Angst seit dem ganzen, aber weiß nicht warum das so ist. Das soll aufhören, weil ich erschöpft bin ich kann nicht mehr.
    Viele Grüße Andrea

  11. Michaela Harlizius sagt:

    Hallo Sebastian,

    was der genaue Auslöser ist, kann ich nicht sagen. Ich habe leider wieder angefangen, in alte Verhaltensmuster zu rutschen. Zu wenig auf mich geachtet, mehr getan was andere wollen. Dazu kommt noch ein Jobwechsel Anfang des Jahres. Die Arbeit macht mir Spaß. Der Weg dorthin nicht. Habe oft auf dem Arbeitsweg Problem. Muss dazu allerdings erklären, dass ich, als die Angststörung anfing, dort in der Nähe gearbeitet habe. Im März, als ich nach Hause fuhr und von der Bahn nach Hause ging, ist mir kurz vor der Haustür schwarz vor Augen geworden und ich dachte ich Kipp um. Hatte dazu noch kurz ein kribbeln im Gesicht und seit dem ist es halt richtig schlimm geworden. Ich habe egal angst wo und wann ich bin umzufallen… Echt nervig.
    Damals hab ich auch ne Verhaltenstherapie gemacht. Was genau mir dabei geholfen hat, vermag ich nicht mehr zu sagen. Ich weiß nur, dass ich total angenervt bin, wäre ich doch gerne wieder symptomfrei…

  12. Michaela sagt:

    Hallo Sebastian,
    diese hypersensibel Art kenne ich zu genüge. Es verlagert sich immer auf andere Bereiche. Ich war einige Jahre fast symptomfrei, vor ca. 5 Monaten bin ich rückfällig geworden und leide fast täglich unter angstsymptomen. Mal mehr mal weniger, ich bin auch wieder in einer Therapie.
    Was mich nur echt verrückt macht, dass ich immer neue Sachen verspüre. Entweder meine ich einen Druck auf in der linken Brust zunspüren, oder aber im meinem Kopf zieht es und sticht es, dass ich Angst habe, einen gehirntumor zu haben. Es ist super anstrengend dagegen anzugehen bzw, der Angst locker zu begegnen. Ich habe eine gangunsicherheit entwickelt genauso eine Unsicherheit beim Laufen, wenn ich alleine unterwegs bin. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass ich gesund werde. Fällt mir aber manchmal schwer…..

    • Sebastian D. Kraemer sagt:

      Hallo Michaela,
      das kann ich gut verstehen. Ist irgendetwas geschehen, dass Du nun wieder vermehrt mit der Angststörung zu tun hast? Was hat Dir damals geholfen, sodass Du fast symptomfrei warst?

  13. Tamara Marti sagt:

    Vielen herzlichen Dank für diesen Artikel Sebastian.

    Ich habe Nachts angsts alleine zu sein (Seit ich Mutter bin)
    oder wenn ich müde bin kriege ich Panik.. ich verstehe es nicht und vermeide danach auch das Autofahren und einkaufen.. ich bin eine tolle Mutter.. jedoch habe ich angst wenn ich müde bin.. oder wenn mein Mann morgens zur Arbeit fährt.. .. bin Charaktertyp Emphatisch und Sensibel..
    andere Mütter sind auch müde und mqnchmal antriebslos.. aber nehmen es an und fallen nicht in diese Angst wie ich.. ich verstehe es auch nicht..
    Ich weis ich mache alles so gut und weis quch wo die Grenzen sind.. trotzdem woher kommt diese Angst..

    Herzliche Grüsse Tamara

    • Sebastian sagt:

      Liebe Tamara,

      es ist schwierig bis unmöglich zu sagen: Daher kommt die Angst. Das müsse man beispielsweise durch eine Therapie herausfinden. Es könnte sein, dass Du unbewusst fürchtest, dass Dein Kind hilflos daliegt, wenn Dir etwas passiert. Bei einer Angststörung ist es übrigens immer so, dass Angst vermehrt auftritt, wenn man müde ist: Dann sinkt die Widerstandskraft.

      Wenn Du noch Fragen hast – immer her damit! 😉

  14. Melli sagt:

    Hallo Sebastian 🙂
    Danke für den Artikel, er ist wirklich interessant und sicher auch hilfreich. Leider nicht so ganz für mich.
    Vieleicht hast Du ja irgendeine Idee?
    Ich habe seit einem einschneidenden Lebensereignis so eine Art Dauerangst .
    Ich habe absolut keine Ahnung wovor ich Angst habe . Ich mach mir auch keine unnötigen Sorgen (außer grad um mich). Das Einzige was mir eine Heidenangst macht ist dieser Zustand.
    Ich habe schon so viel über Angststörungen gelesen…Auch über die generalisierte Angststörung.
    Immer lese ich man soll sich seiner Angst stellen. Ich habe aber nichts dem ich mich stellen könnte.
    Irgendeine Ahnung wie man mit solch einer Angst umgehen kann?
    LG

    • Sebastian sagt:

      Hallo Melli,

      versuche einmal darüber nachzudenken, wovon Dich diese Angst abhalten könnte. Sind wichtige Entscheidungen zu treffen? Veränderungen anzugehen? Manchmal sind derartige Ängste eine unbewusst gewünschte Ablenkung. Statt sich der Angst zu stellen, muss man sich dem leben stellen. Kannst Du damit etwas anfangen?

  15. Rose sagt:

    Hallo Sebastian ich leide unter Angsstörüngen genau unter Agoraphobie und Angst in Gesellschaft in Einkaufsläden oder auch sonst grosse Menschenmengen.

  16. Rachel sagt:

    Danke für den tollen Beschrieb der sesibilität, den artikel werde ich mir gleich mal abspeichern und immer mal wieder lesen…. der passt voll zu mir…. kaum ist was anders Zack Alarmglocken…. war mir gar nicht so bewusst….. habe am 1.5 eunen neuen job angefangen… anfangs lief alles top, doch vor 3 wochen hatte ich einen reitunfall und musste 2 wochen aussetzen. Ich wollte eigentlich nach einer Woche wieder arbeiten, bin aber kläglich gescheitert….. geendet haben diese 2 h im einer heftigen PA, seither habe ich Mühe im Büro…. aber ich kämpfe mich zurück, schliesslich ist die vorgängerin seit heute pensioniert und ich bin allein für die ganz Buchhaltung etc verantwortlich….. also hoppedihopp…. hoffebdas die Angst dort bald wieder besser wird….. und die nächte dann auch…..☺️ so gute Nacht?

    • Sebastian sagt:

      Hallo Rachel,
      danke für Dein Feedback. Es freut mich, dass Du Dich hier wiederfindest. Ich drücke Dir ganz fest die Daumen, dass es in der Arbeit so klappt, wie Du Dir das wünschst.

      Lieben Gruß.
      Sebastian

  17. Barbara sagt:

    Hallo Sebastian,
    Ich habe meine Angststörung jetzt seid ca. 2 Jahren. Das schlimmste ist die Angst vor der Angst. Jeden Tag wache ich auf und horche ob das Gefühl noch da ist. Dann rede ich mit meiner Angst. Ich weiß auch mittlerweile das mein Job mir nicht gut tut. Ich weiß nur noch nicht so wirklich was ich anderes machen möchte.
    Ich habe keine Angst vor Krankheiten oder Menschen, nur vor dieser Angst.
    Wann hast du gemerkt das du auf dem richtigen Weg bist?
    Kannst du mir einen Tipp geben.
    Gruß Barbara

    • Sebastian sagt:

      Hallo Barbara,

      irgendwie merkte ich, dass es in mir arbeitet, dass sich etwas tut und ich Türen öffnete, die ich lange lieber verschlossen hielt. Doch der Weg aus der Angst war immer auch mit Zweifeln behaftet. Es geht auch nicht immer und nicht nur darum, etwas anders zu “MACHEN”, es geht auch darum, die Einstellung zu bestimmten Dingen des Lebens sowie das eigene Denken zu verändern…

  18. Jennifer Bennenhei sagt:

    Hallo Sebastian, ich leide seit mei El 20zigsten Lebensjahr an einer gen. Angststörung mit Hyperchondrie und sogar Zwangshedanken. Im Moment ist es alles sehr schwierig, da ich 4 Jahre lang Antidepressiva auf anraten einer Tagesklinik genommen hatte, die ich jetzt über Weihnachten ausgeschlichen hatte. Sie hatten mir nichts mehr gebracht, die Ängste waren nie ganz weg und wurden jetzt wieder schlimmer. Nach dem kompletten Absetzen fing der Horror richtig an, hatte sämtliche körperliche Symptome , die wie man ja sagt keine Entzugserscheinungen sind, sondern Begleitsymptome. Nun ja ich habe 4 Jahre meine Probleme, durch die Anridepressiver nur verwaltet, meiner Meinung nach. Meine Psyche macht jetzt alles durch,. Erst die körperlichen Symptome, jetzt sind Zwangshedanken dran. Ich fühle mich z. zt. in einem Gedankenkarussel gefangen. Und zwar soll ich mich ja meinen Ängsten stelle oder sie annehmen um sie zu überwinden. Nun hab ich Angst, wenn ich das z. B. einen aggressiv. Zwangshedanken so machen würde , daraus eine Handlung wird. Ich bin so fertig deswegen.Vielleicht hast du ja einen Rat für mich. LG jen

    • Sebastian sagt:

      Hallo Jennifer,
      es ist tatsächlich nicht selten, dass man seine Probleme nur “verwaltet”, wenn es durch Antidepressiva etwas besser geht. Das hast Du sehr schön ausgedrückt. Ich verstehe jedoch nicht, wovor Du genau Angst hast, wenn Du Dich Deinen Ängsten stellst (außer der Angst selbst).
      Lieben Gruß.
      Sebastian

  19. Sabine sagt:

    Ich bin auch gerade dabei, dein Buch zu lesen und muss sagen, dass mir auch vor allem das Lesen der Newsletter sehr viel Spaß macht und immer sehr “anregend” ist, darüber nachzudenken, woher das alles überhaupt kommt. Oder es ein wenig zu relativieren. Ich freue mich auf die kommenden Newsletter und darauf, was ich noch lernen kann. Ich leide übrigens an einer generalisierten Angststörung mit einer großen Neigung zur Hypochondrie. Dass es in meiner “entfernteren” Familie zudem auch noch eine Erbkrankheit gab, hat es nicht leichter gemacht. Obwohl das Risiko für mich und meinen Elternteil und Großelternteil sehr gering ist, habe ich die Gefahr sehr hochgespielt, habe immer Angst davor, war! in Foren unterwegs und habe mich so verhalten, als wäre alles schon eingetroffen oder würde bevorstehen. Habe das kleinste Risiko von, sagen wir, vllt. 10%, zu einem 90%igen Risiko gemacht.
    Aber so habe ich es eben auch schon mit anderen Krankheiten “gehandhabt”, wie Krebs, Schlafanfällen, HIV und so weiter. Und nie war was. Das hat mich dann dazu bewegt langsam zu “glauben”, dass ich auch hier übertreibe. Mir geht es übrigens schon so seitdem ich klein bin – ich denke mit ca. 8 Jahren hatte ich die erste große Angst vor Krankheiten (damals dachte ich, ich könnte an Magen-Darm Erkrankungen sterben und hatte jedes Mal Panik).

    Mir hat in letzter Zeit vor allem deine Analogie geholfen, dass Foren für Betroffene wie Selbsthilfegruppen sind, in denen ich aber NICHTS zu suchen habe. Immer, wenn ich denke, dass ich nun in einem Forum nachschauen muss, denke ich.. “nein, du hast da nichts verloren.. da sind Leute, die WIRKLICH betroffen sind und du gehört da nicht hin..das ist, als würdest du in eine Selbsthilfegruppe reinplatzen..”. Ich muss sagen, dass mir das wirklich sehr geholfen hat. Danke dafür 🙂

    • Sebastian sagt:

      Hallo Sabine,

      vielen Dank für Deine Rückmeldung. Es freut mich, wenn dir mein Buch und meine Mails Dir eine Hilfe sind. Foren, in denen sich Betroffene mit ihrer (schlimmen) Krankheit auseinandersetzen, sollten für Hypochonder tabu sein. Toll, dass Du sie nun meidest, was nicht einfach ist, wenn man diese Recherchen exzessiv betrieben hat. Und zu der Erbkrankheit: Es mag sein, dass diese Erkrankung nur jemand haben kann, der genetisch vorbelastet ist. Letztlich trifft das aber wohl auf verdammt viele Krankheiten zu. Oftmals weiß man das nur einfach nicht…

  20. Marie sagt:

    Halli Hallo, leide ebenfalls unter diesen Beschwerden und lese auch gerade Dein Buch. Mega toll geschrieben! Vielen Dank dafür! Ich denke das wichtigste ist doch, dass man trotz allem die Lust am Leben nicht verliert, oder? Denn das schlimme ist, dass man in so einer anderen Welt gefangen ist und sich als „nicht normal“ bezeichnet…. so geht es jedenfalls mir. Man denkt, man würde gerne wieder „wie die alte Marie“ unbeschwert leben, so wie früher. Die Frage, die ich mir auch oft Stelle, was ist der richtige Weg für mich… und es gibt keine Antwort. Geduld ?! 🙂 gerade bei ärztlichen Untersuchungen (Darmspiegelung morgen) schwierig momentan…….
    Liebe Grüße!!!

    • Sebastian sagt:

      Hallo Marie,

      schön, dass Dir mein Buch gefällt! Das freut mich sehr! Bei einer Angststörung kommen häufig auch (leichte) Depressionen hinzu. Im Übrigen glaube ich nicht, dass man nach einer Angststörung wieder der bzw. die Alte werden kann. Schließlich trägt das alte “Ich” auch dazu bei, dass eine Angststörung entsteht. Von daher entwickelt man sich weiter und wird besser, wenn man die Angststörung schließlich überwindet. 😉
      Lieben Gruß.

      Sebastian

  21. Melanie sagt:

    5 Jahre lang lief alles super. Die hypochonderie hatte ich ihm Griff.
    Dann enorme psychische Belastung, mein Mann hat seinen Job verloren und ich bange auch jeden Tag um meinen Lohn, Da es der Firma in der ich arbeite nicht gut geht. Dieses lässt der Chef an de MA aus. Und schwubs ist die scheinbar überwundene Hypochonderie wieder da 🙁

    • Sebastian sagt:

      Man muss in Krisensituationen aufpassen, dass man nicht wieder in alte Muster verfällt. Gerade die Hypochondrie ist nicht selten eine Ablenkung. Daher geht es darum, das eigentliche Problem zu lösen, das in deinem Fall gerade nicht so einfach lösbar erscheint. Doch auch dafür gibt es die Lösung. Spielt mal gemeinsam alle Optionen durch…

  22. Annette sagt:

    Sehr guter Artikel! Meine Hypersensibilität ist so weit ausgeprägt, dass ich den ganzen Tag nur in meinen Körper hinein horche und nach Veränderungen suche. Ebenfalls wird mein Umfeld dauernd abgescannt, ob irgendetwas anders ist, z.B. ist mir jetzt schwindlig oder nehme ich alles noch normal wahr?! So kommt es ständig zu Panikattacken, weil ich denke, es stimmt etwas nicht. Ganz schlimm wurde es, als meine Therapeutin gesagt hat, ich soll AD nehmen. Die Neurologin verschrieb mir Cymbalta und ich habe 2 Tabletten genommen und hatte so ziemlich alle Nebenwirkungen. Seitdem zittere ich am ganzen Körper und die Angst ist noch schlimmer geworden. Soll man in so einem Fall weiter Tabletten nehmen oder aufgrund der Hypersensibilität lieber aufhören? Habe Angst, dass weder mit noch ohne Medikamente geht.

    • Sebastian sagt:

      Medikamente sollen letztlich ja helfen. Wenn Du Dich damit schlecht fühlst, musst Du für Dich überlegen, ob das sinnvoll ist. Ich habe mich damals aus persönlichen Gründen gegen die Einnahme von Antidepressiva entschieden. Das muss aber nicht für jeden das Richtige sein. Ich hoffe, ich konnte Dir bei Deiner Entscheidung helfen (ohne sie Dir abzunehmen 😉 ).

      LG. Sebastian

  23. Alex sagt:

    Ich lese immer wieder gerne Deine Beiträge. Da ich an einer Herzneurose leide kann ich es nur zu gut nachvollziehen wie schwer es ist sich an den Ausdauersport zu trauen. Obwohl ich die Gewissheit habe, dass Belastungs-EKG etc. alles unauffällig war. Der Kopf ist und bleibt das größte Hindernis.

    • Sebastian sagt:

      Vielen Dank Alex. Ich kann Dich gut verstehen. Es bleibt immer ein Restrisiko, auch wenn Du nach so einer Untersuchung ziemlich sicher sein kannst, dass Du gesund bist. Aber ist das Risiko für einen Herzinfarkt letzten Endes nicht größer, wenn man keinen Sport macht?
      Vielleicht hilft es Dir auch, wenn Du denkst: “Wenn ich jetzt beim Sport einen Herzanfall bekomme, dann ist das eben so. Ich lasse mich jedoch jetzt nicht von dieser unwahrscheinlichen Möglichkeit abhalten.”

  24. petra schneider sagt:

    Vielen Dank ist alles sehr hilfreich.

  25. Silvia Heffernan sagt:

    Hallo Sebastian, ja fobien haben mein Leben beschwert aber haben alles überwinden. Ein Ziel ist da noch die Angst für Blutdruck messen zu verliern. Mein Kampf ist seiht met als 20 Jahre. Ein Angst entstanden in meine
    Kindheit. Mama hatte hohe Blutdruck und hat al den folge Krankheiten erwähnt usw.
    Hast du eine Idee wie ich das unter Kontrolle kriege. Liebe Gruß Silvie

  26. Nadine sagt:

    Hallo Sebastian,

    vielen Dank für das du mir und anderen helfen möchtest. Am sensibelsten bin ich Bezug auf die Reaktionen meines Körpers. Die Angst schwer krank zu sein ist bei das größte Problem. Ich meide keine Orte. Ob es der Besuch im Fitnessstudio ist oder ein Ausflug mit meiner Tochter in einem Erlebnispark. Natürlich muss ich zu geben, dass meistens jemand dabei ist. Vieles schaffe ich aber auch alleine. Es hängt meistens nur davon ab, wie ich mich körperlich fühle. Krach, Düfte oder andere äußere Reize sind bei bei hypersensibilität nicht unbedingt ein Problem.

    Nochmal vielen Dank für deine Unterstützung, bei meinem schwerem Weg aus der Angst.

    • Sebastian sagt:

      Ja, bei der Hypochondrie sind es meist die inneren/körperlichen Veränderungen. Aber ganz toll, dass Du überhaupt Dinge macht, bei denen Du Angst hast! Und gern geschehen! ?

  27. Maik sagt:

    Hi Sebastian
    Bei mir ist es im Moment wieder schlimm mit der angst . Ich wohne in einem Gewerbegebiet . Der Strasselärm und das ständige rauschen der autobahn machen mir zu schaffen . Hast du einen tipp wie ich mich desensiebilisieren kann ? Ich war schon oft in therapie hat auch immer geholfen immer so für 1-2 jahre dann kam die Angst leider wieder. Momentan kämpfe ich mich selber durch weil ich es ohne Therapie schaffen will mich besser zu fühlen. Deine emails finde ich super

    • Sebastian sagt:

      Hallo Maik,

      schön, dass dir meine Mails gefallen. Letztlich ist es die Reaktion, die das Ganze zum Problem werden lässt. Wenn du dich auf die Geräusche konzentrierst und als störend wertest, ist das nicht die beste Strategie. Schau dir mal diesen Beitrag zum Thema Tinnitus an. Der Artikel könnte dir weiterhelfen.

      Lieben Gruß.

      Sebastian

  28. Ariane sagt:

    Hallo Sebastian

    Ich find es echt super das du anderen hilfst.
    Bei mir ist es so das ich immer bei jeden weh wehchen denke ich bin schwer krank und werde sterben und bin nicht für meine kleine Maus da und kann sie nicht aufwachsen sehen. Ich denk immer ich bekommen schwer Luft und merke wie ich mich Anfang wieder rein zu steigern. Rauche auch sehr viel, wollte auch versuchen aufzuhören aber ich schaff das irgendwie nicht. Bin aber in Therapie.
    Das Problem ist ich weiß das es mein Kopf ist der das alles schlimmer macht, aber dann kommt immer der Gedanke was ist wenn es wirklich was schlimmer ist.

    • Sebastian sagt:

      Hallo Ariane, das sind die Gedanken, die so oder ähnlich wohl die meisten Menschen mit einer Angststörung kennen. Als Vater einer kleiner Tochter kann ich diese Sorgen und Ängste bezogen auf Deine Tochter gut nachvollziehen. Aber wenn Du wirklich schwer (unheilbar) krank werden solltest (was Du mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit nicht bist), dann würdest Du die Zeit, die Dir bleibt, doch trotzdem genießen wollen oder? Und wenn Du Dir diese Sorgen machst, dann kannst Du das ja heute schon nicht genießen. Vielleicht hilft Dir dieser Gedankengang.
      Und zum Rauchen kann ich Dir diesen Artikel empfehlen: https://www.psog.de/nichtraucher-ansgstoerung/
      Lieben Gruß.
      Sebastian

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